Diestedde (mw/bb). Die Wasserknappheit an der Schlossgräfte rund um Crassenstein bereitet den Eigentümern auch im Sommer 2026 Sorgen. Dr. Gregor Schwert berichtet, dass er am vergangenen Wochenende entsetzt gewesen sei, wie stark der Wasserstand innerhalb nur einer Woche zurückgegangen sei. Zwar schätzen die Angler die aktuelle Situation weniger dramatisch ein als im Vorjahr, dennoch ist die Entwicklung aufmerksam zu beobachten.
Bereits Ende August 2025 war der Pegel der Gräfte zeitweise rund 60 Zentimeter unter dem Normalniveau. Als Ursachen galten damals vor allem die geringen Niederschläge, die extreme Wärme und der Wind, der die Verdunstung zusätzlich verstärkte. Auch 2026 zeigt sich damit erneut, wie empfindlich die historische Wasseranlage auf trockene und heiße Wetterperioden reagiert.

Eine unmittelbare Gefahr für das Wasserschloss besteht nach Angaben der Eigentümer aktuell noch nicht. Das Gebäude steht auf Eichenpfählen, die durch die Verschlammung weiterhin ausreichend geschützt sind. Sorgen bereitet jedoch der Zustand der Gräften selbst und insbesondere die Frage, wie der Wasserhaushalt langfristig stabilisiert werden kann. Bei weiter sinkenden Pegeln müsste gegebenenfalls Wasser aus der Außengräfte in die Innengräfte geleitet werden.
Gleichzeitig stehen mögliche bauliche Veränderungen vor einer denkmalrechtlichen Herausforderung. Von Seiten der Wasserwirtschaftsamt des Kreises Warendorf wurde angeregt, die Gräfte zu verkleinern, um bei geringerer Wasserfläche ein größeres Wasservolumen zu halten. Der Denkmalschutz hat dagegen Bedenken, weil die historischen Grenzen und die ursprüngliche Gestalt der Anlage erhalten werden sollen.

„Sorgen machen wir uns“, fasst Schwert die Situation zusammen. Wie sich die Wasserstände im weiteren Verlauf des Sommers entwickeln, hängt dabei maßgeblich von den Niederschlägen ab. Die Erfahrungen aus dem Vorjahr zeigen jedoch, dass die Wasserknappheit an Schloss Crassenstein längst kein einmaliges Problem mehr ist.
Fotos/Text: B. Brüggenthies


