Wadersloh/Diestedde (mw/bb). Die Pressemitteilung der Gemeindeverwaltung Wadersloh, wonach Bürgerinnen und Bürger Obst an öffentlichen Bäumen kostenlos ernten können, ist grundsätzlich auf positive Resonanz gestoßen. Allerdings macht ein Leserbrief auf einen aus seiner Sicht widersprüchlichen Umgang mit öffentlichen Obst- und Beerenbeständen aufmerksam.
Unser Leser Alfons Lüke aus Diestedde berichtet, dass er seit Jahren gemeinsam mit anderen Anwohnern das Angebot gerne nutze und insbesondere Brombeeren an öffentlichen Sträuchern ernte. Umso größer sei die Enttäuschung gewesen, als ausgerechnet kurz nach der Veröffentlichung des Ernteaufrufs ein Strauchschnitt durchgeführt worden sei. Betroffen gewesen seien die Brombeersträucher an der Straße nördlich der Grundschule in Diestedde. Diese hätten bereits zahlreiche Beeren getragen, die jedoch noch einige Wochen bis zur Reife benötigt hätten. Durch den Rückschnitt sei die diesjährige Ernte vollständig vernichtet worden.
Nach Darstellung von Lüke bestand aus seiner Sicht keine unmittelbare Notwendigkeit für den Eingriff. Die Sträucher hätten weder in die Fahrbahn hineingeragt noch den Verkehr beeinträchtigt. Die Straße werde überwiegend von Fußgängern und Radfahrern genutzt, der Fahrzeugverkehr sei dort gering. Abschließend äußert der Verfasser die Hoffnung, dass zumindest die öffentlichen Obstbäume nicht ebenfalls vor der Reife ihrer Früchte zurückgeschnitten werden.
Der Leserbrief im Wortlaut
„Interessiert habe ich den Artikel gelesen. Seit Jahren ernten wir an den öffentlichen Obstbäumen und an den Beerensträuchern, hier überwiegend Brombeeren. Schade nur, dass gerade „passend“ zur Veröffentlichung des Aufrufes die Gemeinde Strauchschnitt in Angriff genommen hat und die Brombeersträucher, die voll mit Beeren hingen, diesem Strauchschnitt zum Opfer gefallen sind. Es hätte noch einige Wochen gedauert, bis die Beeren reif gewesen wären, aber nun ist die Ernte vernichtet! So ist es an der Straße, nördlich der Grundschule in Diestedde passiert. Eine Straße, auf der selten Fahrzeuge fahren und fast nur Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind. Das Strauchwerk ragte auch nicht in die Straße hinein sondern war noch weit genung von der Straße weg, so dass jeder Verkehrsteilnehmer ausreichend Platz hatte, dort zu passieren. Hoffentlich werden die Obstbäume nicht auch noch vor der Reife der Früchte zurückgeschnitten!“ – Alfons Lüke (OT Diestedde)
Anm. d. Red.: Leserbriefe spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. Mein-Wadersloh.de behält sich eine Veröffenlichtung und die Kürzung von Einsendungen vor.
Symbolbild: mw/bb.


