Warendorf (mw/bb). Im Streit um die Finanzierung des Rettungsdienstes hält der Kreis Warendorf an seinem Kurs fest und drängt die gesetzlichen Krankenkassen auf eine Einigung. Landrat Dr. Olaf Gericke hat sich in einem Schreiben erneut an die Krankenkassen in Westfalen-Lippe gewandt und deren Vorgehen scharf kritisiert.
Hintergrund ist der Streit über Rettungsdienstgebühren. Nach Darstellung des Kreises erheben die Krankenkassen nachträglich weitere Forderungen für zurückliegende Jahre, obwohl bereits ein Kompromiss erzielt worden sei. Dieses Vorgehen belaste das Vertrauen in die Verlässlichkeit der Krankenkassen erheblich, heißt es aus dem Kreishaus. Sollte der Kreis weiterhin mit Millionenforderungen konfrontiert werden, hätte dies nach eigenen Angaben Folgen für die kommunalen Haushalte des Kreises und seiner 13 Städte und Gemeinden. Alternativ müssten Versicherte künftig an den Kosten des Rettungsdienstes beteiligt werden – ein Szenario, das der Kreis ausdrücklich vermeiden will. „Niemand darf Hemmungen haben, in einer Notlage die 112 anzurufen“, wird Landrat Gericke in der Mitteilung zitiert.
Rückendeckung erhält der Landrat nach Angaben des Kreises sowohl vom Kreistag als auch von den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aller 13 kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Der Kreistag habe das Verhalten der Krankenkassen in seiner jüngsten Sitzung fraktionsübergreifend zurückgewiesen. Auch die Bürgermeister hätten bei ihrer jüngsten Dienstbesprechung mit dem Landrat deutliche Kritik am Vorgehen der Krankenkassen geäußert. Der Kreis Warendorf setzt nach eigenen Angaben weiterhin auf Verhandlungen und hofft auf eine einvernehmliche Lösung des Konflikts mit den Krankenkassen.
zus. Quelle: Kreis WAF, Symbolbild: B. Brüggenthies

