Wadersloh (mw/bb). Wenn Kinder mittags ruhig einschlafen, ein vertrautes Gesicht in ihrer Nähe wissen und vielleicht leise „Birgit“ sagen, dann ist für Birgit Ottensmann Lütke Stratkötter klar: Genau dafür macht sie ihre Arbeit. „Das ist einfach mein Leben“, sagt sie mit einem strahlenden Lachen. Und meint damit nicht nur den Alltag mit den Kindern, sondern eine Geschichte, die in Wadersloh schon vor Jahrzehnten begonnen hat.
„Mullewapp“ ist keine gewöhnliche Kindertagespflege. Die Einrichtung am Haarstrang in Wadersloh besteht seit 1991 und gilt als eine der ersten Großtagespflegen in Nordrhein-Westfalen. Vieles hat hier seinen Anfang genommen: Strukturen, die heute selbstverständlich sind, wurden über die Jahre mitentwickelt. „Wir sind zusagen mit den Gesetzen gewachsen“, beschreibt es Birgit Ottensmann Lütke Stratkötter. Gemeinsam mit Stefanie Thiemeier betreut sie heute bis zu neun Kinder in der Großtagespflege. Ergänzt wird das Angebot durch eine Spielgruppe mit bis zu sechs Plätzen und die „Johnny-Mauser-Gruppe“ als Eingewöhnungsgruppe, die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern besuchen können. Das Konzept dahinter: Ein sanfter Einstieg. Kinder können sich gemeinsam mit Mutter oder Vater an die neue Umgebung gewöhnen, spielen, entdecken und Vertrauen aufbauen. „Gemeinsam ankommen, gemeinsam wachsen“, lautet das Leitmotiv.





Die eigentliche Betreuung richtet sich an Kinder ab dem ersten Lebensjahr und kann flexibel an zwei bis fünf Tagen pro Woche stattfinden. Die Umgebung ist ländlich geprägt, mit viel Platz zum Spielen und Entdecken. Tieriisch viel los ist auch bei „Mullewapp“: Hunde, Pferd, Hahn und Huhn tummeln sich auf dem Bauernhof.
Ein sicherer Ort für Kinder
Was „Mullewapp“ auszeichnet, ist die Haltung hinter der Betreuung. „Ein sicherer Ort für Kinder, wertschätzend und wohlwollend“, beschreibt Birgit Ottensmann Lütke Stratkötter den Anspruch. Es gehe darum, jedes Kind individuell zu begleiten und gleichzeitig Gemeinschaft erlebbar zu machen.

Der Name ist dabei bewusst gewählt: „Mullewapp“ geht auf die Kinderbuchwelt von Helme Heine zurück und beschreibt einen idyllischen Bauernhof, auf dem Freundschaft, Zusammenhalt und kleine Abenteuer im Mittelpunkt stehen. Der Begriff selbst leitet sich ursprünglich vom norddeutschen Wort für einen Maulwurfshügel ab. Also ein bodenständiges Bild, das gut zur naturnahen und familiären Ausrichtung der Einrichtung passt. Auch ihr eigener Familienname erzählt ein Stück Geschichte: „Lütke Stratkötter“ bedeutet sinngemäß „kleiner Hof an der Straße“ passt, wie Birgit Ottensmann Lütke Stratkötter mit einem Lächeln sagt.
Vertrauen über Generationen
Nach mehr als 30 Jahren zeigt sich die besondere Rolle der Einrichtung auch in den Familiengeschichten. „Teilweise waren schon die Eltern als Kinder bei uns“, erzählt Ottensmann Lütke Stratkötter. Ein Vertrauensbeweis, der sich über Generationen hinweg fortsetzt.
Es sind oft die kleinen Momente, die bleiben: Wenn Kinder sich geborgen fühlen, zur Ruhe kommen oder einfach wissen, dass jemand da ist. „Kinder leben im Hier und Jetzt“, sagt sie. „Aber sie spüren: Wir sind für sie da.“ „Mullewapp“ versteht sich als Ort, an dem Kinder ihre Persönlichkeit entwickeln können. Qualifizierte Fachkräfte begleiten diesen Weg, geben Impulse und schaffen einen Rahmen, in dem sich Kinder ausprobieren dürfen. Dabei hilft auch die Umgebung: Viel Platz, eine naturnahe Lage und ein Alltag, der sowohl Struktur als auch Freiraum bietet.
Fotos/Text: B. Brüggenthies

