Wadersloh (mw/bb). Bei frühlingshaftem Wetter und großer Beteiligung der Bürgerschaft ist am Vorabend des Mai-Feiertags (30. April) auf dem Kirchplatz in Wadersloh der traditionelle Maibaum aufgestellt worden. Zahlreiche Vereine, Gewerke, Ehrenamtliche und Besucherinnen und Besucher kamen zusammen, um den Start in den Mai zu feiern. Das Maibaumfest ist längst zu einem festen Bestandteil des Gemeindelebens geworden und überraschte in der 2026er-Auflage mit einigen Neuerungen.
Den offiziellen Auftakt übernahm der 1. Vorsitzende des Heimatvereins, Winfried Schlieper. In seiner Begrüßung dankte er insbesondere dem Maibaum-Team für die Planung und Durchführung sowie allen beteiligten Vereinen, Gewerken und Unterstützern. Ein besonderer Dank galt zudem seiner Stellvertreterin Jessica Jemella, die ihn im Frühjahr krankheitsbedingt vertreten hatte. Verbunden war sein Dank mit einem Blumenstrauß als Zeichen der Anerkennung.




Im Anschluss richtete die stellvertretende Bürgermeisterin Alexandra Essel das Wort an die Anwesenden. In ihrer Rede stellte sie den Maibaum als Symbol für weit mehr als nur gelebtes Brauchtum dar: „Er steht für Tradition, Gemeinschaft und den Beginn einer lebendigen Zeit. Aber auch für etwas, das wir heute mehr denn je brauchen: Respekt“, zeigte sich Essel überzeugt. Sie betonte sowohl den Respekt gegenüber dem Einzelnen als auch gegenüber der Gemeinschaft. Gerade in einer Zeit, die oft als schnelllebig und rau empfunden werde, sei gegenseitige Wertschätzung keine Selbstverständlichkeit mehr. „Respekt beginnt im Kleinen. Im Zuhören, im Ausreden lassen, im freundlichen Wort“, sagte sie. Gleichzeitig hob sie die Bedeutung des gemeinschaftlichen Engagements hervor. Der Maibaum selbst sei dafür ein sichtbares Beispiel: „Er wird nicht von einer Person aufgestellt. Viele Hände sind nötig.“ Nur gemeinsam entstehe etwas, das für alle sichtbar sei.
In diesem Zusammenhang würdigte sie ausdrücklich die Arbeit der zahlreichen Beteiligten: Neben dem Heimatverein Wadersloh engagierten sich unter anderem die „Schalker Füchse“, die Kolpingsfamilie, das Fanfarencorps, der Förderverein der Grundschule, das DRK sowie der Schützenverein. Auch zahlreiche Unternehmen und Handwerksbetriebe unterstützten das Fest und das Aufrichten des Maibaums. Stellvertretend nannte Essel unter anderem die Firmen Konert, Bühlbecker, Winkler, Löppenberg, Junker und Sabellek.



Hinter dem gelungenen Fest stehen intensive Vorbereitungen, die bereits Tage zuvor begonnen hatten. Der Maibaum wurde aus seinem Winterquartier bei Bühlbecker geholt, gereinigt und geschmückt. Am Veranstaltungstag selbst wurde der Kirchplatz hergerichtet, bevor der Baum schließlich unter tatkräftiger Mithilfe vieler Ehrenamtlicher aufgerichtet wurde. Auch das Rahmenprogramm wurde in diesem Jahr erweitert: Neben dem traditionellen Maibaumklettern war erstmals die Wahl einer Maikönigin oder eines Maikönigs angekündigt worden. Die Majestätenwürde gebührt erstamalih Königin Ina Linnemeier (6 Jahre) und König Mats Wollenhöfer (9 Jahre). Für die musikalische Begleitung sorgte erneut das Fanfarencorps, während der Förderverein der Grundschule das Getränkeangebot organisierte. Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt.
Das Maibaumfest, das in seiner heutigen Form seit 2018 vom Heimatverein organisiert wird, zeigte einmal mehr, wie stark das ehrenamtliche Engagement in Wadersloh verankert ist. Oder, wie es Alexandra Essel formulierte: „Wenn wir respektvoll miteinander umgehen, entsteht genau das, was dieser Maibaum symbolisiert: Eine starke, lebendige Gemeinschaft.“
Bildergalerie: Maibaumfest in Wadersloh (2026)


























Fotos/Text: mw/bb.


