Wadersloh/Diestedde (mw/bb). Wenn ein Kind zum ersten Mal außerhalb der eigenen Familie betreut wird, ist das für alle Beteiligten ein großer Schritt. Vertrauen, Nähe und Verlässlichkeit sind dann entscheidend. Genau hier setzt die Kindertagespflege in Wadersloh an: familiär, individuell und mit großem, persönlichem Engagement. Vier Einrichtungen gibt es aktuell in der Gemeinde Wadersloh. Sie stehen im Mittelpunkt einer Aktionswoche, die vom 4. bis 8. Mai hier auf MEIN WADERSLOH Einblicke in ihre Arbeit gibt.
„Die roten Bergmäuse“ und „Mullewapp“ in Wadersloh sowie „Olgas Häuschen“ und „Die Schlossmäuse“ in Diestedde bieten familienergänzende Betreuung für Kinder im Alter von vier Monaten bis drei Jahren. Der Unterschied zu klassischen Kindertageseinrichtungen liegt vor allem in der Struktur: Kleine Gruppen, feste Bezugspersonen und eine Atmosphäre, die bewusst auf Geborgenheit setzt. In der Kindertagespflege betreut eine einzelne Tagespflegeperson in der Regel bis zu fünf Kinder. In sogenannten Großtagespflegen, wie bei „Mullewapp“ oder den „Schlossmäusen“, kümmern sich zwei oder mehr Fachkräfte um bis zu neun Kinder. Die Betreuung findet entweder im eigenen Haushalt oder in eigens angemieteten, kindgerecht gestalteten Räumen statt.
Der Alltag ist klar strukturiert: Gemeinsames Frühstück, Mittagessen und feste Schlafenszeiten gehören ebenso dazu wie Spiel- und Entdeckungsphasen. Unterschiedliche Buchungsmodelle ermöglichen es Familien, die Betreuungszeiten flexibel an ihren Alltag anzupassen. Fachlich steht die Kindertagespflege einer KiTa in nichts nach.
Vernetzt und im Austausch mit Fachberaterin Birgit Dohr
Ein wichtiger Baustein für die Qualität ist die enge Zusammenarbeit der Einrichtungen: Alle vier Wochen treffen sich die Betreiberinnen gemeinsam mit Fachberaterin Birgit Dohr zum sogenannten „Kindertagespflege-Café“. Organisatorisch angebunden ist die Fachberatung an das Familienzentrum St. Margareta in Wadersloh. Bei den Treffen geht es um gesetzliche Neuerungen, organisatorische Fragen oder pädagogische Themen. Auch der Austausch über individuelle Förderbedarfe – etwa im Bereich Ergotherapie oder Logopädie – spielt eine Rolle. Vor allem aber bietet das Format Raum für kollegialen Austausch und gegenseitige Unterstützung.
Wie viele Einrichtungen im Kreis Warendorf spüren auch die Kindertagespflegen in Wadersloh derzeit sinkende Kinderzahlen. Während Kindertageseinrichtungen in den vergangenen Jahren ausgebaut wurden, stehen kleinere Betreuungsangebote vor der Herausforderung, sichtbarer zu werden. Gleichzeitig hat sich auch das Anmeldeverfahren verändert: Eltern melden ihren Bedarf heute online beim Kreis Warendorf über das KitaPortal an und müssen anschließend selbst aktiv Kontakt zu den Einrichtungen aufnehmen.
Kindertagespflege-Aktionswoche
Mit einer Kindertagespflege-Aktionswoche vom 4. bis 8. Mai möchten die vier Einrichtungen ihre Arbeit stärker in den Fokus rücken. Den Auftakt bildet diese Übersicht, in den kommenden Tagen folgen weitere Einblicke in die einzelnen Einrichtungen. Den Abschluss bildet ein gemeinsames Minisportabzeichen für die Jüngsten am kommenden Freitag. Bei diesem Projekt kommen Kinder aus allen vier Kindertagespflegeeinrichtungen in der Gemeinde Wadersloh zusammen.
Als Ansprechpartnerin für die Kindertagespflege im Gemeindegebiet Wadersloh steht Birgit Dohr im Familienzentrum St. Margareta, Gartenstraße 5 in Wadersloh, donnerstags von 10 bis 16 Uhr oder nach Vereinbarung unter Tel. 02523 / 7314 zur Verfügung.
Foto/Text: B. Brüggenthies

