Diestedde (mw/bb). Ein Standard-Teebeutel misst gerade einmal 6 × 8 Zentimeter. Dass etwas so Kleines eine so große Eigendynamik im sozialen Engagement entfalten kann, scheint kaum vorstellbar. Im Nikolausdorf Diestedde gelang dieses Kunststück in Sachen Mitmenschlichkeit.
Anfang März kam eine Gruppe von Freundinnen auf die Idee, Tee für den guten Zweck anzubieten. Direkt vor der eigenen Haustür stellten sie verschiedene Sorten Frucht- und Kräutertee gegen eine Spende bereit. Besonders der Eistee entwickelte sich schnell zum Verkaufsschlager. Der kleine Stand wurde regelrecht überrannt und mit Spenden sowie viel Zuspruch für die kreative Idee bedacht. „Damit hatten wir gar nicht gerechnet. Manche haben deutlich mehr gespendet als nötig. Das hat uns sehr gefreut“, berichtet Laura Rodehüser. Besonders schön fand sie, dass der gesamte Freundeskreis von Anfang an mit anpackte: Gemeinsam wurde der improvisierte Stand aufgebaut, Teebeutel und Tassen organisiert und selbstgemalte Plakate im Nikolausdorf verteilt. Der Einsatz sprach sich rasch herum und zur großen Freude der Grundschülerinnen wurde die Tee-Aktion ein voller Erfolg.


Insgesamt kamen beeindruckende 216 Euro zusammen. Lediglich 10 Euro behielten die jungen Diestedderinnen zur Deckung ihrer Kosten ein. Der restliche Betrag wurde feierlich an die Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenzentrums Haus Maria Regina überreicht. Stellvertretend nahmen Heimleiterin Antje Rostalski, Björn Butterweck-Hunnekuhl, Leiter der sozialen Betreuungsangebote, sowie Bewohnerin Mechthild Kliewe vom Heimbeirat sichtlich gerührt die großzügige Spende der Freundinnen entgegen.
Seit einigen Monaten besteht bereits eine enge Mehrgenerationen-Kooperation zwischen der Grundschule und dem Seniorenzentrum in Diestedde. Zwar entstand die Tee-Aktion als Eigeninitiative des Freundeskreises, doch durch bestehende Brieffreundschaften mit den Seniorinnen und Senioren war es den Kindern ein besonderes Anliegen, etwas für die älteren Mit-Menschen zu tun.
Die Tee-Aktion in Diestedde zeigt eindrucksvoll, wie viel sich mit einer einfachen Idee erreichen lässt und dass selbst kleine Initiativen vor der eigenen Haustür eine große Wirkung für die Dorf-Gemeinschaft entfalten können. Hut ab, vor den jungen Diestedderinnen Isabella, Eva, Alma, Laura, Ida, Lisa, Paula und Anni, die sich so vorbildlich für den Zusammenhalt einsetzen. Sie planen bereits weitere Aktionen, um anderen Menschen zu helfen und gute Zwecke zu unterstützen.
Fotos/Text: B. Brüggenthies


