Wadersloh/Liesborn (mw/bb). Rund zweieinhalb Monate nach dem Einbruch in die Windenergieanlage am Zentralklärwerk am Herzebrockweg zeichnet sich eine Wiederinbetriebnahme ab. Wie aus einer aktuellen Mitteilung der Betreibergesellschaft „Wadersloh Wind“ als Antwort auf eine Presseanfrage von MW hervorgeht, haben die Reparaturarbeiten inzwischen begonnen, trotz zwischenzeitlicher Verzögerungen durch fehlende Ersatzteile.
In der Nacht zum 12. Februar 2026 hatten sich Unbekannte gewaltsam Zugang zu der Anlage verschafft. Während ein erster Einbruchsversuch über die Haupteingangstür scheiterte, gelangten die Täter über ein aufgehebeltes Stahltor ins Innere. Dort wurden Kabel beschädigt und entwendet. Bereits kurz nach der Tat war klar, dass der Eingriff erheblich war, nicht zuletzt wegen der Arbeiten an spannungsführenden Leitungen in mehreren Metern Höhe.
Nun liegt eine genauere Einschätzung des Schadens vor: Nach einem Reparaturangebot vom 3. März belaufen sich die Kosten auf rund 50.000 Euro. Der Auftrag an den Hersteller Enercon wurde kurz darauf, am 4. März, in Abstimmung mit dem Versicherer erteilt. Allerdings kam es im weiteren Verlauf zu Verzögerungen. Wie die Betreiber mitteilen, war ein beim Diebstahl beschädigtes Spezialkabel nicht lieferbar. Stattdessen musste kurzfristig eine alternative Lösung beauftragt werden. Erst nach dieser Anpassung konnten die Arbeiten konkret anlaufen. Seit dem 27. April laufen nun die Reparaturen an den Zugängen der Anlage. Die Instandsetzung der Verkabelung beginnt am 29. April. Wenn keine weiteren Probleme auftreten, soll die Windkraftanlage im Laufe des Mai wieder vollständig einsatzbereit sein.
Parallel dazu reagieren die Verantwortlichen auch auf die Sicherheitslage: Um künftige Einbrüche zu verhindern, wird die Anlage zusätzlich mit Überwachungs- und Warntechnik ausgestattet.
Die finanziellen Folgen des Vorfalls – sowohl die Reparaturkosten als auch die Einnahmeausfälle während des Stillstands – sind nach Angaben der Betreiber durch Versicherungen sowie einen Vollwartungsvertrag mit Enercon abgedeckt. Dennoch hatte der mehrmonatige Ausfall spürbare Auswirkungen auf den Betrieb. Bereits im Februar war von erheblichen monatlichen Einnahmeverlusten die Rede.
Der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Delikte ein: Bundesweit nehmen Einbrüche in Energieanlagen, insbesondere mit dem Ziel des Kabeldiebstahls, seit einiger Zeit zu. Für Betreiber bedeutet das nicht nur wirtschaftliche Einbußen, sondern auch steigende Anforderungen an die Sicherung kritischer Infrastruktur.
Quelle: Mitteilung der Gemeinde Wadersloh nach Anfrage von MW an „Wadersloh Wind“


