Kreis Warendorf/Wadersloh (mw/bb). Zum 50-jährigen Bestehen der Kreispolizeibehörde Warendorf blickt Landrat Dr. Olaf Gericke auf ein Jahr zurück, das sowohl von positiven Entwicklungen als auch von neuen Herausforderungen geprägt war. Während die Zahl der Verkehrstoten im Kreis zuletzt zurückging, nahmen Unfälle mit Verletzten zu – ein Trend, der auch die Verkehrssicherheitsarbeit weiterhin in den Fokus rückt. Vor dem Hintergrund sich wandelnder Mobilität, etwa durch die zunehmende Nutzung von Pedelecs und E-Scootern, setzt die Polizei verstärkt auf Aufklärung, Prävention und eine intensive Betreuung von Unfallopfern. Auch im Gemeindegebiet Wadersloh zeigt die aktuelle Verkehrsunfallstatistik für 2025, wie wichtig diese Maßnahmen bleiben.
Die Zahl der Verkehrsunfälle in der Gemeinde Wadersloh ist im Jahr 2025 wieder leicht gestiegen. Insgesamt registrierte die Polizei 83 Unfälle, sechs mehr als im Jahr zuvor. Damit liegt das Unfallgeschehen zwar weiterhin unter dem Höchststand von 2023 mit 90 Fällen, zeigt jedoch nach dem Rückgang 2024 erneut eine steigende Tendenz.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Unfällen mit Personenschaden. Während im Jahr 2024 noch 24 solcher Unfälle erfasst wurden, stieg ihre Zahl 2025 auf 31 Fälle. Positiv ist dabei, dass kein Mensch im Straßenverkehr ums Leben kam. Gleichzeitig nahm jedoch die Zahl der Schwerverletzten deutlich zu: Sie stieg von drei im Vorjahr auf zehn Personen. Auch die Zahl der Leichtverletzten erhöhte sich leicht von 24 auf 33 Betroffene. Insgesamt verunglückten damit 43 Menschen bei Verkehrsunfällen im Gemeindegebiet – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 28 Verletzten im Jahr 2024.
Ein anderes Bild zeigt sich bei den Sachschäden: Unfälle mit schwerem Sachschaden gingen von 15 auf neun Fälle zurück. Ebenfalls positiv ist die Entwicklung bei Alkoholunfällen – hier wurde 2025 kein einziger Fall registriert. Sorge bereitet hingegen weiterhin die Unfallflucht. In 43 Fällen entfernten sich Beteiligte unerlaubt vom Unfallort. Damit erreichte dieser Wert den höchsten Stand der vergangenen Jahre.
Bei der Betrachtung der Altersgruppen fällt besonders der starke Anstieg bei Kindern bis 14 Jahre auf. Nachdem im Jahr 2024 kein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt worden war, wurden 2025 zehn Kinder als Verunglückte registriert. Die größte Gruppe stellen jedoch weiterhin Erwachsene zwischen 25 und 64 Jahren mit 19 Betroffenen. Auch Seniorinnen und Senioren über 65 Jahre sind mit neun Verunglückten vergleichsweise häufig beteiligt.
Die meisten Unfälle ereigneten sich unter Beteiligung von Pkw. Insgesamt waren 27 der verunglückten Personen mit dem Auto unterwegs. Auffällig ist zudem die steigende Zahl von Radfahrerunfällen: Zehn verletzte Radfahrer wurden registriert, darunter sieben Nutzer von Pedelecs. Dieser Trend spiegelt die zunehmende Bedeutung elektrisch unterstützter Fahrräder im Straßenverkehr wider.
Auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl zeigt sich eine Verschlechterung der Unfalllage. Die sogenannte Verunglücktenhäufigkeitszahl, die die Zahl der Unfallopfer pro 100.000 Einwohner beschreibt, stieg von 217,93 im Jahr 2024 auf 334,68 im Jahr 2025.
Insgesamt ergibt sich damit ein gemischtes Bild für die Verkehrssicherheit in der Gemeinde Wadersloh: Zwar gab es im vergangenen Jahr keine Todesopfer und weniger alkoholbedingte Unfälle, gleichzeitig nahm jedoch die Zahl der Verletzten deutlich zu. Besonders der starke Anstieg bei schwer verletzten Personen sowie die hohe Zahl an Unfallfluchten stellen die Verkehrssicherheitsarbeit weiterhin vor Herausforderungen.
Symbolbild/Text: B. Brüggenthies, zugrunde liegende Quelle: Verkehrsunfallstatistik Kreispolizei

