Liesborn (mw/bb). Wenn ein Festzelt in der unmittelbaren Nähe der Abtei Liesborn zur Pilgerstätte wird, dann ist wieder Karneval bei den Romofreunden in Liesborn. Am Valentinstag wurde das Zelt zur Bühne für Tanz, Musik und große Emotionen. Das Motto des Abends: „Liesborner Karneval – das achte Weltwunder.“ Und tatsächlich lieferte das Programm genau das ab!
NICHT VERGESSEN: Der unbestrittene große Höhepunkt ist natürlich dann der große Rosenmontagsumzug. Am Rosenmontag, 16. Februar, setzt sich der bunte Karnevalistenlindwurm mit dem Zeremonienmeister und dem Wumm-Bollerwagen an der Spitze ab 14:11 Uhr in Bewegung.
Der Elferratsvorsitzende Rudolf Winkelhorst eröffnete den Abend mit einer Mischung aus Stolz und Augenzwinkern. Man habe zwar weder Eiffelturm noch Pyramiden, wohl aber den Karneval als „letztes, als achtes Weltwunder“. Ein besonderes Dankeschön richtete er an das Fanfarencorps Wadersloh, das über Jahre den Einzug begleitet hatte und diesmal aus terminlichen Gründen fehlte. Das dreifache „Liesborn Helau“ hallte dennoch kraftvoll durch das Zelt am Abteiring. Spätestens als die Moderator Konstantin Ellebrecht und Jonas Henke das Publikum zum gemeinsamen Schunkeln animierte, war klar: Diese Karnevalsparty würde keine Anlaufzeit brauchen. Aber zunächst gab es ein buntes Showprogramm der närrischen Extraklasse.

Den tänzerischen Auftakt gestaltete die Tanzgarde aus Holtum mit ihrem Showtanz „Medusa“. Düster, kraftvoll und mit aufwendig selbstgenähten Kostümen beeindruckten die Tänzerinnen, trainiert von Hanna Klump und Julia Langer, das Publikum. Die Bühne schien fast zu klein für die energiegeladene Performance. Eine lautstark geforderte Zugabe war die logische Konsequenz. Nicht weniger Applaus erhielten die Juniorinnen aus Holtum mit ihrem „Eiskönigin“-Tanz. Zu Melodien aus Frozen brachten sie das Zelt zum Schmelzen. „Willst du einen Schneemann bauen?“ – das Publikum sang textsicher mit. Auch hier: Zugabe selbstverständlich.



Einen weiteren Höhepunkt setzte die Gruppe „Kommando Konfetti“. Seit 2020 fester Bestandteil des Vereinslebens, präsentierten sie ihre „Liesborn-Hymne“. Auch die Juniorengarde der Romofunken bewies eindrucksvoll, warum sie als Aushängeschild des Liesborner Karnevals gilt. Der Lärmpegel erreichte neue Dimensionen, inklusive eigenem Fanclub im Publikum.



Viele Emotionen: „Queen“ feierte ihr Comeback im Festzelt und ein Aktivengarde-Quartett tanzte ein letztes Mal mit
Für einen nostalgischen Gänsehautmoment sorgte schließlich eine Hommage an die britische Erfolgs-Band „Queen“. Als Freddie Mercury betrat Markus (Bismor) mit seiner Gang die Bühne. Stilecht mit Schnurrbart und Wembley-Pathos. Mit „We Are The Champions“ und „We Will Rock You“ bebte der Zeltboden spürbar. Das Publikum übernahm bereitwillig die berühmten „Eo“-Rufe und bewies, dass Liesborn auch stadiontauglich feiern kann (der SV Westfalen 21 kann sicher auch Lieder davon singen).



Den tänzerischen Schlusspunkt setzte die Aktivengarde der Romofunken, seit 2011 fester Bestandteil des Programms. Präzision, Tempo, Hebefiguren: Die Tanzbeine flogen bis unter das Zeltdach. Die Damen ließen es stimmungsmäßig so richtig knallen! Wow! Doch dann wurde es ein wenig stiller im Zelt. Vier verdiente Mitglieder verabschiedeten sich von der aktiven Bühne: Lena Baumhöer, Kira Luster-Haggeney sowie die beiden Mitbegründerinnen der Romofunken, Viola Westermann und Elisa Drees. Seit den Anfängen (einst aus der Fußgruppe „Hormonpower“ hervorgegangen) haben sie den Verein geprägt. Blumen, Umarmungen und minutenlanger Applaus machten deutlich, welchen Stellenwert sie genießen. Der Karneval bleibt ihnen erhalten, nur die Tanzschuhe werden künftig etwas seltener geschnürt. Wie angekündigt, floßen dennoch viele Tränen. Aber vor allem Freudentränen, denn die Romofunken haben bekanntermaßen eine Warteliste der Warteliste. Der Nachwuchs steht in den Startlöchern. Ein eindrucksvolles Gesamtwerk wurde da geschaffen!




Zum Abschluss versammelten sich Elferrat, Garden und Musiker gemeinsam auf der Bühne. Das Zelt sang, klatschte und schunkelte ein letztes Mal im Rahmen des ausklingenden Showprogramms. Die Theke blieb geöffnet, die Tanzfläche sollte gleich freigeräumt werden, denn Feiern gehört in Liesborn zum Pflichtprogramm. Und wird am Rosenmontag mit dem traditionellen Romo-Umzug samt anschließender Zeltparty fortgesetzt. Was bleibt also noch zu sagen? Das „achte Weltwunder“ ist weniger ein Bauwerk (oder ein Ort), als ein Gemeinschaftsgefühl. Der Liesborner Karneval ist eine echte Herzenssache, nicht nur am Valentinstag! Liesborn Helau!
Fotos/Text: B. Brüggenthies



