Wadersloh (mw). Die Wadersloherin Melanie Wapelhorst hat der MW-Redaktion einen Leserbrief zu der Diskussion um einen möglichen Unterstand (Carport) an der Hundewiese in Wadersloh zukommen lassen (MW berichtete). Die Verfasserin äußert deutliche Kritik an der Ablehnung eines Zuschusses von 800 Euro. Sie zeigt sich irritiert über die Argumentation der Lokalpolitik, insbesondere der CDU, die sich auf die angespannte Haushaltslage beruft, während andere freiwillige Ausgaben der Gemeinde nicht infrage gestellt würden. Der Leserbrief im Wortlaut:
Leserbrief von Melanie Wapelhorst (Ortsteil Wadersloh)
„Bürgerschaftliches Engagement seitens der CDU anscheinend nicht gewollt
Ich beziehe mich in diesem Leserbrief auf die Berichterstattung zum Antrag eines Unterstandes auf der Hundewiese im Bau-, Planungs- und Strukturausschuss der Gemeinde Wadersloh.
Vorweg möchte ich erwähnen, dass ich kein Nutzer der Hundewiese bin und auch nichts mit dem Antrag bzw. der Anfrage seitens der Nutzer zu tun habe. Dennoch bin ich schwer erschrocken und irritiert über die Aussagen einiger Lokalpolitiker und die Beschlüsse in oben genannter Ausschusssitzung.
Wenn es jetzt aufgrund der knappen Haushaltslage nur noch darum geht, „was zwingend notwendig ist“, dann ist ja wohl zu erwarten, dass es ab diesem Jahr keine bepflanzten Blumenkübel an den Straßenlaternen, kein Bildhauersymposium, kein Ausflug der Senioren und vieles mehr nicht mehr gibt. Weil auch das sind, je nach eigener Meinung, Dinge, die nicht zwingend notwendig sind und den Haushalt der Gemeinde Wadersloh belasten. Aber das will doch seitens der Politik und insbesondere seitens der CDU wohl niemand zur Diskussion stellen – oder? Und die Bürgerinnen und Bürger hätten vermutlich ebenso diverse Einwände bei den genannten Einschnitten.
Was soll denn anhand des beantragten Zuschusses in Höhe von 800,-€ das „klare Signal“ sein? Dass die Gemeinde sparen muss? Dann doch wohl auch bei den oben genannten Beispielen.
Weiterhin ein völlig abwegiger Hinweis auf eine mögliche Nutzung des Jugendverweilraums. Dieser ist, wie die genannten Politiker vielleicht wissen sollten, von und für die Jugendlichen der Gemeinde geschaffen worden. Und eben nicht für die Nutzer der Hundewiese.
Wenn dann abschließend noch in Bezug auf „Renovierungs- und Folgekosten“ argumentiert wird, dann finden sich auch genügend Beispiele, dass das an anderer Stelle anscheinend kein Thema ist. Beispielsweise muss die neu errichtete Liegebank an der Bentelerstraße zukünftig auch gepflegt und in verkehrssicherem Zustand gehalten werden. Diese Kosten trägt ja auch die Gemeinde.
Bei erwarteten 85.000,- € an Einnahmen aus der gemeindlichen Hundesteuer erscheint eine Unterstützung von 800,-€ für das Projekt geradezu lächerlich. Zudem haben die hinter dem Antrag stehenden Nutzer der Hundewiese ja anscheinend schon zugesagt, dass die restlichen Kosten über Fördermittel und/oder Sponsoren abgedeckt werden und sie die Arbeiten selbst übernehmen. Dieses bürgerschaftliche Engagement ist aber anscheinend insbesondere seitens der CDU nicht gewollt. Anders kann man sich nicht erklären, dass nicht nur der Antrag abgelehnt wurde, sondern dass direkt auch noch ein Beschluss gefasst wurde, dass seitens der Gemeinde kein Geld bereitgestellt wird. Ich finde das nur traurig und es ist ein Schlag ins Gesicht derer, die sich ehrenamtlich für die Gemeinde einbringen wollen. Man hätte zumindest weitere Gespräche mit den Anfragenden abwarten können.
Auch wenn die Schutzhütte nur einer bestimmten Bevölkerungsgruppe, den Hundebesitzern, zugutekommt, so sollte man aber bedenken, dass auch die Hundewiese ein Aushängeschild für die Gemeinde ist und sie gut besucht wird.“
Leserbrief von Melanie Wapelhorst
Anm. d. Red.: Leserbriefe spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. Mein-Wadersloh.de behält sich eine Veröffenlichtung und die Kürzung von Einsendungen vor.


