Wadersloh (mw/bb). Im kommenden 1. Ausschuss für Schule, Kultur und Sport der Gemeinde Wadersloh wird am 10. Februar im öffentlichen Sitzungsteil über einen Antrag der FWG-Fraktion zur Anschaffung einer elektrisch unterstützten Fahrrad-Rikscha beraten.
Die FWG-Fraktion beantragt, eine E-Fahrrad-Rikscha für die Gemeinde Wadersloh anzuschaffen, diese in das bestehende Verleihsystem „We Bike“ (am „Hotel Karger“) zu integrieren, geeignete Fördermöglichkeiten zu prüfen und das Projekt in die Haushaltsplanberatungen 2026 aufzunehmen. Ziel ist es, das kommunale Mobilitätsangebot um eine inklusive und klimafreundliche Transportmöglichkeit zu erweitern, insbesondere für Seniorinnen und Senioren, Menschen mit eingeschränkter Mobilität sowie Familien mit kleinen Kindern.
Nach Angaben der Verwaltung liegen die Anschaffungskosten bei rund 10.000 Euro. Im Rahmen einer möglichen LEADER-Kleinprojektförderung könnten bis zu 80 Prozent der Kosten übernommen werden, sofern ein Projektträger den verbleibenden Eigenanteil trägt. Eine unverbindliche Bedarfsabfrage bei Senioreneinrichtungen in der Gemeinde ergab, dass grundsätzlich Interesse an einer Fahrrad-Rikscha besteht. Auf Anfrage von MW teilte die Einrichtungsleiterin der SMMP-Einrichtungen in Wadersloh und Diestedde, Antje Rostalski, mit, dass eine E-Fahrrad-Rikscha grundsätzlich eine gute Ergänzung für die Bewohnerinnen und Bewohner wären. Bisher habe nur die SMMP-Einrichtung in Stromberg ein solches Angebot.
Ein Problem könnte allerdings der fehlende Stellplatz sein, sofern die Rikscha bei „We Bike“ untergebracht werden soll. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung teilte Wilhelm Karger als Betreiber des Fahrrad-Verleihsystems mit, dass eine Integration der Rikscha aufgrund fehlender Stellflächen derzeit nicht möglich sei. Über den Antrag und das weitere Vorgehen entscheidet der Ausschuss im Rahmen der Sitzung.
Kommentar: Zusätzliche Leih-E-Zweiräder allein reichen nicht aus, auch die Infrastruktur muss passen
Der Einsatz der FWG ist grundsätzlich als positiv zu bewerten, vor allem aufgrund des inklusiven Chrakters, der mehr soziale Teilhabe ermöglicht. Unabhängig von der Frage einer E-Rikscha-Anschaffung sollte das bestehende Mobilitätsangebot der Gemeinde Wadersloh aber insgesamt deutlich stärker beworben werden. Das kommunale Verleihsystem „We Bike“ ist vielen Bürgerinnen und Bürgern nach wie vor zu wenig bekannt, insbesondere die seinerzeit angeschafften (kostenlos ausleihbaren) E-Lastenräder, die für Einkäufe, Familien und Alltagswege eine echte Alternative zum Auto darstellen.
Hinzu kommt: Attraktive Angebote an Leih-Zweirädern allein reichen nicht aus. Die Radwege-Infrastruktur in der Gemeinde Wadersloh ist aus Sicht des Autors (der rund 3.000 KM mit dem Rad pro Jahr zurücklegt) weiterhin verbesserungswürdig. Insbesondere zwischen den Ortsteilen Liesborn und Diestedde und von Diestedde nach Wadersloh. Ausgebaut wurde mit Fördermitteln zuletzt u.a. am Ortseingang Liesborn. Der Radweg führt leider ins sprichwörtliche Nirgendwo und verbessert nur wenig die Sicherheit an der Geiststraße/Beckumer Straße. Erst mit sicheren, durchgängigen und gut ausgebauten Radwegen kann nachhaltige Mobilität ihr volles Potenzial entfalten. Bis es soweit ist, prägen weiter Warnschilder die münsterländische Parklandschaft.


Fotos/Text/Kommentar: mw/bb.


