Diestedde (mw). Im Jahr 1935 fanden sich auf der offenen Gartenverandabahn der Gaststätte Steinhoff einige kegelbegeisterte Herren zusammen und legten den Grundstein für den Kegelclub „Junge Kanonen“. Was als gesellige Runde begann, entwickelte sich über neun Jahrzehnte zu einer festen Größe im Diestedder Vereinsleben. Zum gemeinsamen Schnitzelessen war seinerzeit sogar ein Boxweltmeister in den Anfangsjahren des Kegelclubs zugast.
Prominente Gäste waren seinerzeit in Diestedde oft gesehen: Boxweltmeister Max Schmeling (1930 und 1932) war ebenso mit seiner Frau Anni Ondra zu Gast wie Fußball-Legende Helmut Rahn, der 1954 mit seinem Siegtreffer im WM-Finale gegen Ungarn deutsche Fußballgeschichte schrieb. Die leckere Hausmannskost und Geselligkeit der Diestedder Gastronomie wollte man sich einfach nicht entgehen lassen. Die sorgsam gepflegte Chroniken seit der Vereinsgründung dokumentieren in Wort und Bildern eindrucksvoll die lebendige Geschichte der Gemeinschaft, die nun die neunte Dekade infolge das Gesellige pflegen.
Früh gehörten gemeinsame Ausflüge zum Vereinsleben der „Jungen Kanonen“. Auf einer von einem Schimmel gezogenen Pferdekarre ging es zu Gaststätten der umliegenden Bauerschaften und bis in die Nachbargemeinden. Auch beim Dorfjubiläum „850 Jahre Diestedde“ im Jahr 1986 waren die „Jungen Kanonen“ präsent: Mit einem zeitgerecht gestalteten Jagdwagen, gezogen von einer Haflingerstute, stellte sich die verschworene Gemeinschaft der Öffentlichkeit vor. In den vergangenen Jahrzehnten unternahm der Kegelclub zahlreiche Kegeltouren. Ziele zwischen Nord- und Ostsee, der Zürichsee, Holland, Berlin sowie Hameln (inklusive einer Übernachtung in einem ehemaligen Gefängnis) sind bis heute fest im kollektiven Gedächtnis verankert.

Noch immer trifft sich die Stammtischrunde im Zwei-Wochen-Rhythmus in der heimischen Gastronomie. Gespräche über das Dorfleben, Begegnungen mit Menschen, Dönekes aus früheren Zeiten und Aktuelles bilden dabei augenzwinkernd die „Schnäpse“ des Abends.
Quelle: Junge Kanonen, Diestedde



