Münster (mw/bb). Die Reaktivierung der Strecke der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) zwischen Münster und Sendenhorst rückt in greifbare Nähe. Die Bezirksregierung Münster hat das seit rund fünf Jahren laufende Planfeststellungsverfahren für das rund 133 Millionen Euro schwere Infrastrukturprojekt weitgehend abgeschlossen. Nach Angaben der Bezirksregierung und Medienberichten soll der entsprechende Beschluss schon im Januar 2026 gefasst werden. Damit wäre eine zentrale Voraussetzung erfüllt, um die Strecke in den kommenden Jahren für den Personenverkehr wieder nutzbar zu machen.
Der aktuelle Projektplan sieht vor, dass ab 2027 (ursprünglich: 2026) erste batteriebetriebene Züge zwischen Münster und Sendenhorst verkehren. Die Wiederinbetriebnahme der 21 Kilometer langen Strecke bildet den Auftakt für das Großprojekt „S-Bahn Münsterland“, mit dem das Land NRW den Schienenverkehr in der Region bis 2040 umfassend ausbauen und modernisieren will. Die WLE hatte die erforderlichen Unterlagen bereits 2020 bei der Bezirksregierung eingereicht. Es folgte ein mehrstufiges Verfahren, das die gesetzlich vorgeschriebene Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange umfasste.
Für die Reaktivierung arbeiten mehrere Akteure zusammen: Die WLE ist verantwortlich für Planung und Bau sowie die Antragstellerin im Verfahren. Der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) ist Aufgabenträger und zuständig für Finanzierung und künftigen Betrieb. Die Städte Münster und Sendenhorst sowie der Kreis Warendorf sind verantwortlich für die städtebauliche und verkehrliche Integration der Haltepunkte. Ursprünglich war die Inbetriebnahme für 2026 vorgesehen. Durch Verschiebungen werden die ersten Züge nun für 2027 erwartet.
Hintergrund: Wichtiger Baustein der Verkehrswende im Münsterland
Die Reaktivierung der WLE-Strecke soll die Straßen entlasten, CO₂-Emissionen reduzieren und eine zuverlässige, staufreie Anbindung an den Hauptbahnhof in Münster schaffen. Im zukünftigen Regeltakt sind drei Züge pro Stunde und Richtung zwischen Münster Hbf und Münster-Wolbeck vorgesehen, zwei pro Stunde bis Sendenhorst.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Rehbaum (Sendenhorst), der die Strecke seit Jahren unterstützt, begrüßt die bevorstehende Entscheidung der Bezirksregierung und wagt auch einen Blick in die Zukunft für den Personenverkehr in den Ortsteilen von Wadersloh:
„Seit Jahren haben ich mich – zusammen mit vielen anderen Befürwortern – für die Reaktivierung eingesetzt, die auch mit meiner Stimme als damaliger Landtagsabgeordneter im Jahre 2019 beschlossen wurde. Bereits ab Sommer 2027 sollen dort wieder Züge rollen – und zwar vollelektrisch. So werden zum Beispiel auch meine Heimatgemeinde Sendenhorst, aber auch Nachbarorte wie Hoetmar, Vorhelm oder Enniger davon profitieren, dass Münster auf direktem Wege erreichbar sein wird, und ebenso können Pendler aus Münster die großen Industriebetriebe im Kreis Warendorf oder z.B. das Krankenhaus in Sendenhorst schneller erreichen. Eine großartige Nachricht, nicht nur für Albersloh und Sendenhorst, sondern auch für die geschätzten 6.500 täglichen Pendler, die die WLE nutzen werden.“
Mit Blick auf eine mögliche spätere Verlängerung der Strecke bis in die Gemeinde Wadersloh und Lippstadt äußerte Rehbaum auf Anfrage von MW zudem Optimismus: „Ja, ich bin zuversichtlich, dass die Reaktivierung möglich ist. Die Verlängerung über Enniger, Neubeckum, Waderslohs Ortsteile und Lippstadt wäre absolut sinnvoll, und ich habe mich bereits 2019 nach dem Beschluss im Landtag bei der WLE-Geschäftsführung in Lippstadt für die nächsten Schritte Richtung Beckum und Lippstadt eingesetzt. Die Machbarkeitsstudie des Schienenzweckverbands NWL sieht gute Möglichkeiten.“
zus. Quellen: BR Münster, NWL, H. Rehbaum




