Diestedde (mw/bb). Großalarm in Diestedde! „Im Holte brennt’s“, hallt es durch den Funk in der Einsatzzentrale. Zwischen Beckum und Diestedde entlang der Münsterstraße (B58) steigt schon Rauch in den herbstlichen Samstagsnachmittagshimmel. Zum Glück ist es nur eine Übung, aber eine bedeutungsvolle für den Löschzug Diestedde der Freiwilligen Feuerwehr Wadersloh. Jede Minute zählt: Zugleiter Rainer Schulze Frielinghaus und Einsatzleiter Kevin Scherf müssen mit ihren Kameradinnen und Kameraden zwei Menschenleben retten.
Noch bevor das erste Einsatzfahrzeug mit Blaulicht von der Münsterstraße auf die Nebenstraße „Im Holte“ abbiegt, haben sich schon rund 50 interessierte Besucher auf der Hofanlage der Familie Schröer eingefunden. Neben der Ehrenabteilung sind es viele Familien, die den Feuerwehrleuten über die Schulter schauen möchten. Einige der Einsatzkräfte sind nur wenige Jahre älter als die jüngeren Besucher, denn auch fünf Mitglieder der Jugendfeuerwehr helfen tatkräftig mit.











Das Szenario bestand darin, dass es zu einer Verpuffung in einer Halle gekommen ist. Zwei Menschen gelten zu diesem Zeitpunkt als vermisst. Der Rauch wird dichter. Der schwere Atemschutz wird angelegt. Die Ausgangslage ist fiktiv, aber dennoch sollen die Bedingungen realen Einsätzen entsprechen, denn in einem „echten“ Einsatz zählt jede Minute und jeder Handgriff. Drei Trupps sind für die Menschenrettung im Einsatz. Eine Person ist eingeklemmt, so dass schweres Werkzeug zum Einsatz kommt. Andere kümmern sich derweil um die Wasserversorgung. Diese ist rund 400 Meter entfernt in einem Unterwassertank an einem Hähnchenstall – auch das ist ein besonderes Einsatzszenario. Denn dazwischen befinden sich Bahngleise, die eine Rinne für die Feuerwehrschläuche aufweisen.

22 Feuerwehrleute und fünf Jugendfeuerwehrleute geben alles. Letztere werden von den erfahrenen Kameraden eingewiesen. Beim Verhindern eines Übergreifens des Feuers auf die weiteren Gebäude, wird auch das Löschen auf dem Areal mittels der sogenannten Riegelstellung geprobt. Mit Spannung verfolgen die Gäste die Abläufe. Die Kinder dürfen etwas abseits des Einsatzorts auch erste Erfahrungen mit der Feuerwehrarbeit in der Praxis erleben. Neben der Ausrüstung und den Vorgängen selbst sind die Kinder vor allem von den Feuerwehrfahrzeugen, wie dem LF10 oder dem Katastrophenschutz-Fahrzeug, begeistert. Beide erlauben, dass die Fahrzeuge über Buchten schon während der Anfahrt Schläuche auslegen können. Das spart wertvolle Zeit.







Zu sehen gab es viel am Samstag. Dem Löschzug in Diestedde ist es wichtig, dass die Ehrenabteilung Teil der Übung ist. Als Beobachter haben sie mit ihrer Erfahrung eine wertvolle Funktion bei der abschließenden Manöverkritik. Die fiel positiv aus: Zu bemängeln gab es nichts. Allenfalls wird konstruktive Kritik geäußert. Die Personen (lebensgroße Puppen) sind in Sicherheit, der Hof der Familie Schröer gerettet, und Diestedde darf beruhigt mit der Gewissheit ins Wochenende gehen, dass die Feuerwehr auf das Nikolausdorf aufpasst. Und am Feuerwehrnachwuchs mangelt es definitiv ebenfalls nicht!
Fotos/Text: B. Brüggenthies
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