Diestedde / Ennigerloh (mw/bb). Das Stiftungszentrum Schloss Crassenstein kündigte es bereits an, nun fand die erste Vorstellungsrunde der Stiftungen im Kaminzimmer des Diestedder Wahrzeichens statt. Gleich zwei Referenten stellten am Mittwochabend umfassend die Struktur und Arbeit der gemeinnützigen Rottendorf-Stiftung vor. Während Rainald Gehringhoff (Kuratorium Rottendorf-Stiftung) das vielfältige Wirken der Organisation vorstellte, vervollständigte Dr. Silke Huster, seit 2007 CEO von Rottendorf Pharma, das Bild mit Einblicken in das Unternehmen, das seit 2021 in vollständigem Anteilseigentum der Stiftung ist.

Als Vorsitzender des Stiftungszentrums zeigte sich Dr. Frank Röschinger überaus zufrieden über den guten Zuspruch auf die jüngste Veranstaltung unter dem Dach des Schlosses. Vor rund zwei Jahren wurde das Stiftungszentrum Schloss Crassenstein als Netzwerk für regionale Stiftungen aus der Taufe gehoben. Zielsetzung ist die Zusammenarbeit und der Austausch für gemeinwohlorientierte Projekte.
Mit der Vorstellung der Rottendorf-Stiftung und der Rottendorf Pharma GmbH mit Sitz in Ennigerloh gab es am Mittwoch einen informativen Einblick in zwei Teilen. Als Kuratoriumsmitglied der Rottendorf-Stiftung stellte Rainald Gehringhoff in seinem Teilvortrag die Arbeit der Stiftung vor. Der wesentliche Stiftungszweck ist die Förderung der pharmazeutischen Forschung. Darüber hinaus ist es der Leidenschaft des Unternehmensgründers Andras Rottendorf für Kultur (u.a. war er eng mit dem Vellerner Künstler H. G. Bücker befreundet) und die plattdeutsche Sprache zu verdanken, dass es viele Projekte zur Förderung und dem Erhalt von plattdeutschem Kulturgut gibt. Darunter der renommierte „Rottendorf-Preis“, der seit 1963 vergeben wird.
Im Herbst 2022 begann die Einrichtung einer für zehn Jahre angelegten Stiftungsprofessur für „Pharmazeutische Technologie“an der Universität Münster. Erst in dieser Woche sagten Rottendorf Pharma und die Rottendorf-Stiftung dem Verein „Be-Ukraine“ Spendengelder in Höhe von 50.000 Euro für die Umsetzung von Hilfsprojekten in den Erdbebengebieten in der Türkei und Syrien zu. Fest verankert in der Stiftungssatzung ist darüber hinaus, dass das Unternehmen Rottendorf Pharma am Standort Ennigerloh erhalten bleiben muss.




Im zweiten Teil des Vorstellungsabends gab Geschäftsführerin Dr. Silke Huster Einblicke in die aktuelle Entwicklung des Ennigerloher Unternehmens. An drei Standorten am Stammsitz Ennigerloh, einer Niederlassung in Bozeman (Montana) in den USA sowie künftig an einem weiteren Standort in Oelde produziert und entwickelt Rottendorf Pharma als Dienstleister Pharmaprodukte in festen Darreichungsformen für Kunden weltweit. Rund 6 Mrd. Tabletten werden in Chargen bis zu 6 Mio. Stück pro Jahr hergestellt.
Zuletzt konnte das Betriebsergebnis deutlich gesteigert und ein großes Wachstum verzeichnet werden. Eine der größten Investitionen in der Firmengeschichte war der Bau einer neuen Verpackungshalle mit einem Investitionsvolumen von 40 Mio. Euro. Ein aktuelles Großprojekt ist der Bau einer weiteren Produktionsanlage in Oelde. Als Herausforderung gilt – wie in vielen Branchen derzeit – das Finden von Fachkräften. In diesem Bereich möchte Rottendorf die Ausbildungsmöglichkeiten erweitern.
Neben der ausführlichen Vorstellung der Rottendorf-Stiftung zeichnete sich die Abendveranstaltung durch eine anschließende Diskussionsrunde und einen abschließenden Austausch aus. Der Auftaktveranstaltung zur Vorstellung der Stiftungen unter dem Dach des Stiftungszentrums sollen im Jahresverlauf weitere Veranstaltungen folgen.
Fotos/Text: mw/bb.

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