Wadersloh (mw/bb). Die Osterferien sind vorbei, doch zur Schule geht am Montag vorläufig kaum ein Schüler. Zumindest der Präsenzunterricht bleibt diese Woche den Schüler:innen der Abschlussklassen vorbehalten. Für alle anderen beginnt die Schule am Montagmorgen im Distanzunterricht. Einmal mehr wurden die Schulen dabei sehr kurzfristig vom Ministerium für Schule und Bildung darüber in Kenntnis gesetzt.
„Das bis dato immer noch unsicher einzuschätzende und schwer zu bewertende Infektionsgeschehen nach der ersten Osterferienwoche und dem Osterfest mit diffusen Infektionsausbrüchen erfordert eine Anpassung des Schulbetriebes in der kommenden Woche. Deswegen hat die Landesregierung für alle Schulformen und alle Schülerinnen und Schüler entschieden, begrenzt für die eine Woche nach den Osterferien, Distanzunterricht vorzusehen. Ausgenommen bleiben die Schülerinnen und Schüler in den Abschlussklassen der Sekundarstufe I und der Sekundarstufe II inklusive der Qualifikationsphase 1, die sich weiterhin auch im Präsenzunterricht auf die Prüfungen vorbereiten können“, wird Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) in einer Pressemitteilung der Landesregierung zitiert. Zeitgleich erfahren auch die Schulleiter:innen in NRW von den Plänen.
Der Schulleiter der Sekundarschule Wadersloh, Dr. Rainer Großbröhmer, zeigt sich nicht mehr überrascht über die kurze Vorlaufzeit zum Handeln und ist beruhigt, dass zumindest die Abschlussklassen vor Ort unterrichtet werden können: „Laut aktueller Schulmail vom Donnerstagabend werden wir unsere vier Abschlussklassen im Präsenzunterricht in der Schule haben. Dies halte ich auch für sehr wichtig, da wir unsere Abschlussschüler*innen gezielt auf die Zentralen Abschlussprüfungen vorbereiten wollen, die bereits im Mai anstehen“, sagt Dr. Großbröhmer auf Anfrage von MW.
Die Schüler:innen der Jahrgangsstufen 5-9 werden in der Woche vom 12. April bis 16. April 2021 im Distanzunterricht verbleiben. Wie es dann weitergeht, steht noch in den Sternen. „Wir sind auf alle Szenarien vorbereitet. Ärgerlich ist die kurzfristige Mitteilung schon, auf der anderen Seite ist dies aber auch nicht mehr überraschend. So neu ist die Situation für uns als Sekundarschule ja leider nicht“, so der Schulleiter. Über die aktuellen Änderungen hat die Sekundarschule Schüler, Eltern und Kollegium über die digitale Unterrichts-Plattform „IServ“ und über die Schul-Webseite informiert.
Ohne negativen Schnelltest keine Teilnahme am Unterricht
Das weiterhin größte Problem beim Präsenz- und Wechselunterricht: Die Durchführung der wichtigen Corona-Schnelltests. „Für die Testungen in der nächsten Woche stehen erstmal genügend Testkits zur Verfügung. Die Schüler*innen, die am Präsenzunterricht teilnehmen, werden dann auch getestet. Die Schüler*innen, die eine Widerrufserklärung ihrer Erziehungsberechtigten nachweisen und nicht getestet werden wollen, dürfen laut Erlass des Schulministeriums nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Sie werden auf Distanz unterrichtet“, teilt Dr. Großbröhmer mit. Tests sind also ausreichend vorhanden, problematischer sieht es da beim verfügbaren Impfstoff aus. Während die Lehrer:innen des Grundschulverbunds bereits vor Wochen die erste Impfdosis erhalten haben, sieht es bei den weiterführenden Schulen noch schlecht aus. „Leider sind die Lehrer*innen der weiterführenden Schulen bei den Impfungen noch nicht an der Reihe“, bedauert der Schulleiter die aktuelle Impfsituation.
Für die Schüler:innen und Lehrer:innen ist die aktuelle Situation nicht einfach, auch wenn man sich inzwischen an den „Digitalen Unterricht“ gewöhnt hat. Schulleiter Großbröhmer betonte in der Vergangenheit häufiger, dass der soziale Austausch vor Ort nicht durch Distanzunterricht ausgeglichen werden kann. Wie lange die Schulbänke noch leer bleiben müssen? Das bleibt weiterhin unklar. Vor allem die Schüler:innen die mit dem Lernstoff noch etwas zurück sind, werden gezielt von der Schule unterstützt. Darauf legt das Kollegium der Sekundarschule großen Wert: „Schüler*innen mit besonderem Unterstützungsbedarf werden durch unsere Pädagogen im gemeinsamen Lernen zum Teil individuell betreut. Auch die Notbetreuung an unserer SKW läuft wie geplant weiter. Diese Unterstützung läuft bestens.“
Text: mw/bb., zusätzliche Quelle: Land NRW (ext. Link)

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