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Aktion gegen Rassismus: Schülerinnen erheben ihre Stimmen

Wadersloh (mw/bb). Der Tod des Afroamerikaners George Floyd bewegt die ganz Welt. Nachdem der USA-Amerikaner am 25. Mai in Minnesota bei einer gewaltsamen Festnahme durch einen Polizisten ums Leben kam, zeigen die Menschen überall Solidarität und demonstrieren gegen Rassissmus. Auch die drei Wadersloher Schülerinnen Josie Laas, Nele Bayer und Laura Fatelli erheben ihre Stimme. Die drei Freundinnen starteten vergangene Woche dazu eine besondere Aktion.

An vielen Stellen in Wadersloh und Diestefdde tauchten in diesen Tagen angemalte Steine auf. Anders als bei der Bunten-Steine-Aktion, die seit Ostern weite Kreise zog, sollen diese besonderen Steine aber nicht weiterverteilt, sondern an Ort und Stelle bleiben. Sie tragen kurze Botschaften und den Hashtag „#RaiseYourVoice“. „Ich war sprachlos, als ich aus den Medien von dem Tod von Georg Floyd erfahren habe und wollte einen Beitrag dazu leisten, auf den Fall aufmerksam zu machen und meine Stimme zu erheben“, berichtet Josie Laas im Interview mit Mein-Wadersloh.de. Schnell konnte sie auch viele in ihrem Freundeskreis dazu überreden, ebenfalls ihre Stimmen zu erheben und gegen Rassismus auf eine kreative Art und Weise zu demonstrieren. „Raise your Voice“ (zu Deutsch: „Erhebe deine Stimme!“) prangt seitdem nicht nur auf Steinen, sondern auch auf erklärenden Hinsweistexten und auf selbstgestalteten T-Shirts. Die 14 und 15 Jahre alten Freundinnen Josie, Nele und Laura fanden schnell weitere Mitstreiter, die sich dem Anliegen anschlossen. Immer mehr Steine wurden beschriften und finden mittlerweile den Weg zu den Menschen – auch über die Gemeindegrenze hinaus.

An vielen Orten in der Welt wurde 8:46 Minuten Stille als Protest eingelegt. Genau die Zeit, die ein Polizist auf dem Nacken von George Floyd kniete, der in seinem Todeskampf immer wieder flehte, dass er keine Luft bekomme – bis es dann zu spät war. Für die drei Schülerinnen des Gymnasiums Johanneum stand unmittelbar danach fest, dass sie ihre Stimmen gegen Rassismus erheben möchten.

Die Idee für die Steine war geboren und wurde direkt umgesetzt. „Die ganze Sache ist einfach schrecklich. Wir wollten nicht untätig bleiben und etwas machen. Auf Demos zu gehen kommt aufgrund der Corona-Situation derzeit nicht infrage. Daher war die Idee für die Steine-Aktion unsere Möglichkeit, um die Menschen aufmerksam zu machen“, berichten die drei Jugendlichen. Statt Steine zu teilen, sind sie ein Symbol für mehr Zivilcourage und gegen Rassismus. Via Whatsapp koordinieren sich die Gruppe und möchte weitere Stimmen überzeugen, gehört zu werden. Mit ihrem Engagement sollen die Menschen zum Nachdenken gebracht werden. Wer einen der Steine entdeckt, soll deisen fotografieren und die Botschaft somit weitertragen. Auf einem erklärenden Info-Zettel rufen die Schülerinnen auch dazu auf, dass Menschen Geld für den guten Zweck spenden und Petitionen unterstützen sollen. Der Text schließt mit der Unterschrift „Eine Gruppe Jugendlicher mit Hoffnung und Zuversicht“. Weitere Aktionen sind bereits in Planung!

Kommentar: Ein eindrucksvolles Beispiel für Zivilcourage junger Menschen in Wadersloh

Ein bemerkenswerter Einsatz junger Menschen, die sich für eine gute Sache einsetzen und andere begeistern, es ihnen gleichzutun. In Zeiten Coronabedingten Unterichtsausfalls wird der „Politikunterricht“ einach eigeninitiativ in der Praxis umgesetzt. #RaiseYourVoice zeigt eindrucksvoll, dass sich junge Menschen für etwas einsetzen und ihre Stimme erheben, um auf Missstände in der Gesellschaft hinzuweisen. Dafür verdienen die jungen Schüler Respekt und Anerkennung.

Fotos/Text/Kommentar: Benedikt Brüggenthies


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Gründer & Chefredakteur von Mein-Wadersloh.de

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