Mühlenbach GbR: Gemeinsam mehr erreichen – Wie drei landwirtschaftliche Betriebe ihre Kräfte in der Erntezeit bündeln

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In der idyllischen Landschaft schlängelt sich ein kleiner Fluss durch die münsterländische Parklandschaft. In Liesborn als Liese bekannt, in Wadersloh als Rottbach und in Diestedde als Mühlenbach. So wie die drei Ortsteile durch das Wasser der Liese verbunden sind, so haben sich drei landwirtschaftliche Betriebe als Mühlenbach GbR für das Erreichen eines gemeinsamen Ziels verbunden. Mein-Wadersloh.de hat das Unternehmen besucht und sich über die außergewöhnliche Kooperation informiert.

Fünf Landwirte bündeln ihre Kräfte

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„Es muss etwas regionales sein. Die Leute sollen etwas damit verbinden können“, darin waren dich die fünf Landwirte auch beim Finden eines gemeinsamen Logos einig. Das Wasser steht für den Mühlenbach und die Ähren für die Landwirtschaft

An diesem Abend sind auf dem Hof Große Wienker in Wadersloh nicht nur Raphael, Lukas und Heinz-Bernd Große Wienker beim Interview dabei, sondern auch Christian Vienenkötter und Peter Eusterschulte. Die Landwirte kennen sich seit Jahren und bewirtschaften entlang des Mühlenbachs zwischen Diestedde und Wadersloh angrenzende Ackerflächen. Schnell war daher die Idee geboren, die Kräfte zu bündeln: Die drei selbstständigen Betriebe haben sich zu einer sogenannten Maschinengemeinschaft zusammengetan, um so die Kapazitäten zu bündeln und sich gegenseitig in den Spitzenzeiten zu helfen. Das macht sich vor allem jetzt in der Hauptzeit der Erntesaison 2016 bemerkbar.

Alle Betriebe arbeiten nun wesentlich wirtschaftlicher

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Der Mühlenbach verbindet: Mit Peter Eusterschulte, Christian Vienenkötter sowie Heinz-Bernd, Raphael und Lukas Große Wienker haben sich drei Betriebe aus der Region zur Mühlenbach GbR zusammengetan

„Wir haben schlagkräftige Maschinen, weil wir hier relativ schwere Böden haben. Um dementsprechend schnell reagieren zu können, haben Luft, wenn wir wollen, um auch professionelle Bodenbearbeitung anzubieten“, sagt Raphael Große Wienker. Durch die höhere Auslastung der gemeinsamen Maschinen arbeiten die Betriebe nun wesentlich wirtschaftlicher: „Wir haben uns die Frage gestellt ob wir Spitzenerträge brauchen, oder ob uns normale Erträge aber zu wesentlich geringeren Kosten reichen. Wir sparen Kosten. Nach all den Jahren haben wir festgestellt, das wir die gleichen Erträge erreichen mit der neuen Technik. Das funktioniert aber nur, wenn man sich mit mehreren Betrieben zusammenschließt“, so die Landwirte. Genau das haben die fünf Landwirte gemacht und sich als funktionierendes Team formiert, das sich gegenseitig unterstützt. Wenn der eine keine Zeit hat, springt der andere ein. „Es ist im Prinzip ja egal wer auf dem Trecker sitzt, wichtig ist, dass die Arbeit erledigt wird“, ergänzt Peter Eusterschulte.

Zusammenarbeit spart einige Nachtschichten

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Zusammen mehr erreichen: Raphael Große Wienker und Christian Vienenkötter verstehen sich nicht nur auf dem Acker, sondern auch privat gut. Eine Grundvoraussetzung für eine funktioniere Maschinengemeinschaft

Vor allem für Christian Vienenkötter ist die Kooperation eine große Entlastung: „Gerade bei der Viehhaltung wird die Arbeit immer mehr und der Ackerbau ist verhältnismäßig schnell erledigt. Durch den Zusammenschluss mit mehreren Betriebsleitern klappt das jetzt wesentlich besser. Da springt dann halt der ein, der gerade Zeit hat. Hier steht dann ein Schlepper nicht von 8-12 Uhr still, wenn noch Stallarbeit erledigt werden muss, sondern kann genutzt werden. Man kann dann in Schichten arbeiten“, so Vienenkötter. „In den nächsten 5-10 Jahren hätte ich viele Neuanschaffungen tätigen müssen. Das wären sehr hohe Kosten gewesen. Bei den großen Maschinen geht es halt zwei bis drei Mal schneller. Durch die Gemeinschaft kann ich mich nun erst in Ruhe um meinen Putenstall kümmern. Das dafür benötigte Stroh haben wir an einem Wochenende eingebracht. Da waren bisher sonst einige Nachtschichten angesagt.“

Spezialisierung auf Mulch-Saat-Technik

Die Kurzscheibenegge kann Kluten zu einem feinen Saatbeet bearbeiten. Durch die 6 Meter Arbeitsbreite können so an einem Tag 50 Hektar bestellt werden, wo andere mehrere Tage bräuchten.

Die Kurzscheibenegge kann Kluten zu einem feinen Saatbeet bearbeiten. Durch die 6 Meter Arbeitsbreite können so an einem Tag 50 Hektar bestellt werden, wo andere mehrere Tage bräuchten

„Wir haben uns vor allem auf die Mulch-Saat-Technik spezialisiert. Wir arbeiten also mit speziellen Geräten um auch bei den schweren Böden einen möglichst guten Wasserabfluss zu bekommen, aber trotzdem hohe Erträge zu bekommen. Durch den Einsatz dieser Technik zerstören wir nicht mehr die Bodenstruktur, da wir nicht mehr pflügen müssen. Wir durchmischen den Boden sozusagen nur. Gerade bei schwerem Boden muss man viel Geduld mitbringen“, beschreiben Lukas und Raphael Große Wienker die Spezialisierung der Mühlenbach GbR, die im Bereich Aussaat, Pflanzenschutz, Transportdienste und der pfluglosen Bodenbearbeitung liegen.

„Wir kennen uns alle nicht erst seit gestern. Die Vorteile die so eine Gemeinschaft bringt sind so groß, das man so etwas einfach weitermachen muss. Man braucht natürlich eine bestimmte Größe. Es funktioniert einfach“, lautet das Fazit der fünf Landwirte.

Mühlenbach_LogoMehr Infos gibt es auf der Webseite der Maschinengemeinschaft:
www.muehlenbach-gbr.de

Fotos/Text: Benedikt Brüggenthies


Über den Autor

Gründer & Chefredakteur von Mein-Wadersloh.de

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