Wadersloh (mw/bb). Fünf Tage, mehr als 200 Kinder und Jugendliche, 83 Helferinnen und Helfer und ein Programm, das deutlich mehr zu bieten hatte als Schrauben, Sägen und Werkeln: Der Wadersloher Ferienspaß 2026 ist am Freitag mit einem großen Abschlussabend zu Ende gegangen. Unter dem Jahresmotto „Handwerk und Bauen“ erlebten die Teilnehmenden vom 10. bis 14. August eine abwechslungsreiche Ferienwoche rund um die Sekundarschule Wadersloh und bei zahlreichen Ausflügen auch weit darüber hinaus.
Los ging es am Montag um 10 Uhr an der Sekundarschule (MW berichtete). Nach der Gruppeneinteilung war die Schule zunächst „elternfreie Zone“. Die Eltern, Großeltern und Geschwister kamen erst beim großen gemeinsamen Abschlussabend am Freitag wieder zum Zug. Bis dahin gehörte die Woche ganz den Kindern und Jugendlichen. Und die hatten einiges vor: Dorfrallye, Schwimmbadbesuche, Ausflüge mit Fahrrad und Bus, eine Skatehalle und ein Kletterpark in Beckum sowie zahlreiche weitere Aktionen sorgten für Abwechslung. Auch die Jugendgruppe machte sich auf den Weg nach Beckum zur Kreishandwerkerschaft, wo verschiedene Berufsfelder ausprobiert und kennengelernt werden konnten. Durch die Auslosung der Angebote wurden dabei auch manche klassischen Rollenbilder kurzerhand über Bord geworfen: So konnten beispielsweise Jungen den Friseurberuf kennenlernen und Mädchen in die Werkstatt hineinschnuppern.





Besonders spannend wurde es bei der Übernachtungsaktion rund um das Bürgerhaus „Schloss 6“ in Diestedde. Eine „Nachtwanderung“ der besonderen Art führte die Teilnehmenden bei Dunkelheit in das benachbarte Schloss Crassenstein. Die großen Schlossräume einmal nachts zu erkunden, sorgte für reichlich Spannung. Ein Schlossgespenst ließ sich allerdings nicht blicken( zumindest nicht nachweisbar).
Auch handwerklich wurde kräftig angepackt: An der Alten Schule in Geist entstanden unter anderem skandinavische Sitzmöbel, („dänische Schwedenstühle“). Die fertigen Bausätze wurden anschließend teilweise gegen eine Spende zugunsten der Vereinskasse angeboten. Nachhaltigkeit und praktisches Arbeiten gingen dabei Hand in Hand. Dass das Motto „Handwerk und Bauen“ zunächst nicht bei allen für Begeisterungsstürme gesorgt hatte, war am Ende kaum noch zu merken. Das Motto war im Vorfeld demokratisch ausgewählt worden und entwickelte sich überraschend schnell zum Erfolg. Werkeln, Ausprobieren und gemeinsames Anpacken kamen bei den Kindern und Jugendlichen ausgesprochen gut an.






Ein ständiger Begleiter war allerdings die sommerliche Hitze: Wasser gehörte deshalb zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen. Verkehrssichere Fahrräder, Fahrradhelm, Schwimmsachen, Sportsachen, wetterfeste Kleidung, Wechselkleidung und vor allem gute Laune waren ebenfalls gefragt. Manche längere Strecke wurde angesichts der Temperaturen kurzerhand mit dem Bus zurückgelegt. Schattenplätze waren begehrt, und auch der Getränkenachschub musste mehrfach aufgestockt werden. Trotz der hohen Temperaturen kam die Bewegung nicht zu kurz. Das abwechslungsreiche Programm sorgte dafür, dass Langeweile keine Chance hatte. Auch die Betreuerinnen und Betreuer zeigten sich durchweg begeistert. Die Rückmeldungen der Kinder zu Hause bestätigten den Eindruck: Viele berichteten ihren Eltern mit leuchtenden Augen von den Erlebnissen des Tages.
Für den Vorstand und das Organisationsteam war der Ferienspaß 2026 deshalb ein voller Erfolg. Der 1. Vorsitzende Stefan Goß brachte seine Stimmung mit einem Wort auf den Punkt: Er sei „geflasht“. Bereits am Montag hatte ihn der Auftakt begeistert, und auch am Ende der Woche war von dieser Begeisterung nichts verloren gegangen. Aus dem erwarteten „etwas chaotischen“ Start war eine rundum gelungene Ferienaktion geworden. Auch die zweite Vorsitzende Elke Krause zog gemeinsam mit dem gesamten Vorstand ein ausgesprochen positives Fazit. Möglich war die Woche nur durch das große Engagement vieler Menschen und Institutionen. Ein besonderer Dank ging an die VR-Bank als maßgeblichen Hauptsponsor, an die Gemeinde Wadersloh sowie an die zahlreichen Gewerbetreibenden und weiteren Unterstützerinnen und Unterstützer. Vor allem aber waren es die vielen Ehrenamtlichen, die den Ferienspaß mit ihrem Einsatz überhaupt erst möglich machten.
Wie groß dieser Einsatz war, zeigen auch die Arbeitszeiten: Für die Betreuerinnen und Betreuer begann der Tag meist um 8 Uhr und endete erst gegen 20 Uhr. Fünf Tage lang waren sie damit jeweils rund zwölf Stunden im Einsatz. Auch die weiteren Zahlen hinter der Ferienwoche sind beeindruckend: 123 Kinder, 82 Jugendliche und 83 Helferinnen und Helfer waren dabei. Dazu kamen rund 1.800 Liter getrunkenes Wasser, 72 Liter Kaffee, 1.585 Brötchen, 2.500 Kekse, 500 Bockwürste und 520 Schnitzel. Eine Ferienwoche dieser Größenordnung hinterlässt eben auch kulinarische Spuren.



Zum Abschluss versammelten sich am Freitagabend Eltern, Kinder, Großeltern und Geschwister rund um einen eigens aufgebauten Auflieger der Spedition Lohmann. Jede Kinder- und Jugendgruppe durfte noch einmal etwas aufführen. Passend zum Motto oder einfach zur Unterhaltung. Gemeinsam wurde gefeiert, gelacht und auf fünf ereignisreiche Ferienspaß-Tage zurückgeblickt.
So endete die Wadersloher Ferienspaßwoche 2026 mit dem, was ihn die ganze Woche über ausgezeichnet hatte: Gemeinschaft, Kreativität und jede Menge Spaß, sowie Pommes und Brawtwurst. Das Motto „Handwerk und Bauen“ hatte dabei eindrucksvoll bewiesen, dass auch ein zunächst etwas sperrig klingendes Thema jede Menge Ferienabenteuer bereithalten kann. Ein großes Dankeschön gilt deshalb allen Kindern und Jugendlichen, den Betreuerinnen und Betreuern, dem Organisationsteam sowie allen Sponsoren, Vereinen, Institutionen und Gewerbetreibenden, die diese besondere Ferienwoche möglich gemacht haben.
Fotos/Text: B. Brüggenthies



