Diestedde (mw/bb). Das Haus Maria Regina lud am vergangenen Wochenende zu einer kulinarischen Weltreise ein: Zwölf Nationen, besondere Genüsse und ein herzliches Miteinander standen im Mittelpunkt.
„Wir freuen uns so auf Samstag!“ – Dieser Satz war in den vergangenen Tagen im Seniorenzentrum Haus Maria Regina an der Langen Straße immer wieder zu hören. Und die Vorfreude der Bewohnerinnen und Bewohner sollte sich am Samstag mehr als erfüllen: Das erstmals veranstaltete „Fest der Kulturen“ wurde zu einem rundum gelungenen Nachmittag, der Menschen jeden Alters zusammenbrachte und die kulturelle Vielfalt im Hause auf genussvolle Weise erlebbar machte.




Schon der Blick auf den festlich dekorierten Vorplatz verriet, dass hier etwas Besonderes bevorstand. Statt eines klassischen Sommerfestes mit großem Zelt und entsprechendem Kostenaufwand hatte das Haus Maria Regina seine eigenen Stärken in den Mittelpunkt gestellt: Die Menschen, ihre Herkunft, ihre Geschichten und ihre kulinarischen Traditionen. Die Idee dazu war im Urlaub entstanden, erzählt Björn Butterweck-Hunnekuhl, Leiter der sozialen Betreuungsangebote der SMMP-Senioreneinrichtung. Warum nicht die Vielfalt nutzen, die längst zum Alltag des Hauses gehört? Aus dieser Überlegung enstand das „Fest der Kulturen“.
Viel Biss hatte das Fest tatsächlich: Rund ein Dutzend Nationalitäten präsentierten landestypische Spezialitäten und machten den Nachmittag zu einer kulinarischen Weltreise. In kleinen Portionen konnten sich die Gäste durch die verschiedenen Angebote probieren. Gegen eine kleine Spende gab es große Geschmackserlebnisse aus einem anderen Teil der Welt in leckerer Kostprobenform zu genießen. Der Erlös wiederum kommt den sozialen Angeboten für die Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenzentrums zugute. Ein echtes Win-win-Konzept der kulinarischen Art.










Die Auswahl war so international wie das Haus selbst. Aus Sri Lanka gab es Fried Nooldes, Peru war unter anderem mit Mazamorra Morada, Cancha und Chicha Morada (=Lila Mais; Anm. d. Red.: hier waren mehrere Kostproben durch den Autor dieser Zeilen notwending, weil: SEHR LECKER!!!) vertreten. Ukrainischer Borschtsch stand ebenso auf dem Speiseplan wie italienische Lasagne und süßes Tiramisu. Dazu kamen griechische Oliven und Feta, niederländische Poffertjes, türkischer Simit und Hummus, rumänische Mici sowie koreanischer Gimbap. Auch Spezialitäten aus Polen, Russland, Thailand und weiteren Ländern bereicherten die kulinarische Reise.
Damit wurde aus dem Fest nicht nur ein Treffpunkt für die Bewohnerinnen und Bewohner, sondern ein Erlebnis für alle Gäste. Angehörige, Freunde, Mitarbeitende und Bürgerinnen und Bürger aus Diestedde und der Umgebung nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Neues zu probieren und gemeinsam einen unbeschwerten Nachmittag zu verbringen.
„Das Haus Maria Regina ist etwas Besonderes. Und deshalb sollte auch unser Sommerfest etwas ganz Besonderes werden“, betonte Einrichtungsleiterin Antje Rostalski in ihrer Begrüßung. Das Haus lebe von den Menschen, die dort wohnen und arbeiten. Gerade die Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Ländern brächten nicht nur ihr fachliches Können, sondern auch ihre Kulturen, Traditionen und Geschichten mit. Genau diese Vielfalt sollte beim Fest sichtbar und erlebbar werden. Das Ziel? Absolut ERREICHT! Es wurde probiert, gelacht und erzählt. Das Essen wurde zum Türöffner für den netten Sonnenschein-Nachmittags-Plausch.
Ein Fest, das viele Hände braucht
Dass ein solches „Fest der Kulturen“ gelingen konnte, war vor allem dem Engagement vieler Beteiligter zu verdanken. „Jeder kennt noch jemanden, der noch jemanden kennt“, hatte Rostalski in ihrer Ansprache mit einem Augenzwinkern die besondere Teamarbeit beschrieben. Ihr ganz besonderer Dank galt aber Carsten und Björn Butterweck, die maßgeblich an der Umsetzung beteiligt waren, ebenso den Mitarbeitenden und zahlreichen Helferinnen und Helfern, die sich mit Engagement, Kreativität, handwerklichem Geschick und vielen Stunden Freizeit eingebracht hatten, damit die Premiere des neuen Sommerfestes gelingen konnte. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenzentrums wurden von Beginn an in die Vorbereitungen einbezogen. Die Vorfreude war laut Rostalski im gesamten Haus zu spüren. Leuchtende Augen, viele Gespräche und die Begeisterung für das bevorstehende Fest hätten immer wieder zusätzlich motiviert.




Orientalischer Tanz als kultureller Extra-Leckerbissen
Neben den kulinarischen Genüssen wartete auch das Programm mit einem besonderen kulturellen Leckerbissen auf: Die Orientalische Tanzgruppe des TSC Castell Lippstadt sorgte mit ihren Tanzaufführungen für Begeisterung und brachte zusätzlich Bewegung und exotisches Flair auf den Vorplatz. So verband das „Fest der Kulturen“ Essen, Musik, Tanz und Begegnung auf besondere Weise. Am Ende stand deshalb bei vielen Gästen ein eindeutiges Fazit: Schmeckt nach mehr! Oder, um es mit den Worten von Antje Rostalski zu sagen: Ganz gleich, aus welchem Land die Menschen kommen – „was uns verbindet, ist viel größer als das, was uns unterscheidet.“




Wann gibt es wohl die nächste kulinarische Weltreise? Wir werden wieder gerne darüber berichten (und hoffentlich wieder lila Mais trinken dürfen).
Fotos/Text: B. Brüggenthies


