Liesborn (mw/bb). Vor der stimmungsvollen Kulisse der Kulturremise am Museum Abtei Liesborn trafen sich die Mitglieder des Hegerings Liesborn-Diestedde am Freitagabend gemeinsam mit Freunden, Gönnern und Gästen zu ihrem traditionellen Biwak. Die Veranstaltung findet seit Jahrzehnten einmal jährlich statt und wechselt dabei zwischen den Orten Liesborn und Diestedde.
Nachdem das Biwak im vergangenen Jahr rund um das Backhaus in Diestedde veranstaltet worden war, bot diesmal die Kulturremise den passenden Rahmen für einen geselligen Sommerabend. Der Hegerings-Vorsitzende Philipp Hoberg begrüßte die Gäste und freute sich gemeinsam mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern über die große Resonanz. Musikalisch eröffnet wurde der Abend von den Jagdhornbläsern, die für die passende Atmosphäre vor der historischen Fachwerkscheune sorgten. Im Mittelpunkt standen anschließend vor allem der persönliche Austausch und das gemütliche Beisammensein. Für das leibliche Wohl sorgte erneut Andreas Schneider. Während sonst traditionell Gegrilltes serviert wird, gab es diesmal eine besondere Spezialität: Wild-Leberkäs-Burger, die bei den Gästen großen Anklang fanden.



Neben der Geselligkeit wurde auch in diesem Jahr wieder ein unterhaltsamer Wettbewerb angeboten, den Katharina Schulze Frielinghaus und Timo Kißler vorbereitet hatten. Gegen eine Spende konnten Besucherinnen und Besucher ihre Geschicklichkeit und Hand-Augen-Koordination beim Nistkasten-Dart unter Beweis stellen. Der treffsicherste Teilnehmer durfte den Nistkasten mit nach Hause nehmen, ein Gewinn, von dem letztlich auch die Natur profitiert. Die Spenden dienen zugleich der Refinanzierung der Veranstaltung.
Mit dem Biwak zur Sommerpause kann der Hegering auch auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2026 zurückzublicken. Einen Schwerpunkt bildete erneut die Rehkitzrettung. Aufgrund der frühen Mahd und der ebenfalls früh einsetzenden Ernte waren in diesem Jahr vergleichsweise wenige Drohneneinsätze erforderlich. Dennoch konnten rund 20 Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt werden. Weniger glücklich verlief hingegen einer der Einsätze, bei dem eine der Hegerings-Drohne zerstört wurde. Hier sucht der Hegering aktuell nach einer Lösung, um das Fluggerät zeitnah zu ersetzen, um sie wieder für die Tierrettung einsetzen zu können.




Auch die Entwicklung der Wildbestände beschäftigt die heimischen Jägerinnen und Jäger. Nach Einschätzung des Hegerings ist in diesem Jahr ein Anstieg der Wildschweinpopulation zu beobachten. Gleichzeitig bereiten invasive Arten wie Nilgans, Waschbär und Nutria weiterhin Sorgen. Sie breiten sich zunehmend aus und verdrängen heimische Tierarten, insbesondere Wasservögel leiden unter der Konkurrenz durch die Nilgans.
Die Aufgaben der Jägerschaft haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Neben der klassischen Jagd stehen heute Natur- und Artenschutz sowie zahlreiche Maßnahmen zur Hege im Mittelpunkt. Dem Hegering Liesborn-Diestedde ist der offene Dialog mit der Bevölkerung wichtig. Dieses Anliegen wurde beim Biwak einmal mehr erfolgreich gelebt. Die rege Beteiligung zeigte, dass dieses Konzept aufgeht. In lockerer Atmosphäre kamen Mitglieder und Gäste miteinander ins Gespräch und nutzten den Abend zum Austausch über Jagd, Naturschutz und aktuelle Entwicklungen.
Bis zum Jahresende stehen für den Hegering noch weitere Termine auf dem Programm: Im August beteiligt sich die Gemeinschaft an der kreisweiten Krähenjagd, ehe im Herbst die Hubertusmesse folgt. Darüber hinaus setzen die Jägerinnen und Jäger ihre vielfältigen Arbeiten rund um Hege, Wildtierpflege und Naturschutz in den heimischen Revieren fort.
Fotos/Text: B. Brüggenthies


