Liesborn (mw). Am Sonntag, 21. Juni, fand der krönende Abschluss des 55. Kammermusikfestival mit dem Konzert der ersten Preisträger/innen des Landes- und Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert 2026“ statt. Amelie Lopper moderierte das Programm mit insgesamt 15 jungen Musikerinnen und Musikern in verschiedenen Kategorien und Besetzungen (Solo und Ensemble-Spiel): drei Trompeten, ein Streichquartett, zwei Tuben, ein Saxophon-Quartett und ein Klavier-Solo. Die Harfe konnte leider nicht gespielt werden, da die Saite von der Hitze geplatzt war.


Amelie Lopper moderierte das Konzert. Sie stellte die Frage, was heutzutage junge Leute motiviere, klassische Musik zu spielen. Die Jugendlichen berichteten von großer musikalischer Begeisterung. So üben manche der Jugendlichen bis zu fünf Stunden am Tag.
Die drei Trompeter Kolja Bard, Gabor Kobsch und Paul Oelbermann aus Essen spielen gerne als Trio und sind bereits ein gutes Ensemble geworden, was sie durch ihren Auftritt bewiesen. Mit dem Rondeau von Jean-Joseph Mouret gaben sie einen guten Auftakt und begeisterten mit ihrem Einsatz. Auch die festlichen Stücke von Thorvald Hansen und Edward Solomon waren gut gespielt. Paul ist zur Musik durch die Eltern gekommen, Kolja und Gabor haben sich zufällig beim Musik-Karussell in der Musikschule für Trompete entschieden. Nach fleißigem Üben sind sie jetzt erfolgreich und freuen sich auf weitere Konzerte.
Daguo Liu aus Paderborn ist ein junger Pianist, mit zwölf Jahren bereits ein Jungstudent an der Detmolder Hochschule. Er zeigte in seinem Spiel eine gute Klangqualität und selbstständiges Denken. Da seine Harfe nicht einsatzfähig war, spielte er ganz spontan das Stück „Rain“ von Tony Ann auf dem Klavier und begeisterte damit die Zuhörer.


Das Streichquartett aus Dortmund und Mönchengladbach mit Hannah Maria Laufen (Violine), Selma Hagemann (Violine), Josefine Jüngermann (Violia) und Berta Dieterle Biosca (Violoncello) präsentierte drei Stücke von Edward Grieg, Johann Wenzel Kalliwoda und Sulkhan Tsintsadze. Im Quartett spielen sie gerne weniger bekannte Komponisten und entdecken zusammen neue Stücke. Alle musizieren im gleichen Orchester, begegnen sich bei Probenwochenenden und haben Freude an der Musik.
Die zwei Tubisten Alexander Wendt aus Burtscheid und Linus Georg Ansgar Pfister aus Gladbeck gewannen vier Preise in verschiedenen Nominationen. Einen davon erhielt Linus für seine Komposition die „Suche“, die sie beim Konzert vortrugen. Er beschrieb sein Stück als Imitation einer Achterbahn mit Stimmen und Geräuschen. Es gäbe nicht so viele Stücke für zwei Tuben, meinten die Musiker, deswegen hat Linus dieses Stück selbst komponiert. Die Tuba ist ein schweres und massives Instrument, das man eher im Orchester erlebt. Jedoch spielen die zwei jungen Musiker gerne im Duo. Mit Schwung erklang das Werk „White Field Blues“ von Anna Baadsvik.
Die 16-jährige Pianistin Yelyzaveta Volkova aus Dortmund möchte „alle Stücke der Welt spielen“, übt jeden Tag Klavier und hat viel Potential. Sie mag unbekannte Komponisten und romantische Musik. Besonders emotional und beeindruckend erklang in ihrer Interpretation das Capriccio von Sergei Bortkewicz.
Das Saxophon-Quartett aus Krefeld und Meerbusch mit Elio Kopito, Tim Schrader, Samuel Kretzschmar und Alex-Vasile-Ivanciu spielt seit einem Jahr zusammen. Die vier Nachwuchsmusiker mögen Jazz: „Auf Saxophon ist alles möglich: Klassik und Jazz. Man kann viele Effekte auf dem Saxophon spielen.“ Sie präsentierten Stücke von Guillermo Lago, Darren Dutton, David Bennett und Marc Mellits tänzerisch und stimmungsvoll mit vielen Jazz-Elementen und Klangeffekten.
Viele der Preisträgerinnen und Preisträger spielen bereits im Orchester und als Ensemble zusammen. Hilfreich kann es sein, aus einer musikalischen Familie zu stammen und damit auf gute Unterstützung der Eltern bauen zu können. Entscheidend ist allerdings die Freude an der Musik und am gemeinsamen Musizieren.
Obwohl die jungen Künstler viel Zeit für die klassische Musik investieren, hören sie auch gerne Popmusik und andere Musikrichtungen. Musik gehört zu ihrem täglichen Leben. Der stellv. Landrat Rudolf Luster-Haggeney verteilte die verdienten Auszeichnungen und gratulierte allen Preisträgern und Preisträgerinnen. Auch Ulrike Morgenstern vom Freundeskreis der Liesborner Museumskonzerte kommentierte anschließend: „Wir sind immer auf der Suche. Das gibt uns Hoffnung für die Zukunft.“ Viele der Jugendlichen wünschen sich, in drei Jahren wieder an dem Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilnehmen zu können. Frohes Schaffen
Foto/Text/Transparenzhinweis: Dr. Elena Potthast-Borisovets im Auftrag des Kuratoriums der Abteikonzerte/Veranstalters


