Wadersloh (mw/bb). Wer eine Kirchenorgel betrachtet, sieht meist vor allem ein großes Instrument hoch oben auf der Empore. Für viele Kinder bleibt die „Königin der Instrumente“ dabei oft geheimnisvoll und unerreichbar. Beim diesjährigen „Kinder-Orgelkonzert“ der Liesborner Museumskonzerte in der Pfarrkirche St. Margareta in Wadersloh war das anders. Hier ging es nicht nur ums Zuhören, sondern ums Entdecken, Staunen und Mitmachen.
Eigentlich hatte Orgelbauer Fröhlich an diesem Freitagmorgen etwas ganz anderes vor. „Nanu? Ich wollte doch nach den ganz großen und den kleinen Orgel-Pfeifen sehen? Wer seid ihr denn alle? Und wo geht es denn bitte zur Orgel “, wundert sich der leicht schusselige Handwerker in seiner markanten blauen Latzhose. Statt einer Reparatur erwartet ihn ein Kinderkonzert. Doch für Orgelbauer Fröhlich ist das kein Problem. Kurzerhand macht er sich daran, den jungen Gästen die Geheimnisse der Kirchenorgel näherzubringen. Die Kinder der Grundschule Wadersloh warten gespannt, was sie erwartet.





Seit sieben Jahren ist Friedhelm Bruns alias Orgelbauer Fröhlich schon Teil der Liesborner Museumskonzerte. Gemeinsam mit Kantorin Dr. Elena Potthast-Borisovets verwandelt er die Kirchen in der Gemeinde in Erlebnisorte musikalischer Abenteuer. Mit viel Humor, kleinen Geschichten und überraschenden Requisiten erklärt er den Kindern, wie eine Orgel funktioniert, warum manche Pfeifen wie eine Ente klingen und andere eher an eine Trompete erinnern. Besonders wichtig ist ihm dabei die Nähe zum Instrument. Kinder sollen die Orgel nicht nur aus der Ferne betrachten, sondern möglichst unmittelbar erleben können. „Ich kenne das selbst noch“, erzählt Bruns. Früher habe man die Orgelbühnen oft nicht betreten dürfen. Dabei könne man dort bei entsprechender Begleitung kaum etwas kaputt machen. Die Erfahrung der vergangenen Jahre bestätigt ihn in seiner Haltung. Die Kinder begegnen dem Instrument und dem Material mit großem Respekt. „Wir unterschätzen die Kinder“, ist Bruns überzeugt.
Dass sein Konzept funktioniert, zeigte sich auch in Wadersloh. Kaum ließ die Aufmerksamkeit nach, setzte er einen neuen Impuls. Etwa alle fünf bis sieben Minuten wechselten sich Erklärungen, Mitmachaktionen und musikalische Beispiele ab. Die Kinder lauschten gespannt, machten begeistert mit und verfolgten aufmerksam jede neue Entdeckung rund um die Orgel. Das Orgel-Kinderkonzert in St. Margareta war eine Einladung, ein oft verborgenes Instrument aus nächster Nähe kennenzulernen und die Erkenntnis mitzunehmen, dass klassische Musik und große Kirchenorgeln keineswegs nur etwas für Erwachsene sind.
Fotos/Text: B. Brüggenthies
Am Sonntag (14. Juni) folgt ein Familienkonzert im Museum!



