Wadersloh (mw/bb). Wie soll Mobilität in der Gemeinde Wadersloh künftig aussehen und vor allem: Wie lassen sich die bereits beschlossenen Ziele konkret umsetzen? Mit dieser Frage befasst sich der Ausschuss für Umwelt, Energie und Landschaft in seiner 2. Sitzung am Mittwoch, 22. April, ab 17:30 Uhr im Ratssaal. Im Mittelpunkt steht unter Tagesordnungspunkt 5 die Vorgehensweise zur Umsetzung des Mobilitätskonzepts.
Das Mobilitätskonzept selbst ist nicht neu: Bereits im Februar 2024 hatten die Fachausschüsse zugestimmt, im März folgte der Ratsbeschluss. Der Grundsatz ist seitdem klar: Umgesetzt werden soll, was politisch beraten und finanziell darstellbar ist. Insgesamt umfasst das Konzept 25 Maßnahmen, die bis zum Jahr 2030 realisiert werden sollen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Stärkung des Fuß- und Radverkehrs im Gemeindegebiet, ergänzt um Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr, alternative Mobilitätsangebote und Ansätze zum Teilen von Fahrzeugen. Mit der vorgelegten Strategie geht es weniger um einzelne Projekte als um die grundsätzliche Herangehensweise. Die Gremien entscheiden darüber, ob die Gemeindeverwaltung den eingeschlagenen Kurs verfolgen soll, inklusive Priorisierung, interner Bearbeitung und finanzieller Zurückhaltung. Wie die konkrete Ausgestaltung aussehen soll, wird im Umweltausschuss (22. April), Bauausschuss (27. Mai) und Hauptausschuss (29. Juni) beraten.
Erste Fortschritte beim ÖPNV
Ein zentraler Baustein ist bereits auf dem Weg: Der barrierefreie Ausbau von sechs Bushaltestellen im Gemeindegebiet (Wadersloh Mauritz, Wadersloh Bahnhofstraße, Wadersloh Seniorenheim, Liesborn Bahnhof, Liesborn Lippstädter
Straße und Diestedde Abzweig Oelde) soll nach längerer Verzögerung nun voraussichtlich Ende des Jahres starten. Fördermittel stehen bereit, offene Grundstücksfragen konnten geklärt werden. Parallel plant die Verwaltung, die Modernisierung mit einer gezielten Informationskampagne zu bestehenden Mobilitätsangeboten zu begleiten.

Zurückhaltender fällt die Bewertung anderer Maßnahmen aus. So wird etwa die Installation von digitalen Abfahrtsmonitoren aufgrund hoher Kosten und eines überschaubaren Angebots derzeit nicht weiterverfolgt. Auch beim Ausbau von ÖPNV-Verbindungen in die Nachbarkommunen bleibt es zunächst bei Prüfaufträgen – nicht zuletzt wegen finanzieller Hürden.
Carsharing ist vorerst kein Thema in Wadersloh
Deutlich wird die Verwaltung auch beim Thema Carsharing: Weder ein kommunales Angebot noch entsprechende Initiativen in Unternehmen erscheinen unter den aktuellen Rahmenbedingungen wirtschaftlich tragfähig. Beide Maßnahmen sollen daher zunächst zurückgestellt werden. Stattdessen setzt die Gemeinde weiter auf bereits etablierte Ansätze wie ein Mitfahrportal, das gemeinsam mit umliegenden Kommunen betrieben und beworben wird. Das Mitfahrportal wird in Kooperation mit den umliegenden Kommunen indes fortgesetzt.
Fortschritte bei E-Mobilität und Ladeinfrastruktur
Fortschritte gibt es bei der Elektrifizierung des kommunalen Fuhrparks. Erste E-Fahrzeuge sind bereits im Einsatz, weitere Umstellungen werden bei Neuanschaffungen geprüft. Beim Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur empfiehlt die Verwaltung jedoch eine abwartende Haltung: Die vorhandenen Standorte gelten aktuell als ausreichend, zusätzlicher Bedarf soll zunächst beobachtet werden.

Der Fokus bleibt auf Radverkehr, wird aber anders organisiert
Den größten Raum nimmt im Konzept der Radverkehr ein. Hier schlägt die Verwaltung allerdings eine veränderte Vorgehensweise vor: Statt ein externes Planungsbüro mit einem umfassenden Radverkehrskonzept zu beauftragen, soll die Bearbeitung verwaltungsintern erfolgen. Hintergrund ist vor allem die angespannte Haushaltslage. Geplant ist ein schrittweises Vorgehen, das sich an klassischen Planungsprozessen orientiert: Zunächst soll der Ist-Zustand analysiert werden – inklusive bestehender Mängel und bereits vorliegender Daten. Darauf aufbauend folgt eine Potenzialanalyse, in der mögliche Verbesserungen wie neue Fahrradstraßen oder Querungshilfen identifiziert werden. Erst danach sollen konkrete Maßnahmen bewertet, priorisiert und schließlich politisch beschlossen werden. Ein Projekt ist dabei bereits konkret in Vorbereitung: Der geplante Fuß- und Radweg an der Herzfelder Straße stößt auf große Zustimmung in der Bevölkerung und wird gemeinsam mit dem Kreis Warendorf weiterverfolgt.
Nicht umgesetzt werden soll hingegen die im Konzept vorgeschlagene Stelle eines Radverkehrsbeauftragten. Die Verwaltung sieht hierfür derzeit keinen Bedarf und möchte die Aufgaben intern, insbesondere über die Klimaschutzbeauftragte, abdecken.
Fotos&Text: mw/bb.; zus. Quelle: Gemeinde Wadersloh


