Wadersloh (mw/bb). Die Wirtschaftsförderung der Gemeinde Wadersloh blickt auf ein aktives Jahr 2025 zurück und richtet zugleich den Blick nach vorne. In seinem Jahrebericht für den Rat stellte Wirtschaftsförder Mathias Acar die zahlreichen Maßnahmen, Kennzahlen und geplante Projekte vor. Insgesamt wird die Entwicklung als positiv angesehen.
Ein Schwerpunkt lag im vergangenen Jahr auf der direkten Kommunikation mit der heimischen Wirtschaft. Diverse Unternehmensbesuche, die Durchführung von Arbeitskreis-Treffen sowie das mittlerweile etablierte Wirtschaftsfrühstück boten Plattformen für Austausch und Vernetzung. Das 3. Wirtschaftsfrühstück im September fand im Museum Abtei Liesborn statt und stieß auf eine gute Resonanz. Auch Veranstaltungen wie die Gewerbeschau (in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein Wadersloh) sowie die Beteiligung an der Baumesse in Rheda-Wiedenbrück unterstreichen die Bemühungen, den Standort Wadersloh sichtbar zu machen und Unternehmen zu unterstützen.
Gewerbeflächen in der Gemeinde sind weiter gefragt
Ein zentrales Thema bleibt die Vermarktung von Gewerbeflächen. Im Gewerbegebiet Centraliapark zeigt sich weiterhin eine hohe Nachfrage, auch wenn die verfügbaren Flächen zunehmend knapper werden. Von insgesamt 130.000 Quadratmetern sind große Teile bereits vergeben, nur noch ein Restkontingent (ca. 8.600 m²) steht zur Verfügung, berichtete Mathias Acar. 2025 siedelten sich drei neue Firmen an (2024: ebefalls 3). Die Entwicklung der Interessenten- und Verkaufszahlen verdeutlicht eine insgesamt stabile Nachfrage über die vergangenen Jahre hinweg (2024: 10; 2025: 11 Interesenten).


Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Aufwärtstrend
Auch einige statistische Infos zeigte der Wirtschaftsförder: Die Einwohnerzahl in der Gemeinde Wadersloh hat sich in den vergangenen Jahren leicht positiv entwickelt und liegt zum Stichtag Ende 2025 bei über 13.400 Einwohnern. Damit bleibt die Gemeinde dem Trend vieler ländlicher Regionen entgegen stabil, was untermauere, wie beliebt Wadersloh als Wohnort sei. Auch der Arbeitsmarkt zeigt eine positive Entwicklung: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (2025: 5.860; 2024: 5.752) ist kontinuierlich gestiegen und erreichte 2025 einen neuen Höchststand. Besonders stark vertreten sind die Dienstleistungsbereiche sowie das produzierende Gewerbe. Insgesamt ist die Anzahl der Betriebe allerdings leicht rückläufig.
Die Verteilung der Beschäftigten zeigt:
- rund 40 % im Dienstleistungssektor
- etwa 34 % im produzierenden Gewerbe
- rund 23 % im Handel, Verkehr und Gastgewerbe
- nur ein kleiner Anteil (3 %) in der Land- und Forstwirtschaft
Pendlerbewegungen prägen den Arbeitsmarkt: Die Zahl der Auspendler übersteigt weiterhin deutlich die der Einpendler. Gleichzeitig wächst die Zahl der Betriebe kontinuierlich, was langfristig zu einer stärkeren lokalen Arbeitsplatzbindung beitragen könnte. Besonders positiv fällt die Arbeitslosenquote aus: Mit rund 3,8 Prozent (298 Personen; 2024: 297) liegt sie deutlich unter dem Durchschnitt des Kreises Warendorf (5,6 Prozent). Das unterstreicht die stabile wirtschaftliche Lage und die hohe Beschäftigungsquote vor Ort.
Ausblick auf 2026
Auch für das laufende Jahr sind bereits mehrere Veranstaltungen seitens der Wirtschaftsförderung geplant, bzw., fanden bereits statt. Dazu zählen unter anderem:
- die Baumesse in Rheda-Wiedenbrück (fand bereits im Februar statt)
- die Beteiligung an der BIM 2026 (fand am Wochenende statt, Rückblick)
- ein Treffen des Arbeitskreises heimische Wirtschaft im Juni
- sowie ein weiteres Wirtschaftsfrühstück im September
Die Gemeinde Wadersloh setzt damit weiterhin auf Dialog, Vernetzung und aktive Standortentwicklung. In der anschließenden politischen Aussprache wurden weitere Themen der Wirtschaftsentwicklung aufgegriffen. Heino Teckentrup (FWG) regte an, den Wochenmarkt in Wadersloh gezielt zu beleben und damit die Attraktivität des Ortskerns weiter zu stärken. Hier sei bereits etwas in Vorbereitung, teilte die Gemeindeverwaltung mit. Mit Blick auf die Entwicklung der Gewerbetreibenden erkundigte sich Philip Winkler (FDP) nach dem aktuellen Stand. Bürgermeister Christian Thegelkamp machte deutlich, dass die verfügbaren Gewerbeflächen zunehmend knapp werden. Die weitere Flächenentwicklung werde daher zu einer der zentralen Aufgaben der kommenden Jahre.
Zugleich zog Thegelkamp eine positive Bilanz der vergangenen Jahre: Die Gewerbeflächenvermarktung sei erfolgreich verlaufen, auch weil die benachbarte Kommunen Langenberg zeitweise über keine eigenen Flächen verfügten. Aktuell arbeite die Verwaltung mit Hochdruck an Lösungen. Während größere Unternehmen bereits erste Engpässe spürten, sei der Mittelstand bislang weniger betroffen. Ziel bleibe es, die heimische Wirtschaft möglichst lange von Einschränkungen durch geopolitische Ereignisse freizuhalten.
Foto/Text: mw/bb.; zus. Quelle: Wirtschaftsförderung

