Wadersloh (mw/bb). Unter dem Leitmotto „Retten – Löschen – Bergen – Schützen“, das auf einem Banner über dem Rednerpult prangte, stand die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wadersloh. Erstmals fand die Versammlung im neuen Feuerwehrgerätehaus an der Boschstraße in Wadersloh statt, das sich als ideale Versammlungsstätte für die personell stark aufgestellte Feuerwehr im Gemeindegebiet erwies. Auf der Tagesordnung der Versammlung stand ein umfassender Rückblick auf das Einsatzjahr 2025 und auch erste Einblicke auf das aktuelle Jahr standen im Fokus. Als Leiter der Feuerwehr begrüßte Michael Linnemann zahlreiche Gäste, Kameradinnen und Kameraden der Einsatzabteilungen sowie Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Für den musikalischen Auftakt sorgte die Feuerwehrkapelle Liesborn mit einem Instrumentalstück. In einem Moment des stillen Gedenkens erinnerte die Versammlung anschließend an die verstorbenen Feuerwehrkameraden Gerd Brunsing und Theo Linnemann. Es folgten die informativen Jahresberichte.



„Kaderschmiede der Feuerwehr“: Starke Jugendarbeit als Fundament
Den Bericht der Jugendfeuerwehr stellte Jugendfeuerwehrwart Marlon Löppenberg vor. Die Nachwuchsarbeit habe eine große Bedeutung für die Feuerwehr und die gesamte Gemeinde. Die Jugendfeuerwehr leiste einen aktiven Beitrag zur Gesellschaft, sichere den Fortbestand der Wehr und präge zugleich den Charakter der jungen Mitglieder. Mit Julian Austerhoff konnte kürzlich das 50. aktive Mitglied aus den Reihen der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst übernommen werden. Zehn weitere Jugendliche werden in Kürze folgen.

Besonders beliebt ist bei den Nachwuchskräften der sogenannte „Berufsfeuerwehrtag“. Dabei verbringen die Jugendlichen 24 Stunden am Gerätehaus und bewältigen zahlreiche Übungseinsätze. Ein besonderer Dank galt den Betreuern, der Verwaltung sowie den Löschzügen für die enge Zusammenarbeit. Feuerwehrleiter Michael Linnemann brachte die Bedeutung der Nachwuchsarbeit auf den Punkt: „Ihr habt euch den Titel Kaderschmiede der Feuerwehr eindeutig verdient.“
145 Einsätze und 3068 Einsatzstunden im Jahr 2025
Den Jahresbericht der Freiwilligen Feuerwehr stellte Schriftführer Matthias Bouschery vor. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 zählte die Feuerwehr Wadersloh 172 aktive Mitglieder. Hinzu kommen 72 Kameraden in der Ehrenabteilung, 41 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr sowie rund 80 Mitglieder der Feuerwehrkapelle einschließlich Jugendgruppe.

Im vergangenen Jahr wurde die Wehr zu 145 Einsätzen alarmiert – ein Anstieg gegenüber 131 Einsätzen im Jahr 2024. Insgesamt leisteten die Einsatzkräfte 3068 Einsatzstunden. Häufig handelte es sich um technische Hilfeleistungen, insbesondere bei Verkehrsunfällen. Zu den größeren Einsätzen gehörte unter anderem ein Großbrand auf einer stillgelegten landwirtschaftlichen Hofanlage in Liesborn. Hinzu kamen zahlreiche kleinere technische Hilfeleistungen, ausgelöste Brandmeldeanlagen sowie Einsätze wegen Ölspuren oder ausgelaufener Betriebsstoffe.

Auch die Aus- und Fortbildung nahm erneut einen großen Stellenwert ein. Insgesamt wurden 76 Lehrgänge, Seminare und Fortbildungen an verschiedenen Ausbildungsstandorten absolviert. Hinzu kamen umfangreiche Übungsdienste, darunter gemeinsame Funkübungen, Übungen mit Nachbarlöschzügen sowie groß angelegte Herbstabschlussübungen.
Allein für Ausbildung und Übungen wurden 7480 Stunden aufgewendet. Zusammen mit den Einsatzstunden ergibt sich eine Gesamtleistung von 10.548 Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Rechnerisch entspricht dies rund 62 Stunden freiwilligem Dienst pro Feuerwehrmitglied im Jahr.
Verbesserte Ausstattung und aktive Öffentlichkeitsarbeit
Auch bei der Ausstattung der Wehr gab es Fortschritte. Neben verschiedenen Ersatz- und Neubeschaffungen im technischen Bereich wurde teilweise neue persönliche Schutzausrüstung eingeführt. Ein besonderes Highlight war die Auslieferung eines neuen Löschfahrzeugs für den Katastrophenschutz (LF-KatS) am 14. Mai 2025. | Beitrag
Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit präsentierte sich die Feuerwehr am 20. und 21. September bei der Gewerbeschau mit einem Informationsstand. Unterstützt vom neuen Kreis-Infomobil konnten Besucher sich über Bevölkerungsschutz bei Großschadenslagen informieren und das neue Katastrophenschutzfahrzeug kennenlernen.



Auch die Kameradschaftspflege kam nicht zu kurz. Neben zahlreichen Gratulationen zu runden Geburtstagen und Hochzeiten nahmen die Feuerwehrmitglieder unter anderem am Rosenmontagsumzug in Liesborn teil. Weitere Höhepunkte waren Besuche des 100-jährige Jubiläums des benachbarten Löschzugs Benteler am 1. Mai sowie die Einweihung des neuen Gerätehauses der Nachbarwehr in Langenberg im Juni. Ein besonderer Höhepunkt war zudem das Waldfest des Löschzugs Liesborn im August, das unter schottischem Motto bis tief in die Nacht gefeiert wurde.



Den Kassenbericht stellte ebenfalls Matthias Bouschery vor. Die Kassenprüfer Benedikt Breloh und Nils Morfeld bestätigten eine ordnungsgemäße Führung der Finanzen und beantragten die Entlastung, die von der Versammlung einstimmig erteilt wurde. Zu neuen Kassenprüfern wurden Hannes Kammermann und Jona Linnemann gewählt.
Dank aus Kommunalpolitik und der Kreisfeuerwehr
Bürgermeister Christian Thegelkamp würdigte in seinem Grußwort die Arbeit der Feuerwehr: „Ihr seid das Herzstück des Sicherheitsnetzes der Gemeinde Wadersloh.“ Die Feuerwehr stehe für gelebtes Ehrenamt und hochprofessionelle Arbeit. Zwar mache der vorbeugende Brandschutz Deutschland sehr sicher, doch Prävention allein lösche kein Feuer. „Rausfahren, anpacken und helfen ? Das ist eure Aufgabe.“


Der Bürgermeister spannte einen historischen Bogen bis zum Großen Brand von London im Jahr 1666, bei dem Fehlentscheidungen des damaligen Bürgermeisters zu einer Katastrophe führten. Heute sei das Verantwortungsbewusstsein ein anderes, betonte Thegelkamp. Eine Einsatzbereitschaft rund um die Uhr sei selbstverständlich.
Er dankte der Feuerwehr im Namen der gesamten Gemeinde für ihren Einsatz und das gegenseitige Vertrauen. Gleichzeitig gab er einen Überblick über geplante Investitionen: Neue Mannschaftstransportfahrzeuge für Wadersloh und Liesborn, ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug für Wadersloh im Jahr 2027 sowie neue Fahrzeuge für die Standorte Diestedde und Liesborn. Zudem werden neue Einsatzkleidung, Atemschutzgeräte und Lungenautomaten angeschafft sowie Technik im Bereich Digitalfunk und Rauchmeldeanlagen erneuert. Auch ein neues Löschwasserkonzept befindet sich derzeit in Planung und soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 umgesetzt werden.
Auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Hendrik Roggenkamp dankte den Einsatzkräften für ihren selbstlosen Einsatz. Die Feuerwehr übernehme immer mehr Aufgaben und sei für die Gesellschaft unverzichtbar. Zugleich verwies er auf die zahlreichen Lehrgänge und Seminare des Kreisfeuerwehrverbandes.
Würdigung für langjähriges Engagement
Im Rahmen der Versammlung wurde der ehemalige Zugführer des Löschzugs Liesborn, Hendrik Künneke, für sein langjähriges Engagement geehrt. Er erhielt die Ehrenplakette der Gemeinde Wadersloh. Künneke war von 2015 bis 2021 stellvertretender Leiter der Feuerwehr, von 2015 bis 2020 stellvertretender Zugführer und von 2020 bis 2026 Zugführer in Liesborn. In seine Amtszeit fiel auch der Um- und Anbau des Gerätehauses in Liesborn. Sein besonderes Augenmerk lag auf der Aus- und Fortbildung. Seine Nachfolge tritt Johannes Schulze Ahlke an.


Seitens der Feuerwehrleitung wurde zudem auch Niko Westermann geehrt. Westermann hatte sich über 20 Jahre als Kleiderwart um die Uniformen gekümmert und maßgeblich die neue Kleiderkammer aufgebaut sowie die Beschaffung der Ausrüstung strukturiert. Sein Nachfolger ist Luca Stegemann.
Dank für ehrenamtlichen Einsatz

Zum Abschluss dankte Feuerwehrleiter Michael Linnemann allen Mitgliedern für ihren unermüdlichen Einsatz bei Bränden, Unfällen und Unwettern. Sein Dank galt auch Bürgermeister und Verwaltung, dem Gemeinderat, der Kreisfeuerwehrführung sowie seinen Stellvertretern Yves Matthäus und Andrej Zimmermann. Ebenso würdigte er die Arbeit der Zugführer, Gruppenführer, Gerätewarte, des Kleiderwarts, des Fahrdienstes, der Feuerwehrkapelle sowie der Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter für Einsätze freistellen. Ein besonderer Dank ging auch an die Partnerinnen und Partner der Feuerwehrleute, die oft auf gemeinsame Zeit verzichten müssen. Mit den traditionellen Worten der Feuerwehr schloss Linnemann die Versammlung: „Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr.“ | Weiterer Beitrag folgt.
Fotos/Text: B. Brüggenthies


