Liesborn (mw/bb). Unter dem Motto „Schuhe, Scheune, Schönes“ lud der Heimatverein Liesborn e.V. am Montagabend (9. März) zu seinem Jahresauftakt in die Kulturremise („Pastors Scheune“) am Museum Abtei Liesborn ein. 44 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung und erlebten einen Abend, der auf besondere Weise altes und modernes Handwerk miteinander verband und der sich vor allem rund um das Thema „Schuhe“ drehte. Vor Ort demonstrierte Reinhard Ottensmann die Herstellung von Holzschuhen und vermittelte anschaulich die handwerklichen Techniken vergangener Zeiten. Zugleich bot sich der Besuch der nahegelegenen Orthopädie-Schuhmacherwerkstatt von Frederik Holtmann an.

Der Heimatvereins-Vorsitzende Ekkehard Schulze Waltrup begrüßte gemeinsam mit seinem Vorstandsteam die Gäste und gab einen kurzen historischen Überblick über die Museumsremise. Das Gebäude, ursprünglich 1721 erbaut und 1805 an seinen heutigen Standort transloziert, diente einst als Ökonomiegebäude des Pastors und wurde zuletzt als Lagerraum genutzt. 1974 wurde die alte Umfassungsmauer entfernt. Die Parkanlage „Pastors Garten“ und das Umfeld des Gebäudes wurden bis zum Jahre 1999 hergerichtet und werden seither aktiv von den Bürgerinnen und Bürgern genutzt. Mit der Veranstaltung möchte der Heimatverein nicht nur das historische Gebäude erneut in den Blickpunkt rücken (Anm. d. Red.: zuletzt gab es im Rahmen des „Allerland“-Projekts Bestrebungen, das Gebäude öffentlich zugänglicher zu machen), sondern auch die lokalen Betriebe sichtbarer machen.





Reinhard Ottensmann aus Wadersloh demonstrierte anschaulich die traditionelle Herstellung von Holzschuhen. Er führte informativ durch die einzelnen Arbeitsschritte und erläuterte dabei nicht nur die handwerklichen Techniken, sondern auch die kulturelle Bedeutung der Schuhe für die Region. Die einzelnen Arbeitsschritte mit den klassischen Werkzeugen konnten aus der Nähe betrachtet werden. Etwas moderner – aber ebenso mit handwerklichem Geschick verbunden – geht es bei der Herstellung von individuell angepassten Einlagen zu: Frederik Holtmann führte in seiner Orthopädie-Schuhmacherwerkstatt in der Königstraße die moderne Seite des Schuhhandwerks vor. Hier standen vor allem individuelle Anpassung, orthopädische Funktionalität und innovative Fertigungsmethoden im Mittelpunkt.




Die Kombination von schuhhandwerklichen Einblicken in der Museumsremise und in die Arbeit einer „modernen“ Werkstatt funktionierte dank der direkten Nachbarschaft ausgezeichnet. Die Teilnehmenden konnten bei der abendlichen Rundreise hautnah erleben, wie Tradition und Moderne im Handwerk aufeinandertreffen. „Früher gab es in Liesborn deutlich mehr Handwerksbetriebe“, betonte Schulze Waltrop. „Es ist uns wichtig zu zeigen, was unser Dorf auch heute noch alles zu bieten hat.“ Die Resonanz der Teilnehmenden zeigte, dass dies gelungen ist.


Mit „Schuhe, Scheune, Schönes“ hat der Heimatverein Liesborn ein Format mit Mehrwert geschaffen, das lokale Geschichte lebendig macht, handwerkliche Traditionen erlebbar hält und gleichzeitig die Bedeutung heutiger Betriebe für das Dorf unterstreicht. „Schuhe“ standen hier für das lebendige Handwerk im Liesedorf, die „Scheune“ für die Geschichte Liesborns und das „Schöne“ wohl für die besondere Atmosphäre eines Abends, der bei einem gemütlichen Umtrunk seinen Ausklang fand.
Fotos/Text: B. Brüggenthies



