Kreis WAF/Wadersloh (mw/bb). Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 für den Kreis Warendorf liegt nun vor und weist eine moderate Zunahme der Gesamtkriminalität aus. Gleichzeitig bleibt die Aufklärungsquote stabil und Wadersloh behauptet sich weiterhin als eine der sichereren Kommunen im Kreisgebiet (Rang 3), verliert den „Spitzenplatz“ aber an Everswinkel (1) und Sassenberg (2). Im Jahr 2025 registrierte die Polizei im Kreis Warendorf 14.692 Straftaten. Das entspricht einem Plus von 1,65 Prozent im Vergleich zu 2024 (14.453 Fälle). 8.112 Taten konnten aufgeklärt werden. Eine Quote von 55,21 Prozent. Damit liegt die Aufklärungsleistung nur leicht unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 55,65 Prozent.

Die sogenannte Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ), die die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner misst, stieg kreisweit von 5.102 auf 5.198. Besonders ins Gewicht fallen Diebstahlsdelikte, die mit 5.480 Fällen rund 37 Prozent aller Straftaten ausmachen. Der schwere Diebstahl nahm deutlich zu, ebenso Wohnungseinbrüche (297 Fälle). Rückläufig waren hingegen Fahrraddiebstähle (859 Fälle, minus 15,29 Prozent). Positiv fällt die hohe Aufklärungsquote bei Körperverletzungen (90,91 Prozent) und Vermögensdelikten (70,69 Prozent) auf. Die Gewaltkriminalität sank kreisweit auf 510 Fälle.
„Die Kriminalitätslage und Aufklärungsquote im Kreis Warendorf ist stabil, die Bilanz ist sehr gut. Die Kriminalitätsbelastung liegt deutlich unter der des Landes und wir sind weiterhin ein sehr sicherer Kreis in Nordrhein-Westfalen.“, Landrat Dr. Olaf Gericke
Wadersloh: Unter dem Kreisdurchschnitt, trotz steigender Belastungszahl
Für die Gemeinde Wadersloh zeigt die Statistik ein differenziertes Bild: Die Kriminalitätshäufigkeitszahl stieg von 2.824 im Jahr 2024 auf 3.386 im Jahr 2025. Dennoch liegt die Gemeinde weiterhin deutlich unter dem Kreisdurchschnitt von 5.198 und gehört damit weiterhin zu den sichereren Orten im Kreis Warendorf.

Insgesamt wurden im Jahr 2025 435 Straftaten registriert. In der Detailbetrachtung ergeben sich folgende Schwerpunkte:
- Gesamtstraftaten: 435 Fälle (2024: 365)
- Straftaten gegen das Leben: 0 Fälle (0)
- Sexualdelikte: 18 Fälle / keine Vergewaltigungen (2024: 10; 2)
- Rohheitsdelikte: 84 Fälle (64)
- davon Körperverletzungen: 48 (43)
- Raub: 3 (0)
- Diebstahl gesamt: 143 Fälle (99)
- Fahrraddiebstahl: 20 (11)
- Ladendiebstahl: 21 (4)
- Wohnungseinbruch: 12 Fälle (5)
- Betrugsdelikte: 59 Fälle (65)
- Sonstige Straftaten: 107 Fälle (90)
- Rauschgiftdelikte: 6 Fälle (6)
- Gewaltkriminalität gesamt: 13 Fälle (14)
- Straßenkriminalität: 96 Fälle (66)
Während die Gesamtbelastung rechnerisch gestiegen ist, bleiben besonders schwere Delikte auf niedrigem Niveau. Es gab keine Straftaten gegen das Leben. Dafür aber stieg die Anzahl an Ladeneinbrüchen und Ladendiebstählen sowie KFZ- und Wohnungseinbrüchen. Die Zahl der Rauschgiftdelikte ist gering bzw. auf dem Niveau des Vorjahres. Allerdings ist die Straßenkriminalität gestiegen. Zum Vorjahren wurden fast doppelt so viele Fahrräder gestohlen. Auch die Sachbeschädigungen nahmen zu.
Vergleich im Kreis: Everswinkel vorn, Ahlen am höchsten belastet
Als sicherste Kommune im Kreis gilt 2025 Everswinkel mit einer KHZ von 3.019. Am stärksten belastet ist Ahlen (7.331, zugleich deutlich gestiegen zum Vorjahr), gefolgt von Beckum (7.091, moderat gestiegen). Wadersloh liegt mit 3.386 deutlich näher an Everswinkel als am Kreisdurchschnitt, was als Indikator für eine insgesamt stabile Sicherheitslage gesehen werden dürfte. Kreisweit wurden 6.118 Tatverdächtige ermittelt. Rund 22,6 Prozent waren jünger als 21 Jahre. 36,6 Prozent hatten keine deutsche Staatsangehörigkeit. Die Zahl der registrierten Opfer lag bei 3.220 Personen, davon rund 55 Prozent männlich. Besonders betroffen sind junge Menschen unter 21 Jahren, vor allem bei Körperverletzungsdelikten und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Auch wenn die Gesamtkriminalität im Kreis Warendorf leicht gestiegen ist, zeigen die Zahlen für Wadersloh ein vergleichsweise stabiles und sicheres Umfeld. Der Anstieg der Häufigkeitszahl mahnt dennoch zur Aufmerksamkeit. Die Polizei setzt weiterhin auf Prävention, Präsenz und konsequente Ermittlungsarbeit.
Text: B. Brüggenthies, Foto/Grafik: Polizei (2)

