Wadersloh/Liesborn (mw/bb). In der Nacht von Mittwoch (11. Februar) auf Donnerstag (12. Februar 2026) ist in die Windenergieanlage am Zentralklärwerk in Liesborn eingebrochen worden. Dabei wurden Kabel beschädigt und entwendet. | MW hat nachgefragt, was vorgefallen ist.
Wie aus einer Mitteilung an die Mitglieder der Gesellschafterversammlung der Wadersloh Wind GmbH hervorgeht, verschafften sich die Täter gewaltsam Zutritt zu dem Windrad. Zunächst wurde das Kabel eines Bewegungsmelders durchtrennt. Anschließend hebelten die Unbekannten die rückwärtige Tür der Anlage auf, nachdem ein Eindringen über die Haupteingangstür offenbar gescheitert war. Im Inneren der Anlage wurden in mehreren Metern Höhe Stromkabel durchtrennt und gestohlen. Nach ersten Einschätzungen ist ein noch größerer Schaden vermutlich nur deshalb ausgeblieben, weil die Täter bei der Tat gestört wurden.
Der Zugang zur Anlage wurde in Abstimmung mit der Herstellerfirma Enercon durch den gemeindlichen Bauhof gesichert. Angaben zur genauen Schadenshöhe sowie zu möglichen Ertragsausfällen infolge des derzeitigen Stillstands der Anlage liegen bislang nicht vor.
Einbrüche in Windenenergieanlagen nehmen bundesweit zu
Nach Angaben von Norbert Morfeld von der Wadersloh Wind GmbH erfolgte die Schadensaufnahme gemeinsam mit dem Hersteller Enercon am Donnerstag und Freitag nach der Tat. Dabei zeigte sich, dass die Täter an einer Stelle in die Ummantelung eingeschnitten und in der Folge zahlreiche Kabel durchtrennt haben. Die Beschädigungen beginnen nach ersten Erkenntnissen in rund zehn Metern Höhe. In anderen Fällen sei nach Angaben von Enercon auch bis zu 80 Meter hoch gearbeitet worden. Das Vorgehen sei lebensgefährlich gewesen, betonte Morfeld: Auf den Leitungen laste erhebliche Spannung. Der Eingriff setze Fachkenntnis voraus. Aus seiner Sicht deutet vieles auf spezialisierte Täter hin. Vergleichbare Vorfälle nähmen bundesweit zu, auch bei Photovoltaik-Parks.
Die Anlage hatte einen sogenannten „Netzabfall“ gemeldet, woraufhin ein über den Betreiber BB-Wind angefordertes Service-Team von Enercon die Einbruchsspuren feststellte. Die Polizei aus Beckum sowie die Spurensicherung aus dem Kreis Warendorf waren bis in die Mittagsstunden vor Ort. Zur Höhe des Sachschadens können derzeit noch keine belastbaren Angaben gemacht werden; dieser sei „noch nicht bemessbar“, so Morfeld. Auch der Zeitpunkt der Wiederinbetriebnahme ist offen. Nun müsse im Detail erarbeitet werden, welche Komponenten ersetzt werden müssen und wie lang die Lieferzeiten sind. Fest steht jedoch: Für jeden Monat Stillstand fehlen der Betreibergesellschaft nach eigenen Angaben rund 70.000 bis 80.000 Euro an Einnahmen. Die Anlage ist versichert, eine Regulierung des Schadens wird erwartet. Derzeit befinde man sich jedoch noch ganz am Anfang der Aufarbeitung.
Quelle: Gespräch mit Wadersloh Wind,

