Diestedde (mw/bb). Mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags haben das Seniorenzentrum Haus Maria Regina und die St. Nikolaus Kindertagesstätte St. Nikolaus am Dienstagvormittag (10. Februar) ihre Zusammenarbeit offiziell neu belebt. Was in den Jahren vor der Corona-Pandemie bereits gewachsen war, erhält nun einen verbindlichen Rahmen. Das Ziel: Begegnungen zwischen Jung und Alt dauerhaft zu fördern. An der Vertragsunterzeichnung nahmen Antje Rostalski, Einrichtungsleiterin des Seniorenzentrums, Olga Rabe aus der Pflegedienstleitung, Björn Butterweck-Hunnekuhl, Leiter der sozialen Betreuungsangebote der SMMP-Senioreneinrichtung, sowie Heike Kampusmann, Leiterin der St.-Nikolaus-KiTa, und KiTa-Verbundleiterin Carolin Bock teil.
„Kooperationen gibt es schon viele Jahre. Bis zur Corona-Zeit gab es regelmäßige gemeinsame Treffen und Unternehmungen“, erinnerte Antje Rostalski. Nach der pandemiebedingten Pause sei es naheliegend gewesen, die Zusammenarbeit wieder aufleben zu lassen. „Wir sind ein Ort, wir liegen an derselben Straße. Da lag es einfach auf der Hand, gemeinsam etwas auf den Weg zu bringen.“

Auch KiTa-Leiterin Heike Kampusmann sieht in der Kooperation zahlreiche Anknüpfungspunkte. Begegnungen zwischen Kindern und Senioren böten wertvolle Lernerfahrungen auf beiden Seiten. Antje Rostalski betonte, dass Kinder älteren Menschen oft mit Unsicherheit oder sogar Angst begegneten: „Durch regelmäßige Treffen können diese Hemmschwellen abgebaut werden.“ Björn Butterweck ergänzte, dass auch Hilfsmittel wie Rollatoren oder Rollstühle zunächst befremdlich wirken könnten, die gemeinsame Zeit jedoch Verständnis und Normalität schaffe.
Dass dieser Ansatz aufgeht, zeigte sich bereits bei den ersten Begegnungen: „Die Kinder und Senioren sammeln viele Eindrücke. Es geht um das Prinzip: Du zeigst mir deine Welt, ich zeige dir meine Welt“, so die beiden Kooperationseinrichtungen im Gespräch mit MW. Für viele Seniorinnen und Senioren, insbesondere für Alleinstehende, seien diese Besuche etwas ganz Besonderes. Butterweck schilderte bewegende Momente: Wenn die Kindergruppe (oft in gelben Warnwesten, die dann zu einem Jackenturm augestapelt werden) das Haus betrete, sei die Freude groß, nicht selten mit Tränen der Rührung: „Man spürt förmlich die Glücksseligkeit im Raum.“
Geplant sind künftig alle vier bis sechs Wochen feste Treffen mit konstanten Gruppen: Kinder im vorletzten KiTa-Jahr und eine feste Anzahl von Bewohnerinnen und Bewohnern des Seniorenzentrums. Diese Kontinuität soll Vertrauen schaffen. Aktionen wie gemeinsames Plätzchenbacken, Bastelangebote oder saisonale Projekte, etwa wie eine bald anstehende Tulpenbastelaktion im Frühjahr, finden abwechselnd in beiden Einrichtungen statt. Praktische Aspekte wie das barrierefreie WC in der KiTa erleichtern die Umsetzung. Eine besondere Schnittstelle zwischen den Häusern bildet Mariluz Schienstock, die zufälligerweise in beiden Einrichtungen tätig ist und so die Zusammenarbeit zusätzlich stärkt. Auch KiTa-Eltern reagieren laut Kampusmann sehr positiv. Die Kinder berichten zu Hause begeistert von ihren Erlebnissen, was die Verbindung im Nikolausdorf weiter vertieft.
Der Kooperationsvertrag zwischen den beiden Diestedder Einrichtungen formuliert klare Ziele: Kinder sollen altersgerecht an den Umgang mit älteren und demenzkranken Menschen herangeführt werden, Sensibilität für eigene und fremde Emotionen entwickeln und Wertschätzung (auch gegenüber Menschen mit Handicap) lernen. Gleichzeitig profitieren die Seniorinnen und Senioren vom Austausch, von emotionaler Wärme, mentaler Anregung und der Möglichkeit, eigene Erfahrungen weiterzugeben. Für Antje Rostalski ist die Kooperation mehr als ein pädagogisches Projekt: „Gerade in einem kleineren Dorf ist es wichtig, zusammenzurücken und sich gegenseitig zu unterstützen. Angesichts der aktuellen Weltlage können wir im Kleinen Großes bewirken.“ Wenn Kinder und ältere Menschen gemeinsam Zeit verbringen, sei das ein Zeichen dafür, „dass wir vieles richtig machen“.
Fotos/Text: Benedikt Brüggenthies
Schon gewusst? Das SMMP-Seniorenzentrum Haus Maria Regina hat kürzlich auch eine Kooperation mit der Grundschule in Diestedde gestartet. MW berichtete exklusiv


