Diestedde (mw/bb). Hand aufs Herz: Jeder von uns bekommt doch gerne Post (Rechnungen vielleicht ausgenommen). Am schönsten sind natürlich persönliche Briefe. Gerade zur Adventszeit gehört Weihnachtspost irgendwie dazu, auch wenn das in den letzten Jahren weniger wurde und der ein oder andere auf eine schnelle WhatsApp zurückgreift. Der Förderverein des Grundschulstandorts Diestedde hat sich nun etwas Besonderes ausgedacht und zusammen mit dem Seniorenzentrum Haus Maria Regina eine wundervolle Idee entwickelt und direkt umgesetzt: Eine Briefaktion zwischen den Viertklässlern und den Bewohnerinnen und Bewohnern des Seniorenheims.
„Die Kinder der 4. Klasse hatten das Thema ‚Briefeschreiben‘ im Deutsch-Unterricht. Damit sie ein Ziel haben, haben wir organisiert, dass sie ans Haus Maria Regina schreiben können. Die Idee ist, dass so Brieffreundschaften zwischen Alt und Jung entstehen. Jeder erzählt etwas aus seinem Alltag, z.B. über Hobbies oder Erlebnisse“, sagt Fördervereins-Vorstandsmitglied Rabea Hegemann. „Die Kids waren hochmotiviert und haben direkt mit dem Schreiben angefangen. Das Besondere ist ja, dass die Aktion sehr zielführend ist. Es werden Briefe geschrieben und es wird eine Antwort von den Senioren geben“, berichtet Klassenlehrerin Ruth Frerich. Björn Butterweck-Hunnekuhl, Leiter der sozialen Betreuungsangebote in der SMMP-Senioreneinrichtung, war ebenfalls sofort begeistert von der Idee.

Die erste Ladung Briefe aus dem grünen Postkasten wurde am Dienstag persönlich von den beiden Fördervereinsmitgliedern Rabea Hegemann und Jessica Scheja sowie Ruth Frerich als Vertreterin der Grundschule übergeben. 13 „Briefgruppen“ gibt es. Jeweils zwei Schulkinder schreiben einem Bewohner oder einer Bewohnerin des Seniorenheims an der Langen Straße. Pro Wohnbereich macht das 4–5 Briefsendungen. In der Senioreneinrichtung werden die Briefe unterstützend in der sogenannten Einzelbetreuung (vor-) gelesen und bei Bedarf helfen die Mitarbeitenden den Senioren bei der Erstellung des handschriftlichen Antwortschreibens an die Kinder. Da ist dann natürlich auch etwas Geduld gefragt. Briefe sind eben ein analoges Medium und kommen nicht in Echtzeit an, wie bei WhatsApp und Co.
„Die Kinder freuen sich schon auf dir Antworten und wir uns alle, dass wir mit der Aktion die jüngsten und ältesten Dorfbewohner zusammenbringen können“, sagen die Beteiligten. „Wir möchten, dass das Dorf wieder mehr Dorf wird. Nach Corona sind viele Aktionen eingeschlafen. Wir wollen alle wieder etwas mehr miteinander verbinden“, erläutert der Förderverein. Auch Zukunftspläne gibt es bereits: Wenn ein paar Briefe hin und her geschrieben wurden, wird es im kommenden Frühjahr auch Besuche der Grundschulkinder im Seniorenheim Haus Maria Regina geben, um die neuen (Brief-) Freundschaften zu stärken. Das Briefprojekt selbst soll dann jedes Jahr jeweils mit der 4. Klasse fortgesetzt werden.
Fotos/Text: B. Brüggenthies


