Wadersloh (mw). Mit vielfältigen Projekten setzte das Gymnasium Johanneum zuletzt starke Akzente in den Bereichen internationale Begegnung, Medienbildung und Verkehrsprävention: Während eine Schülergruppe beim Austausch mit dem Lycée Jeanne d’Arc in Paris Kultur, Schulalltag und Gastfamilienleben intensiv erlebte, beschäftigte sich die Klasse 10c an der Universität Münster im Rahmen einer Studie kritisch mit Influencermarketing und der Bewertung digitaler Informationen. Ergänzt wurde dieses Bildungsangebot durch den „Crash-Kurs NRW“, der Oberstufenschüler mit eindringlichen Erfahrungsberichten für die Gefahren riskanten Verhaltens im Straßenverkehr sensibilisierte. Gemeinsam verdeutlichen die drei Veranstaltungen das breite Engagement der Schule für praxisnahes Lernen und nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung.
Paris hautnah: Schüleraustausch mit dem Lycée Jeanne d’Arc
Eine Woche voller neuer Eindrücke, spannender Begegnungen und echter Paris-Momente: Vom 18.01. bis 25.01.2026 machten sich 11 Schüler der Jahrgangsstufe 10 und der Einführungsphase auf den Weg zum Schüleraustausch mit dem Lycée Jeanne d’Arc in Montrouge.

Schon in den ersten Tagen zeigte sich Paris von seiner beeindruckenden Seite mit zahlreichen Highlights: der Eiffelturm, eine Bootsfahrt auf der Seine mit Blick auf die berühmten Ufer der Stadt, das Musée d’Orsay, das Künstlerviertel Montmartre mit der Sacré-Cœur, die imposante Notre-Dame sowie ein Spaziergang durch das lebendige Quartier Latin sorgten für unvergessliche Erfahrungen.
Neben dem kulturellen Programm erhielten die Schüler auch einen intensiven Einblick in den französischen Schulalltag. Der Besuch des Unterrichts im Lycée Jeanne d’Arc wurde als sehr spannend empfunden, da sich Unterrichtsformen, Tagesabläufe und Atmosphäre deutlich von der Schule in Deutschland unterscheiden.
Ein zentraler Bestandteil des Austauschs war das Leben in den Gastfamilien, in denen die Schüler in die französische Sprache eintauchen konnten sowie die gemeinsame Gestaltung der Freizeit mit den Austauschpartnern. Die Französischlehrerinnen Pia Lackamp und Kristine Wauligman begleiteten die Schülergruppe.
Groß ist nun die Vorfreude auf den Gegenbesuch der französischen Austauschpartner in Wadersloh im März.
Dem Influencermarketing auf der Spur – ein Besuch im Institut für Didaktik der Chemie in Münster
Am 28. Januar 2026 machte sich die Klasse 10c auf den Weg zur Universität Münster, um an einer Promotionsstudie teilzunehmen.

In der digitalen Welt werden wir ständig Meinungen und verschiedene Informationen zu kontroversen naturwissenschaftlichen Themen ausgesetzt z.B. in Bezug auf Klimawandel, Ernährung oder Gesundheit. Lukas Lichtenstein und Prof. Dr. Annette Marohn von der Universität Münster sind daran interessiert, Jugendliche auf diese Informationsflut auf Youtube, Instagram und TikTok vorzubereiten. Viele Produktwerbungen, denen wir online begegnen, basieren auf kognitiver Ver-zerrung und Fehlschlüssen. Die Schüler sollen lernen, solche Inhalte kritisch zu hinterfragen und ihre Glaubwürdigkeit einzuschätzen.
Im Lehr-Lern-Labor setzten sich die Zehntklässler mit ihnen bereits bekannten Influencern und Werbecampagnen auseinander. Dabei galt es verschiedene Fragen zu diskutieren: Ist der Gründer einer bekannten Proteinpulvermarke durch seine hohe Anzahl an Followern glaubwürdig? Werden Aussagen zu medizinischen Themen dadurch legitimiert, dass der Contentcreator Medizin studiert hat und als Arzt arbeitet? Ist ein Nährstoffpräparat eine gute Nahrungsergänzung, weil es aus natürlichen Stoffen gewonnen wird oder weil der Formel1 Fahrer Sir Lewis Hamilton dieses bewirbt? Bestätigen positive Erfahrungsberichte auf einer Website wirklich, dass das beworbene Produkt wirksam ist? Welche Kriterien machen eine Information vertrauenswürdig und wo sollte man besser zweimal hinsehen?
Die Schüler arbeiteten sehr engagiert und angeregt mit. Sie hatten Spaß daran, sich kritisch mit Themen aus ihrem Alltag auseinanderzusetzen. Zur Belohnung für ihre Teilnahme an der Studie durften sie das „Labor von Eis und Feuer“ erkunden und konnten verschiedene spannende Experimente mit Stickstoff, Trockeneis und Wasserstoff durchführen.
Crash Kurs NRW machte Station am Johanneum
In NRW ereignen sich pro Jahr über 50.000 Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Über 400 Menschen verlieren dabei pro Jahr ihr Leben. Junge Fahrerinnen und Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren verursachen dabei viele der schweren Unfälle. Überhöhte Geschwindigkeit, das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes, der Konsum von Alkohol und Drogen, Überheblichkeit und Ablenkung durch das Handy sind in vielen Fällen die Ursachen,
Auf der Suche nach einer wirkungsvollen Möglichkeit, junge Menschen diesbezüglich anzusprechen und dauerhafte, positive Verhaltensänderungen zu bewirken, fand nach dreijähriger Pause am Johanneum zum zweiten Mal der „Crash-Kurs NRW“ statt. Die Crash-Kurs-Veranstaltungen richten sich an Schüler ab der zehnten Jahrgangsstufe und damit an künftige Fahrer.

Das Präventionsprogramm zeigt mit emotionalen Berichten von Betroffenen und eindringlichen Bildern auf, dass Verkehrsunfälle ihre Ursachen haben. Es wird vermittelt, dass Verkehrsunfälle nicht einfach passieren, sondern verursacht werden, weil von den Verkehrsteilnehmern Regeln missachtet wurden. Beim Crash-Kurs NRW wird den Teilnehmern ohne erhobenen Zeigefinger klar gemacht, wie lebensgefährlich riskantes Verhalten im Straßenverkehr ist und dass es auf ihr eigenes Handeln als Fahrer und Mitfahrer entscheidend ankommt.
Die Brutalität von Unfällen wurde bei der Veranstaltung schonungslos gezeigt – anhand von Bildern von Fahrzeugwracks, aber vor allem durch persönliche Berichte, die unter die Haut gingen. So berichteten Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungssanitäter, Notärzte, Notfallseelsorger und Unfallopfer als direkt Betroffene über die Ursachen sowie über die oftmals schrecklichen Folgen. Sie erzählten von ihren persönlichen Erfahrungen, wie sie Unfälle im Raum Wadersloh erlebt haben oder sich bei der Erstversorgung beziehungsweise dem Überbringen einer Todesnachricht gefühlt haben.
Am Ende der Veranstaltung verließen die Oberstufenschüler betroffen die Aula des Gymnasiums.
Quelle: Johanneum


