Diestdde (mw/bb). Was wären unsere drei Dörfer in der Gemeinde Wadersloh nur ohne ihre Traditionen? Sie stärken das Miteinander und zeigen die individuellen Stärken auf! Diestedde hat mit Sankt Nikolaus sogar einen eigenen Superhelden (samt rotem Cape)! Wenn am Vorabend des Nikolaustags Anfang Dezember die Lange Straße im warmen Fackelschein der Freiwilligen Feuerwehr erstrahlt und Kinder mit leuchtenden Laternen zum Kirchplatz ziehen, dann weiß ganz Diestedde: Der Nikolaus ist wieder da. Auch 2025 setzte der traditionelle Nikolausumzug am 5. Dezember ein stimmungsvolles Zeichen für gelebten Brauchtum und eine Botschaft, die in unruhigen Zeiten mehr Bedeutung denn je bekommt.
Ein Höhepunkt in diesem Jahr war die Aufführung der Legende vom Kornwunder, präsentiert von den Kommunionkindern. Unter der Leitung von Pastoralreferentin Elke Wibbeke hatten die Mädchen und Jungen in den vergangenen Wochen fleißig geprobt. Mit einfachen Requisiten erzählten sie in der Nikolauskirche die Geschichte vom heiligen Nikolaus nach, der Hungernden in der Not beisteht. Dazu passte auch der Streckenverlauf des Umzugs: Bevor der Zug die Kirche erreichte, machte der Nikolaus einen kurzen Halt am Haus Maria Regina, wo er traditionell die Bewohnerinnen und Bewohner dort begrüßte. Und auch in der gegenüberliegenden „Nikolausapotheke“ wurde kurz „Hallo“ gesagt. Flankiert von Fackeln des Löschzugs Diestedde, musikalisch begleitet vom Blasorchester Diestedde (Leitung: Elena Borkenhagen) und abgesichert durch DRK Bereitschaft Diestedde und Polizei, zogen die Familien zur letzten Station Kirche. Wie praktisch, dass die Laternen von St. Martin direkt noch einmal genutzt werden konnten. Das gibt es so auch nur in Diestedde.
In der Kirche richtete der Nikolaus seine traditionelle Ansprache an die Gemeinde. Inmitten einer Welt, die geprägt ist von Konflikten, Unsicherheiten und einem Übermaß an negativen Nachrichten, erinnerte er daran, warum die Advents- und Weihnachtszeit so vielen Menschen, ob gläubig oder nicht, so viel bedeutet. „Wir tragen eine tiefe Sehnsucht in uns, das Negative zu überwinden“, sagte St. Nikolaus. Die Geschichten von St. Martin, der Heiligen Barbara und Nikolaus seien „Balsam für die Seele“, weil sie zeigten, wie menschlich die Welt sein könnte. Weihnachten lasse Menschen „aufleben und aufblühen“, und erinnere daran, dass „Gott es unendlich gut mit uns meint“.
Der Nikolaus nutzte seinen Auftritt auch für ein herzliches Dankeschön: An die Kommunionkinder, die Feuerwehr, das DRK, das Blasorchester und an alle, die gekommen waren, um seinen anstehenden „Namenstag“ zu feiern. Natürlich durfte auch die liebgewonnene Tradition nicht fehlen: Jedes Kind erhielt einen Stutenkerl. Zum Abschluss lud der Nikolaus ein, Erinnerungsfotos zu machen und verwies mit einem Augenzwinkern auf das Patronatsfest: „Der Pastor hat wieder ein Heimspiel und der Eintritt ist wie immer frei.“
Bildergalerie: Nikolausumzug in Diestedde (2025)












Fotos/Text: B. Brüggenthies



