Liesborn (mw/bb). Schon am Vormittag füllten sich die Wege und Plätze rund um das Museum Abtei Liesborn mit neugierigen Besucherinnen und Besuchern: Der 40. Handwerkstag am Museum Abtei Liesborn wurde zu einem vollen Erfolg – da hatten auch die wenigen grauen Wolken am Himmel keine Chance. Gute Laune und Neugierde auf traditionelles Handwerk überwogen! „Wir sind insgesamt wirklich sehr zufrieden“, resümierte Museumsleiter Dr. Sebastian Steinbach im Gespräch mit MW. „Gefühlt hatten wir in diesem Jahr noch mehr Gäste als in den vergangenen Jahren – und das bei bestem Wetter.“




Handwerk zwischen Tradition und neuen Attraktionen
Mit 63 Ständen war der Jubiläums-Handwerkstag rund um die Benediktinerabtei a.D. so groß wie nie. Zwischen Seiler, Seifensieder, Drechsler und Schleifer, die seit Jahren zum festen Inventar gehören, fanden sich auch Neuzugänge: Besonders gefragt war dabei die historische Fotografie mit Glasplatten. Der Kölner Fotograf Matthias Weikamm bot Porträts im 170 Jahre alten Nassplattenverfahren an. Das Erlebnis erforderte ein wenig Geduld, fand aber großen Anklang: zehn Sekunden stillstehen und dann rund eine Viertelstunde auf das fertige Bild warten. Die Nachfrage war groß und die freien Zeitslots im Nu ausgebucht!


Ein weiteres Highlight war die Jubiläumsrallye, bei der die Besucherinnen und Besucher Fragen an verschiedenen Ständen beantworten mussten. „Die Idee war, nicht nur das Jubiläumsjahr einzufangen, sondern auch die Menschen zum Gespräch mit den Handwerkerinnen und Handwerkern zu ermuntern“, erklärten die Organisatoren. Viele Aussteller hatten dazu eigene Fragen beigesteuert. So lernten die Teilnehmenden spielerisch fast vergessene Gewerke kennen – und das Museum förderte die Interaktion zwischen Publikum und Ausstellenden.
Neben den Ständen lockten auch die aktuellen Sonderausstellungen „Picasso – Miró – Chagall“ sowie die Witte-Ausstellung „Die Erfindung Westfalens“ zahlreiche Gäste ins Museum. „Ein Ehepaar aus Köln erzählte mir, dass sie eigentlich wegen der Ausstellung gekommen waren, dann aber begeistert den Handwerkstag miterlebt haben“, berichtete Dr. Steinbach. Viele nutzten die Gelegenheit, Kultur, Handwerk und Kulinarik zu verbinden – und zwischendurch einen süßen oder herzhaften Snack im Museumscafé (oder an den Ständen im Außenbereich) zu genießen.
Nach dem Handwerkstag ist vor dem Handwerkstag
Dass eine Veranstaltung dieser Größenordnung reibungslos läuft, sei kein Zufall. „Die Arbeiten beginnen eigentlich schon in der Woche nach dem Markt“, betonte Steinbach. Das Organisationsteam um Annette Herzog sammele Feedback und frage frühzeitig bei Ausstellern an. „Der Handwerkstag ist keine standardisierte Veranstaltung, sondern jedes Jahr ein Unikat – von uns komplett selbst organisiert. Das macht den besonderen Charme aus.“
Kaum ist der Jubiläumstag vorbei, wirft das Programm der Abtei schon die nächsten Schatten voraus. Am 4. September lädt das Museum zu einem Jazz-Konzert im Kreuzgang ein, später folgt ein spanischer Abend (leider bereits restlos ausgebucht). Die Sonderausstellungen laufen noch bis Oktober, bevor ab dem 2. November die neue Sonderausstellung zu Höckelmann eröffnet wird. Und der Handwerkstag? Der ist zum 40. Mal vorerst Geschichte und kehrt 2026 zurück, um erneut unter Beweis zu stellen, wie lebendig das Handwerk in der Region noch immer ist – und wie gut es gelingt, Tradition und neue Ideen zu verbinden.
Bildergalerie: 40. Handwerkstag in Liesborn (2025)





















Fotos/Text: mw/bb.


