Wadersloh-Geist (mw/bb). Mit einem bewegenden ökumenischen Gottesdienst im Jubiläumsfestzelt in Wadersloh-Geist ist am frühen Freitagnachmittag das Jubiläumswochenende anlässlich der Feierlichkeiten zu“50 Jahre Gemeinde Wadersloh“ eröffnet worden. Gemeinsam gestalteten Pfarrerin Melanie Erben (Evangelische Kirchengemeinde) und Pastoralreferent Dominik Potthast (Kath. Pfarrei St. Margareta) den feierlichen Auftakt. Unterstützt wurden sie von den Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderates, die symbolisch die Fürbitten übernahmen, sowie Bürgermeister Christian Thegelkamp, der die Lesung vortrug.
Pfarrerin Melanie Erben warf in ihrer Predigt einen zuversichtlichen Blick zurück und nach vorn: „Da gibt es viel Schönes zu entdecken. Neu gewachsene Verbindungen, entstandenes Vertrauen, gelungene Projekte, schöne Feiern.“ Zugleich benannte sie auch Sorgen angesichts zukünftiger Herausforderungen, betonte jedoch: „Wie gut, dass wir unseren Weg nicht allein gehen müssen.“ Ihr Aufruf zum Miteinander und zum Vertrauen in Gottes Begleitung durch Höhen und Tiefen traf den Grundton des Auftakts.






Pastoralreferent Dominik Potthast spannte in seiner Ansprache einen weiten historischen Bogen: Heimat sei nicht immer ein Ort der Herkunft, sondern einer, der Beziehungen und die wüchsen überall dort, wo Menschen einander mit Respekt begegnen: „Ich denke, mit Diestedde, Liesborn und Wadersloh ist es wie in einer Familie. Jeder tickt anders – aber wenn es darauf ankommt, halten wir zusammen.“
Melanie Erben zeigte sich im Dialog mit Dominik Potthast persönlich bewegt vom Wandel der vergangenen Jahrzehnte: „Was vor 50 Jahren noch kaum vorstellbar war – ein gemeinsamer Gottesdienst mit evangelischer Pfarrerin und katholischem Pastoralreferenten – ist heute selbstverständlich geworden. Und wunderbar.“ Humorvoll erinnertern beide an alte Vorurteile zwischen den Ortsteilen, die längst dem gemeinsamen Gestalten gewichen seien: „Tatsächlich gibt’s heute was zu feiern, wo eine Menge Gutes entstanden ist in der Zeit. Wo eben doch Schritte gegangen worden sind, die man sich früher so nicht hat vorstellen können.“
Pfarrerin Melanie Erben griff diese Entwicklung auf und erinnerte daran, dass Zusammenwachsen auch mit Herausforderungen verbunden war: „Am Anfang war die Kommunalreform für viele eine dicke Herausforderung. Aber wie Jeremia sagt: Suchet der Stadt Bestes. Aus dem, was ihr habt, macht was. Lasst es leuchten, was euch gegeben ist.“
In den von den Fraktionsspitzen Anne Claßen (SPD), Heino Teckentrup (FWG), Oliver Weinekötter (FDP) und Maria Eilhard-Adams (CDU, in Vertretung für Rudolf Luster-Haggeney) vorgetragenen Fürbitten wurde das gesamte gesellschaftliche Spektrum der Gemeinde in den Blick genommen: von Kindern in den KiTas bis zu den Bewohnerinnen und Bewohnern der Seniorenheime, von Menschen mit Behinderungen bis zu Geflüchteten. Der Tenor: Zusammenhalt, Solidarität und das gemeinsame Ringen um ein menschenwürdiges Leben für alle. Über Orts- und Generationsgrenzen hinweg.


Begleitet von Liedern wie „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ und dem gemeinsamen Vaterunser und dem „Großer Gott, wir loben“ bildete ein Segen den Abschluss des Gottesdienstes, der in ein gemeinsames Mittagsmahl im Festzelt mündete. Am Freitagabend ab 19 Uhr geht es mit dem ausverkauften „Dinner in White“ weiter im Festprogramm. | Vollständiges Festprogramm
Fotos/Text: B. Brüggenthies

