Wadersloh (mw/bb). Die geplante Neuentwicklung des ehemaligen Paschen-Geländes an der Stromberger Straße rückt nicht nur wirtschaftliche Perspektiven in den Fokus, sondern zunehmend auch Fragen der öffentlichen Sicherheit. Mit einer Anregung vom 26. März 2025 hat die Bürgerinitiative „ZIN19“ die Gemeinde Wadersloh gebeten, dem Thema Bevölkerungsschutz bei der künftigen Nutzung der Hallenkapazitäten auf dem Areal mehr Gewicht zu verleihen. Der Vorschlag geht auf eine Initiative des Investors Ludger Westkämper selbst zurück – und wird nun im politischen Raum aufgegriffen.
Der Hauptausschuss der Gemeinde Wadersloh wird sich in seiner nächsten Sitzung am 25. Juni 2025 mit dem Anliegen befassen. Gemäß Geschäftsordnung ist vorgesehen, die Anregung der Initiative „ZIN19“ zunächst an den zuständigen Fachausschuss zur weiteren Beratung zu verweisen. Damit erhält das Thema einen formalen Einstieg in die politische Diskussion.
Initiative ZIN19 bringt Vorschlag in den politischen Raum
Die Initiative „ZIN19“ hatte sich im Frühjahr mit einem Schreiben an Bürgermeister Christian Thegelkamp sowie die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat gewandt. Darin wird die Gemeinde Wadersloh ausdrücklich aufgefordert, mit der Firma Westkämper GmbH in einen Dialog zu treten. Ziel sei es, Nutzungsmöglichkeiten der geplanten Hallen für Zwecke des Zivil- und Katastrophenschutzes auszuloten – etwa als Notfalllager, Logistikstützpunkt oder Versorgungszentrum.
„Uns liegt der Bevölkerungsschutz sehr am Herzen“, betonen die Unterzeichner des Schreibens – Steen Christensen, Richard Streffing und Alfons Lüke und verwiesen zugleich auf potenzielle Fördermöglichkeiten von Bund und Land. Die Notwendigkeit, auch auf kommunaler Ebene belastbare Strukturen für den Krisenfall zu schaffen, sei durch die jüngsten Erfahrungen der Corona-Pandemie, aber auch angesichts aktueller geopolitischer Entwicklungen, nicht mehr von der Hand zu weisen.
Investor offen für sicherheitsorientierte Nutzung
Hintergrund der Anregung ist ein Vorschlag von Investor Ludger Westkämper, der im Rahmen der Bauausschusssitzung am 5. März 2025 selbst die Möglichkeit einer teilweisen Nutzung der neuen Hallen für Zwecke des Bevölkerungsschutzes angedeutet hatte. Das Gelände der ehemaligen Möbelproduktion soll in den kommenden Jahren umfassend revitalisiert werden. Die Investoren planen vier Bauabschnitte mit modernen Lager- und Logistikflächen. Neben der ökonomischen Entwicklung könnten die entstehenden Hallen somit auch ein wichtiges Standbein für sicherheitsrelevante Infrastruktur bilden. Die Initiative ZIN19 sieht hier die Chance, frühzeitig Weichen zu stellen. Mit der Aufnahme der Anregung in die Tagesordnung des Hauptausschusses ist ein erster Schritt getan. Die Verwaltung empfiehlt in der Beschlussvorlage, die inhaltliche Beratung dem zuständigen Fachausschuss zu übertragen. Welche konkreten Schritte folgen, bleibt abzuwarten.
Foto/Text: mw/bb., zus. Quelle: Gemeinde Wadersloh


