Wadersloh (mw/bb). Noch geben sich die Handwerker die Klinken in die Hand. Doch Schritt für Schritt wird sichtbar: Es geht gut voran mit dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Wadersloh. Im Gewerbegebiet „Krummer Weg“ an der Kreuzung Dieselstraße/Boschstraße verfolgt Zugführer Boris Molitor jeden noch so kleinen Baufortschritt. Für ihn ist der Neubau ein echtes Herzensprojekt, dass er von Anfang an begleitete. In knapp zwei Wochen steht mit dem Richtfest der nächste Meilenstein des Millionenbauprojekts an.

„Inzwischen sieht man natürlich einen großen Fortschritt. Der Rohbau nimmt Gestalt an und bei den Kameradinnen und Kameraden steigt die Vorfreude“, berichtet Boris Molitor. Man merkt ihm an, wie wichtig ihm seine Arbeit als Feuerwehrmann und Zugführer ist und wie viel von seinem persönlichen Engagement als Herzblut mit in den Bau geflossen sind. Es herrscht emsiges Treiben an der Baustelle. Thomas Freitag vom Bauunternehmen Heinrich Freitag ist zu einer kurzen Stippvisite vor Ort. Das Unternehmen aus Liesborn hat inklusive des Neubaus in Wadersloh alle Feuerwehrgerätehäuser in der Gemeinde mitgebaut. Das hat Tradition.
Auch Egbert Bühlbecker parkt sein Auto in der Nähe und begutachtet die aktuellen Fortschritte auf der Baustelle. In den kommenden Tagen wird er mit seiner Firma, dem Malerbetrieb Sabellek, die ersten Wände im Feuerwehrgerätehaus streichen. „Also ab der Höhe von 4,50 Meter und dann bis unter die Decke in der Waschhalle. Und der Rest wird gefliest? Alles klar, dann fangen wir damit an“, versichert sich Bühlbecker noch schnell telefonisch und schaut dann in der künftigen Fahrzeughalle nach den schon verputzten Wandflächen. Auch viele der anderen Handwerksbetriebe kommen aus der Gemeinde Wadersloh oder der näheren Umgebung und alles wirkt genauso familiär wie der Zusammenhalt der Wadersloher Feuerwehrleute.
Der Weg zum neuen Feuerwehrgerätehaus in Wadersloh war lang: Die Standortfrage und auch die prognostizierten Kosten in Höhe von rund 5 Mio. Euro beschäftigten den Gemeinderat viele Monate – und das inmitten der Corona-Pandemie. Umso erleichterter zeigten sich die Feuerwehrleute über die seinerzeit gefundene Lösung: Im Gewerbegebiet erfolgte vor rund einem Jahr der symbolische Spatenstich für den Neubau der hochmodernen Einsatzzentrale für die gesamte Feuerwehr in der Gemeinde Wadersloh auf der bis dato als Betriebsgelände der Firma Osburg Reisen genutzten Fläche. Von hier aus werden künftig die Einsätze koordiniert. Zugleich bekräftigt die Gemeinde Wadersloh mit dem Neubau, wie wichtig die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr in den Wadersloher Ortsteilen ist.


„Wir freuen uns, dass wir aktuell gut im Zeitplan liegen. Die witterungsbedingten Verzögerungen beim Rohbau konnten wir schnell aufholen. Zimmerleute und Dachdecker sind im Einsatz. Die Elektroinstallationen und Heizung sind in Vorbereitung. In wenigen Tagen werden die großen Tore montiert. Wir alle freuen uns auf das Richtfest Anfang August“, bekräftigt Boris Molitor. Fertiggestellt werden soll das Feuerwehrgerätehaus im Frühjahr 2024. Im Hintergrund planen zwei Orga-Komitees des Löschzugs bereits den Umzug von der Langenberger Straße zur Boschstraße und die geplante Einweihungsveranstaltung im kommenden Jahr. Geplant ist ein „Tag der offenen Tür“ im Herbst.
Zu sehen wird es dann genug geben: Die große Fahrzeughalle der Löschfahrzeuge, die Waschhalle, Atemschutzwerkstatt, die Umkleiden (80 Spinde für Herren, 15 Spinde für Damen), den Funkraum mit drei Arbeitsplätzen, den Stabsraum für Flächenlagen, die Bereitschaft-, Schulungs- und Besprechungsräume, den Küchenbereich, alles barrierefrei zugänglich. In allen Bereichen wird das Feuerwehrgerätehaus auf den aktuellen Stand gebracht. „Meine Kameradinnen und Kameraden überlegen sich derzeit, wie die Flure gestaltet werden können und bringen ihre Gedanken mit ein. Aktuell stellen wir den Inventarplan auf und schauen, welche Möbel angeschafft werden und welcher Funkanbieter genommen wird“, berichtet der Zugführer.





„Wir sind einfach alle glücklich, dass das Teamwork in unserer Truppe, aber auch bei diesem Bauprojekt so gut funktioniert. Aber vor allem auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wadersloh, dem Architekturbüro Heitmann und allen am Bau beteiligten Unternehmen läuft sehr gut. Das ist ein gutes Miteinander!“, sagt Boris Molitor. Ihm ist wichtig zu betonen, dass das Feuerwehrgerätehaus in Wadersloh ein Zweckbau für alle Löschzüge der Gemeinde ist: „Dies wird nicht das Gerätehaus des Löschzuges Wadersloh. Bei Unwetterlagen zum Beispiel werden die aufkommenden Einsätze der Großgemeinde gesammelt und von hier aus koordiniert. Zudem wird die Einsatzkleidung von allen Kräften demnächst an diesem Standort gereinigt“, sagt der Feuerwehrmann.
Energetisch wird das Gebäude durch Nahwärme der benachbarten Firma Laukötter versorgt. Auf dem Dach sind eine Begrünung und eine PV-Installation vorgesehen. Das Gebäude wird auch bei einem Stromausfall über ein Notstromaggregat und Batteriespeicher weiter mit Energie versorgt. „Für uns als Feuerwehr Wadersloh ist dieses Gebäude eine sehr große Wertschätzung, die unsere ehrenamtliche Arbeit in der Menschenrettung und Brandbekämpfung einfacher machen wird und uns mit Stolz erfüllt. Wir sind dankbar dafür, dass die Entscheidungsträger unsere ehrenamtliche Arbeit honorieren und das Projekt umgesetzt wird“, beendet Boris Molitor den kurzen Rundgang.
Fotos/Text: B. Brüggenthies

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