Liesborn (mw/bb). Mit der sichtbaren Anerkennung in Form der renommierten Augustin-Wibbelt-Plakette ehrte der Kreisheimatverein am Samstagnachmittag (21. Januar 2023) das jahrzehntelange Wirken von Wilhelm Plümpe für westfälische Traditionen im Allgemeinen und seinen Einsatz für den Heimatverein Liesborn und den Jagdhornbläsern im Speziellen. Mit einem Festakt im Museum Abtei Liesborn dankten Wegbegleiter dem hochaktiven Heimatfreund mit der hohen Auszeichnung, die das bemerkenswerte, ehrenamtliche Schaffen des Liesborner Originals würdigte.
Mehr als angemessen für diese außergewöhnliche Preisverleihung stand es außer Frage, dass die Liesborner Jagdhornbläser, einst auf Initiative von Plümpe gegründet, die musikalische Untermalung des Festakts gestaltete. Dr. Hermann Mesch, Vorsitzender des Kreisheimatvereins, zeigte sich glücklich über die Möglichkeit einer Präsenzveranstaltung und zeigte sich erfreut, dass gleich vier weitere Preisträger*innen der Wibbeltplakette zur Gratulation von Wilhelm Plümpe unter den Gästen waren. Eine davon, Marianne Engbert, ließ es sich nicht nehmen und eröffnete die Veranstaltung mit ausgewählten Werken von Wibbelt – natürlich auf Münsterländer Platt.

Laudator Ekkehard Schulze Waltrup hatte als amtierender Vorsitzender des Heimatvereins Liesborn im Anschluss die ehrenvolle Aufgabe, das vielfältige Wirken seines Vor-Vorgängers Revue passieren zu lassen. Bis heute ist Wilhelm Plümpe ehrenamtlich aktiv, um „sein“ Dorf mitzugestalten. So wie der Preisträger selbst zeigte sich der Vorstand überrascht und erfreut über die Nachricht der Auszeichnung mit Wibbeltplakette. Man habe den „richtigen Kandidaten“ gewählt, ließ Schulze Waltrup verlauten. Der Kreisheimatverein setzt sich seit 1987 mit der Auszeichnung für die Menschen ein, die sich der Plattdeutschen Sprache widmen, sowie Heimat- und Kulturpflege leben.
Wilhelm Plümpe, der in Begleitung seiner Frau Anne sowie seinen Töchtern und Enkelkindern der Zeremonie beiwohnte, war seit 1989 Vorstandsmitglied im Heimatverein Liesborn. 1998 bis 2017 in der Funktion des Vorsitzenden und heute Ehrenvorsitzender. Eine Gemeinsamkeit mit Augustin Wibbelt sei der Hang, viel zu schreiben. Damit würdigte der Heimatverein die rege Unterstützung Plümpes bei der Erstellung der Liesborner Geschichtshefte. In besonderer Weise wurden die treffenden und wertschätzenden Nachrufe genannt. Auch beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ setzte sich Wilhelm Plümpe ein, so dass das Liesedorf im Jahre 2002 als Kreissieger hervorging. Weitere Beteiligungen betreffen das Engagement für Natur, im Zukunftsforum, Museumsbeirat und allgemein dem Einsatz für die Abteigeschichte. Als Dorf- und Kirchenführer sorge Plümpe nachhaltig dafür, das Dorf und seine bewegte Geschichte auch „Nicht-Liesbornern“ näherzubringen, so der Festredner.

Den Dankesworten schloss sich Fritz Ellebrecht, Mitglied im Ensemble der Jagdhornbläser, an. Wilhelmp Plümpe hob die Instrumentalgruppe 1968 mit aus der Taufe. Ellebrecht erinnerte an das Jahr 1993 und die Ausrichtung einer großen Jagd- und Naturausstellung unter Federführung von Plümpe. „Du warst und bist unsere Lokomotive und wir deine Waggons“, so Ellebrecht.
In seiner Dankesrede bedauerte Plümpe, dass er selbst die Gelegenheit verpasst habe, die Plattdeutsche Sprache zu erlernen. Er zeigte sich glücklich und voller Stolz über die besondere Auszeichnung mit dem Namen eines der bedeutendsten Schriftsteller der Region. Zugleich dankte er dem Heimatverein und den Jagdhordbläsern und insbesondere seiner Familie. Ein Dank richtete er posthum auch an seinen Vorgänger im Amt des Heimatvereinsvorsitzenden, Jürgen Wende, der ein wertvolles Vermächtnis für den Fundus des Heimatvereins hinterliess. Weitere Dankesworte richtete er an Bürgermeister Christian Thegelkamp, Silvia Hohenhorst und den Museumsleitungen a.d. Dr. Priddy, Dr. Schwarm sowie Dr. Steinbach. „Der Glanz der Plakette fällt auch auf den Heimatverein und die Jaghornbläser“, so Plümpe. Seine Tochter Katharina stellte aber in einem berührenden Dankeswort klar, dass die Plakette künftig im Eingang des Familienhauses ausgestellt werde. Seinen allergrößten Dank richtete Plümpe an seine Ehefrau Anne und seine Töchter Juliane und Katharina, die sich zuweilen telefonisch mit „Sekretariat Heimatverein“ gemeldet hätten, wie letztere mit einem Augenzwinkern verriet. Das starke Engagement für den Heimatort war und ist eng verwoben mit dem Privatleben. Der Einsatz für das Gemeinwohl lebt Werte vor. Die Würdigung mit der Augustin-Wibbelt-Plakette für Wilhelm Plümpe ist somit eine richtige Wahl.










