Liesborn (mw/bb). Druckfrisch liegen weit wenigen Tagen die aktuellen Halbjahresprogramme des Museums Abtei Liesborn vor und schüren die Vorfreude auf ein thematisch abwechslungsreiches Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm in der ersten Jahreshälfte 2023. Über die März-Revolution (ab 3. Februar), Wolfswissen und Schützenfest-Tradition spannt das Museum einen interessanten Kultur-Bogen, der wieder alle Besuchergenerationen ansprechen soll.
Faszinierende Ausstellungsvielfalt lädt zum Entdecken ein
Auch im wohl historischen Jahr der Evangeliars-Rückkehr und Neueröffnung nach umfassenden Umbau (erwartet für die zweite Jahreshälfte) ist das Museumsteam bereits zum Jahresbeginn fleißig in der Vorbereitung auf kommende Ausstellungen, die sich wie gewohnt als vielseitig darstellen. Noch bis zum 22. Januar läuft die Jubiläums-Verkaufsausstellung des Kreiskunstvereins. Knapp anderthalb Wochen danach, am 03. Februar, wird es in „Demokratie und Medien“ um das Jubiläum der März-Revolution 1848 gehen. Mit ausgewählten Karikaturen soll die Zeit der Parteienbildung in Deutschland näher beleuchtet werden. Das Museum Abtei Liesborn hat sich bewusst für dieses prägende Ereignis entschieden, das im Gegensatz zum „Westfälischen Frieden“ oftmals nur wenig Aufmerksamkeit widerfährt, obgleich es als Geburtsstunde des Nationalstaates gilt und es große Auswirkungen auf Westfalen gab. | Die Ausstellung „Demokratie und Medien“ geht vom 03. Februar bis 19. März 2023.
Nach der Meinungsbildung über Bildmedien dreht sich alles um den Lebensraum Natur und die Rückkehr der Wölfe. In der Themenausstellungsprojekt „Wald Wolf Wildnis“ geht die Künstlerin Gisela Krohn der Frage nachh, welche Beziehung der Mensch mit der Natur eingehen möchte. Mit vielen weiteren Künstlerinnen und Künstlern wird das Spannugnsfeld Tier – Mensch und Umwelt künstlerisch aufgearbeitet und mit Sichtweisen von Wildforschern, Philosophen und Waldbesitzern zu einem Kunst-Projekt zusammengeführt, dass durch die NABU-Ausstellung „Wolfswissen zum Anfassen“ ergänzt wird. | Das Ausstellungsprojekt „Wald Wolf Wildnis“ ist vom 31. März bis 18. Juni in Liesborn zu sehen.

In der gesamten Großgemeinde Wadersloh hat das Schützenwesen einen hohen Stellenwert. Der Schützenverein Liesborn e.V. lebt die besondere Tradition nicht nur anlässlich des jährlichen Schützenfestes, sondern bringt sich bei vielen Veranstaltungen ein, um die Werte der Schützenfest-Tradition an kommende Generationen weiterzugeben. Mit der dritten Ausstellung im 1. Halbjahr widmet sich das Museum Abtei Liesborn mit „Das Schützenfest-ABC“ der westfälischen Schützenwelt und beleuchtet die Besonderheiten von „A“ wie Antreten bis „Z“ wie Zusammengehörigkeitsgefühl. Rechtzeitig zum Schützenfest im Liesedorf (30. Juni bis 3. Juli 2023) startet die Ausstellung am 1. Juli. | Die Ausstellung „Das Schüzenfest-ABC“ ist vom 01. Juli bis 13. August im Museum Abtei Liesborn zu erkunden.
Veranstaltungen ergänzen Ausstellungsangebot
Nicht nur die Ausstellungen laden zu einem Besuch in das Museum Abtei Liesborn ein. Längst sind auch die Veranstaltungen weit über die Grenzen der Gemeinde Wadersloh bekannt. In der ersten Jahreshälfte wird das Evangeliar zwar noch nicht heimkehren, dafür gibt es aber mit „Das Mittelalter – Eine Epoche zwischen Licht und Finsternis“ am 12. Februar eine Vortragsveranstaltung mit Tobias Enseleit von der WWU Münster. In einer anschließenden Kerzenführung wird die Kruzifixausstellung in einem ganz anderen Licht zu sehen sein. Vormerken sollten sich Freunde der Kammermusik schon jetzt auch die 52. Auflage der Liesborner Museumskonzerte. Unter künstlerischen Leitung von Jörg Lopper stehen am 13. Mai / 20. Mai / 27. Mai / 03. Juni / 10. Juni/ 17. Juni und 18. Juni) hochkarätige, internationale Musik-Acts auf dem Programm. Weitere Infos hier (externer Link).
Wer neugierig geworden ist: Ein Erlebnisbesuch des Museums lohnt sich zu jeder Zeit. Gruppenführungen, Besuch mit Kinder- und Jugendgruppen und individuelle Angebote („Kunstpause“) ergänzen das umfangreiche Angebot der Einrichtung.
Mehr als 20.000 Besucherinnen und Besucher in 2022
Das Team rund um Museumsleiter Dr. Sebastian Steinbach kann insgesamt auch auf ein erfolgreiches Jahr 2022 im Zeichen der Kultur zurückblicken. Während der Umbau immer mehr Gestalt annimmt, wurden die vergangenen Ausstellungen zum Expressionismus, Rincklake und die große Brettspielausstellung „Mönch ärgere dich nicht“ sehr gut angenommen. Als Volltreffer erwies sich die Verlängerung der Weihnachtsausstellung „Glitzerpfotenausstellung“, die bis zum 6. Januar zu sehen war. „Das Angebot richtete sich speziell an Familien mit Kindern. Da die Exponate auf Kinderhöhe waren, konnten auch die jüngeren Museumsgäste Kunst erleben“, berichtete Dr. Steinbach von der neuen Perspektive der von Antje Mengelkamp kuratierten Ausstellung. Mit der Familienausstellung zum Jahresende knackte das Museum auch die Besuchermarke von mehr als 20.000 Gästen. Zu Beginn 2022 kaum vorstellbar, da zu diesem Zeitpunkt Corona-Schutzmaßnahmen galten, die noch für Unsicherheiten sorgten, die sich im ersten Quartal schnell relativierten.
Rechtzeitig zur Expressionismus-Ausstellung im Frühjahr setzte der große Besucherstrom gen Liesborn ein, der auch beim Rincklake-Ausstellung und dem Großprojekt „Mönch ärgere dich nicht“ nicht nachließ. „Die Durchführung von Sonderveranstaltungen erwies sich als richtige Entscheidung. Das Hinterfragen klassischer Museumsformate und das Angebot von interaktiven Führungen erwies sich als passender neuer Weg, an den wir auch bei kommenden Veranstaltungen anknüpfen möchten„, freute sich Sebastian Steinbach über den großen Zuspruch auf die Museumsangebote. Die breite Ansprache des Publikums habe auch Zielgruppen angesprochen, die sonst nicht ins Museum gehen. Dazu passt auch die sehr große Medienresonanz im Radio, Printmedien und TV sowie die Reichweitenvergrößerung via social media.
Fotos/Text: B. Brüggenthies





