Wadersloh (mw/bb). Wer bei den heimischen Gastronomen „zum Mitnehmen“ bestellt, hat immer öfter auch Nachhaltigkeit mit in der Tüte. Letztere ist meistens aus recyclebarem Material. In den letzten Jahren haben nicht nur Gesetzesänderungen dazu geführt, dass Einweg-Plastikgeschirr nach und nach aus dem Alltag verschwinden soll und im Idealfall besonders nicht in der Natur rumliegt und die Umwelt belastet. Wir haben in der Gaststätte Fuchshöhle nachgefragt, wie dort der Umgang mit Nachhaltigkeit aussieht.
Erst vor wenigen Tagen hat die Gastronomie in Wadersloh wieder eröffnet. Für erfahrene Gastronomen-Familie Freitag war der erste Einsatz mit Gästen in Präsenz noch etwas ungewohnt nach Monaten des ausschließlichen Außer-Haus-Geschäfts. Die Vorfreude über Gäste vor Ort ist genauso groß, wie der Aufwand, der betrieben werden muss, um die Gäste zu verköstigen. Hygieneregel, Sicherstellung der Nachverfolgbarkeit und Kontrolle der drei „G“s gehören derzeit zum Alltag.
Biologisch abbaubare Verpackungen sind im Trend
Aufwändig war seit dem Frühjahr 2020 auch die Beschaffung von passenden Verpackungen für das „Take away“-Angebot. Per telefonischer Vorbestellung konnten Burger, Pommes und Co. auch während des Shutdowns abgeholt und zu Hause genossen werden. In der Fuchshöhle setzte man dazu auf Burgerboxen aus biologisch abbaubaren Materialien wie Zuckerrohr und Kraftkarton anstatt Styropor und Alu. Vor allem der braune Kraftkarton kommt mit einem eingebauten Wow-Effekt, da er die Burger beim Öffnen zu allen Seiten zugänglich macht. So wurde das Essen zum Erlebnis – nicht nur für die Geschmacksnerven. „Die neuen Verpackungen kamen sehr gut bei unseren Gästen an. Uns ist wichtig, dass die Verpackungen zu 100 Prozent klimaneutral hergestellt und biologisch abbaubar sind“, sagt Marc Freitag. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Der Kraftkarton ist Backofen- und Mikrowellengeeignet, falls die Heimfahrt von der Abholung dann doch ein mal etwas länger dauert. Hitze und eine hohe Luftfeuchtigkeit führen übrigens dazu, dass Pommes und Burger schnell ihre crossen Eigenschaften verlieren. Zum Glück bietet die Burgerbox ein Abluftsystem – Auch das wissen die Gäste sehr zu schätzen. Da auch viele andere Gastronomiebetriebe auf Abholangebote setzen, kommt es aber auch immer wieder zu Lieferengpässen, daher kann es auch vorkommen, dass noch konventionelle Einwegverpackungen verwendet werden müssen.
Stellenwert von Regionalität steigt
Nicht nur bei den Verpackungen dreht es sich um Nachhaltigkeit. Vor allem bei den Burgern steht das Thema Regionalität im Mittelpunkt. Neben Kooperationen mit anderen „Burger-Bloggern“, wie z.B. Tobias Lohmann (Tobias grillt!) aus Langenberg, wird bei „Der Freitag“ viel Wert darauf gelegt, dass regionale Zutaten die Hauptzutaten der monatlich wechselnden Burgerangebote sind. Salat von der Gärtnerei Brüggenthies aus Diestedde, Spargel von Sterthoff aus Wadersloh, Burger Buns vom Handwerksbäcker aus dem Nachbarort und Fleisch vom regionalen Metzger. Die Soßen werden nach Geheimrezept mit Gewürzen aus dem heimischen Garten abgeschmeckt, wo auch saftig-rote Tomaten und feurig-scharfe Chili-Schoten gedeihen. Statt Zucker wird auch schonmal mit Zuckerrübensaft von Nienaber aus Liesborn nachgesüßt.

Einheitliches System lässt auf sich warten
Welche Perspektiven für die Müllvermeidung und Regionalität gibt es noch? „Wir hoffen, dass wir einen kleinen Beitrag dazu beisteuern können, unnötigen Müll zu vermeiden. Bei der Kontaktnachverfolgung setzen wir inzwischen auf digitale Apps und verzichten auf die Zettelwirtschaft“, berichtet Marc Freitag. An ein Mehrwegsystem für Abhol-Speisen wird an anderen Stellen bereits gearbeitet, doch hier sind die Angebote noch begrenzt. „Um so etwas zu realisieren bräuchte man ein einheitliches System für alles, das von einem regionalen Anbieter z.B. pro Kreisgebiet umgesetzt wird. Problematisch ist hier die erforderliche Lebensmittelnorm und auch die Haftung. Neben dem Außer-Haus-Geschäft und dem gemütlichen Einkehren vor Ort ist die Fuchshöhle inzwischen übrigens auch „mobil“ unterwegs. Die Corona-Zeit wurde genutzt, um einen eigenen Verkaufsanhänger für das Angebot von „Der Freitag“ anzuschaffen, umzubauen und für Veranstaltungen und Co. einzusetzen.
Fotos/Text: mw/bb.,
Disclaimer: Werbung, unbezahlt

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