Wadersloh (mw/bb). Es ist nur ein kleiner Pieks, ein kleiner Moment des Glücks. Für die Gäste der Caritas TagesPflege ist es aber noch viel mehr: Hoffnung und Erleichterung. Einrichtungsleiterin Susanne Rünker und ihr Team haben an diesem Tag alles vorbereitet, um den zweiten Impftermin möglichst perfekt zu organisieren und da Bestreben zahlt sich schon zu Beginn aus. Den rund 30 Gästen der Einrichtung, die an diesem Tag durch die Eingangstür der Einrichtung kommen, steht eine unendliche Dankbarkeit in den Gesichtern. Auch den begleitenden Angehörigen fällt ein Stein vom Herzen.

Die Stimmung in der Tagespflege an der Wadersloher Pfarrkirche lässt sich nur schwer in Worte fassen. Während die Ärztin Sonja Westkemper im Impfzimmer den herbeigesehnten Impfstoff („Moderna“) verabreicht, kümmern sich Susanne Rünker (Einrichtungsleitung) und Rita Renner (Verwaltung) um den Empfang am Eingang. Es ist alles genau durchgetaktet. Jeder hat seine Aufgabe. Fiebermessen, Händedesinfektion und etwas Papierkram. Die Atmosphäre ist ruhig und familiär. Dank der gut organisierten Vorbereitung und der routinierten Arbeitsweisen des Caritas-Teams fühlen sich die Gäste und ihre Angehörigen gut aufgehoben.
Alles wirkliche Leben ist Begegnung
„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ – mit diesem Zitat von Martin Buber wirbt die Caritas-Tagesflege in Wadersloh. Die letzten Monate und vor allem das Jahr 2020 waren anders . Menschliche Begegnungen waren nur schwer möglich. Die Tagespflege musste zeitweise über Monate schließen. Zu groß war die Infektionsgefahr der Gäste. In diesen Zeiten war es ruhig am Kirchplatz. Auch für die Mitarbeiter:innen eine ungewohnte Situation. Ohne das Lachen der Tagesgäste fehlte einfach etwas. Das Wiedersehen am Donnerstag war umso schöner, denn mit der zweiten Impfdosis haben die Gäste nicht nur ihren Impfschutz erhalten, sondern auch ein Stück Sicherheit.
Um Punkt 14 Uhr öffnete sich die Tür der TagesPflege. Von Aufregung bei den Damen und Herren: Keine Spur. Nach dem Screening und einem freundlichen Begrüßungswort wurde im 5-Minuten-Takt geimpft. Die 12 Mitarbeiterinnen der Einrichtung hatten alles minutiös vorbereitet. Die Gäste sollten sich wohlfühlen. Die persönliche Bindung zwischen den Gästen und den Caritas-Damen ist spürbar. Herzliche Blicke, ein freundliches Lächeln hinter den Schutzmasken. Letztere werden hoffentlich eines Tages Geschichte sein. Die freundlichen Gesichter werden bleiben!
Derzeit ist die Einrichtung an Wochentagen geöffnet, wenn auch etwas weniger Gäste kommen können aufgrund der Raumgrößen und den erforderlichen Abständen. Die Gruppenangebote finden in kleineren Gruppen statt und erlauben somit eine intensivere Betreuung. Immerhin ein kleiner Vorteil der Pandemie. Selbst zu den Zeiten des Betretungsverbots in 2020 versuchte die Caritas den Kontakt zu den ans Herz gewachsenen Gästen aufrechtzuerhalten. Trotz der zusätzlichen Hygienemaßnahmen ist die Situation vor Ort gemeinsam aber natürlich entspannter und angenehmer. Vor allem jetzt, da alle ihre zweite Impfdosis erhalten haben. „Wir hoffen weiter auf den Regelbetrieb und sind jetzt vor allem eines: Dankbar“, sagt Susanne Rünker und blickt auf die wartenden Impflinge, die in wenigen Minuten ihre Impfung von Sonja Westkemper von der Hausarztpraxis Gertimholte/Westkemper aus Diestedde erhalten werden.
Ein besonderer Tag der Erleichterung

„Wir vermissen alle die gemeinsamen Ausflüge zu den Veranstaltungen im Seniorenheim St. Josef oder zum Museum in Liesborn“, blickt die Einrichtungsleiterin zurück und freut sich zugleich, dass die Gäste vor Ort geimpft werden können und Ausflüge in naher Zukunft wieder möglich sein werden. „Unser größter Wunsch ist es, dass wir alle wieder leben können“, blickt Susanne Rünker freudig in Zukunft. Mit dem Gefühl, geschützt zu sein, ist man dem nun ein Schritt näher gekommen. Für die Gäste der TagesPflege rückt damit auch der Tag näher, an dem man die Enkelkinder wieder in den Arm nehmen kann. Für die Mitarbeiter:innen der Caritas, die Angehörigen und die Besucher:innen der Einrichtung war dieser Donnerstagnachmittag daher ein besonderer Tag der Erleichterung. „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ – und hoffentlich bald ist diese auch wieder in Form des persönlichen Kontakts möglich.
Fotos/Text: mw/bb.

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