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Museum Abtei Liesborn: Kann denn Liebe Sünde sein? – Saligia-Ausstellung zeigt die sieben Todsünden

Liesborn (mw/bb). Sieben Todsünden auf sieben mobilen Installationen. Die neue Freiluftausstellung „Saligia“ vor dem Museum Abtei Liesborn überrascht mit provokanten und kreativen Werken, die zum Nachdenken anregen sollen. Ab dem 10. April können die Installationen in ihrer ganzen Pracht erkundet werden. Ursprünglich sollte die 2019 gestartete Ausstellungstournee bereits im vergangenen Jahr Station in Liesborn machen. Aufgrund der Corona-Situation dürfen sich Besucherinnen und Besucher aber nun knapp 12 Monate später als geplant über einen besonderen Installationen-Reigen unter freiem Himmel freuen.

Die Künstler Dietmar Schmale und Peer Christian Stuwe, Kurator Jan-Christoph Tonigs (Kloster Bentlage) und die stellv. Museumsleiteirn Dr. Jutta Desel bei der Presse-Preview vor dem Museum Abtei Liesborn. (Foto: mw/bb).

Werner Herzog und Klaus Kinski waren Freund und Feind zugleich. Der extravagante Künstler Kinski und der renommierte Filmemacher Herzog gerieten immer wieder aneinander. Fast schon unscheinbar findet sich ein Bild der beiden an der Installation zur Todsünde „Zorn“. Weitere Momentaufnahmen spiegeln dieses Thema wider, umgeben von gelben Protestwarnwesten als Symbol des Aufruhrs. Die Künstlerin Beate Passow stellt Zorn und Zerstörung in Bezug zueinander und zeigt die Vielfalt von „Ira“, dem Zorn auf. Expliziter geht es bei den Aufbauten von „Luxuria“ zu. Wiebke Bartsch behandelte das Thema „Wollust und Alltag“. „Fotografieren Sie bitte unbedingt auch das Innere, das wird nur selten in der Presse gezeigt“, sagt Kurator Jan-Christoph Tonigs (das Kuratorenteam besteht aus Tonigs sowie Ingrid Raschke-Stuwe). Sexspielzeuge im Innern und auf der Außenseite stehen in Reih und Glied. Durch ein Guckloch darf ein Blick riskiert werden. Das Wollen und die Lust – Ein Kunst gewordener Tabubruch?

Understatement oder eine zeitgenössische Darstellung von „Geiz“: Dietmar Schmale hat seine Installation als Miniatur aus dem 3D-Drucker geschaffen.

Stefan Demming, Diemar Schmale, Wiebke Bartsch, Beate Passow, Peer Christian Stuwe, Katharina Krenkel und Ottmar Hörl haben sich ganz unterschiedlich mit der Aufgabenstellung zur Schaffung eines Werks zu einer Todsünde befasst. Jede der Installationen befasst sich auf ihre eigene Art mit den schlechten Charakterzügen der Menschheit. Bewusste Provokation, maßlose Über- oder Untertreibung? Auf sieben Anhängern stehen die mobilen Installationen im Außenbereich für eine zeitgemäße Interpretation unserer Laster. Dabei lassen alle Werke auch genug Raum für eigene Interpretationen. Kann denn Liebe Sünde sein? Wenn es die Liebe zur Kunst sein sollte: Ja, unbedingt!

Geöffnet ist die Ausstellung ab dem 10. April 2021. Zu sehen sind die Installationen bis zum 20. Juni. (Di-Fr. 9-12 Uhr, 14-17 Uhr | Sa und So von 14-17 Uhr | Mo und Feiertags geschlossen). Der Eintritt ist frei! Weitere Infos: www.museum-abtei-liesborn.de.

Fotos/Text: mw/bb.

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