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Wir gegen Corona: Durchatmen im St. Josef-Haus

Liesborn (mw/bb). Das frühlingshafte Wetter lockte die Menschen in den letzten Tagen an die frische Luft. Die warmen Sonnenstrahlen sind eine echte Wohltat gegen die Coronamüdigkeit im Lockdown. Vor allem in den Alten- und Pflegeeinrichtungen wurde in den letzten 12 Monaten ein echter Kraftakt vollbracht, da kommt jede Abwechslung wie gerufen. Seit Beginn der Pandemie sind Mitarbeiter:innen und Bewohner:innen des St. Josefs-Haus in Liesborn zu einem eingeschworenen Team geworden. Ihr Ziel: Das Virus mit allen Mitteln gemeinsam zu bekämpfen und gemeinsam durch diese schwere Zeit kommen. In Rahmen unserer Serie „Wir gegen Corona“ berichten wir über den aktuellen Alltag in der Einrichtung im Liesedorf.

Einrichtungsleiterin Silvia Keggenhoff ist stolz auf das,  was ihr Team und die Bewohner in der Corona-Zeit trotz der Einschränkungen geschafft haben. Schnelltests, hohe Hygieneauflagen, Kontaktbeschränkungen und oftmals auch die Fragen danach, wann endlich wieder Normalität einkehrt. Es dauert noch ein wenig, aber es gibt Licht am Ende des Corona-Tunnels. Der an der Einrichtung angrenzende Sinnespark ist derzeit für die Öffentlichkeit gesperrt und ist somit zu einem kleinen Rückszugsort für Belegschaft und Bewohner geworden. Hier darf durchgeatmet, neue Energie getankt werden. Der Park ist so etwas wie ein Zeichen für den Zusammenhalt, für das „Wir schaffen das!“ im St. Josef-Haus. Während langsam die ersten Frühlingsboten sichtbar werden, hat sich der Park gewandelt. An vielen Stellen sind Bienenhäuschen aufgetaucht. In wenigen Wochen werden die Kirschbäume ihre leuchtende Blütenpracht offenbaren. Hier darf man sich wohlfühlen!

Direkt ins Auge fallen aber auch neue Freizeitgeräte. Der Huntingtonverein hat mehrere Jahre Spendengelder gespart, um für die Bewohner:innen eine Rollstuhlschaukel anschaffen zu können. Rechtzeitig zum Frühlingsbeginn ist das neue Schmuckschaukelstück aufgestellt worden. Eine weitere neue Spezialschaukel steht einige Meter entfernt davon und wartet auf ihren Einsatz. Gespannt verfolgten die Bewohner die Installation der Geräte und können es kaum erwarten, die Schaukeln auszuprobieren. „Schaukeln haben eine beruhigende Wirkung und wir freuen uns sehr über die Bereicherung des Sinnesparks durch dieses vorzeitige Ostergeschenk“, strahlt Silvia Keggenhoff, die gemeinsam mit Stefan Schulze Hentrup (Kassierer, Huntingtonverein) und den Bewohnern einen ersten Testlauf der neuen Rollstuhlschaukel startete. Es sind Momente wie diese, die Mut machen.

Seit Mitte Januar wurde in der Einrichtung geimpft. Das sorgt im St. Josef-Haus für ein wenig Entspannung, auch wenn die strikten Vorsichtsmaßnahmen auch weiterhin eingehalten und z.T. sogar verschärft wurden. Die Bewohner:innen warten auf Lockerungen, haben aber auch vollstes Verständnis, dass es noch ein wenig dauern kann, bis eine Herdenimmunität dafür sorgt, dass die Normalität zurückkehrt. Umso wichtiger ist das Miteinander vor Ort. Mit einem eigenen Kiosk sorgt das Team der Einrichtung für eine gelungene Abwechslung. Chips, Schokolade und Kleinigkeiten fürs Herz sorgen für ein wenig Ablenkung bei den Bewohnern. Die können auch die Mitarbeiter:innen gut gebrauchen, die seit mehr als 12 Monaten nahezu Übermenschliches leisten. 3,5 Mal pro Woche stehen Schnelltests an. Der Schutz der Bewohner:innen hat oberste Priorität. Seit Anfang November wurden im St. Josef-Haus knapp 7.000 Schnelltests durchgeführt. Eine echte Mammutaufgabe.

Seit Monaten verbindet die Menschen in der Einrichtung der Wunsch nach Normalität und zugleich versucht man mit dem Lockdown positiv umzugehen. „Unsere Bewohner verfolgen die Situation in den Medien. Nach den Corona-Ausbrüchen in den Seniorenheimen in Wadersloh und Diestedde drückten viele ihr Bedauern und ihre Anteilnahme aus“, sagt Silvia Keggenhoff. Alle haben Verständnis, dass es noch ein wenig Geduld bedarf. Und wie könnte man die Zeit besser nutzen, als im Sinnespark? Im 110. Jahr der Gründung der Einrichtung wird es in diesem Jahr einige Aktionen innerhalb der Wohngruppen geben. Kürzlich wurde spontan für alle eine Mantaplatte bestellt. Irgendwann soll ein Eismobil vorbeikommen. Vor einigen Wochen war die Musikgruppe „Winds“ für ein kleines Konzert vor Ort. Es sind diese kleinen Momente, die den Menschen im St. Josef-Haus zeigen, dass man gemeinsam auch diese Zeit überstehen wird. Kleine Lichtblicke im Alltag. Für die Bewohnerinnen und Bewohner des St. Josefs-Haus in Liesborn heißt es in diesen Tagen: Raus in den Sinnespark, die frische Frühlingsluft atmen und die Wärme und die neue Schaukel genießen. „Wir sind einfach unglaublich stolz auf unsere Mitarbeiter und Bewohner. Wir ziehen an einem Strang“, sagt Silvia Keggenhoff. Der Kampf gegen Corona funktioniert eben nur im Team!

Fotos/Text: mw/bb

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