Diestedde (mw/bb). Ruth Spiegel sowie Kaya Schulze Düllo und Tochter Allegra haben an diesem Nachmittag viel vor. Klimaschutz für Jedermann steht an der Tagesordnung. Corona darf da keine Ausrede für’s Nichthandeln sein. Davon sind drei Damen fest überzeugt. Nicht nur in der NKN-Arbeitsgruppe Baum/Hecke stehen Artenvielfalt und Nachhaltigkeit hoch im Kurs. Hochhinaus soll auch eine Hecke entlang eines Güllesilos in der Bauerschaft Düllo wachsen. Dort hatten die Damen kurz Zeit für ein Interview.

Gemeinsam mit Ulrike und Reimund Schienstock sowie Sigrid Grunwald sind Ruth Spiegel und Kaya Schulze Düllo in der AG Umwelt und Komsum (Untergruppe Baum, Hecke) des Netzwerks Klimaschutz und Nachhaltigkeit aktiv. Wie auch in den anderen Arbeitsgruppen werden – sofern es Corona zulässt- bei regelmäßigen Treffen neue Ideen entwickelt, um auch in den kleinen Dörfern das Thema Nachhaltigkeit bekannter zu machen und Worten Taten folgen zu lassen. So trifft man die Damen dem Anlass entsprechend mit Arbeitskleidung, Handschuhen und Pflanzen auf der Hofanlage an der Düllostraße an. Exemplarisch soll ein Güllebehälter aus Beton begrünt werden, um so neue Nahrungs-, Versteck- und Bruträume auf landwirtschaftlichen Gehöften zu schaffen und somit die Artenvielfalt zu fördern. Mit Efeu und wildem Wein gegen das Artensterben. Eine einfache Idee, die nur ein wenig Arbeit erfordert, aber viel bezweckt.
Gegenüber des Beton-Kolosses wird an diesem Tag auch noch eine sogenannte Benjeshecke angelegt. Durch die Aufschichtung von Gehölzschnitt wird hier im Laufe der Zeit durch Verrottung ein geschütztes Keimbeet entstehen, in dem sich dann eine Hecke ansiedeln soll, die Lebensraum für Kleintiere und Vögel schafft. Die Arbeit an der frischen Luft bezweckt somit etwas Ursprüngliches und Nachhaltiges.“ich freue mich sehr, dass erste Ideen aus dem NKN-Prozess umgesetzt werden. Das Bepflanzen und Begrünen der Silos auf dem Hof Schulze Düllo ist ein weiterer Schitt für mehr Klimaschutz in der Gemeinde und ein Anstoß vieler Projekte aus dem Bürgerschaftsprozess.“, weiß Klimaschutzmanagerin Stefanie Göke zu berichten, die aufgrund der aktuellen Corona-Regelungen nicht persönlich bei dem Ortstermin dabei sein konnte.

„Musste früher die vermeintliche Ordnung mit hohem Körper- und Krafteinsatz erarbeitet werden, so kommen heute Maschinen und Geräte zum Einsatz, die die Pflege in vielen Bereichen erleichtern, auf der anderen Seite aber auch permanent Lebensgrundlagen für andere Lebewesen zerstören. Heckenschneider, Aufsitzrasenmäher, Mähroboter, Laubsauger und Laubgebläse hinterlassen Naturzerstörungen ungeahnten Ausmaßes“, berichtet Ruth Spiegel. Auch die Bedürfnisse einzelner Baum- und Straucharten sollen erfüllt werden, um den Artenschwund zu stoppen. Durch die Schaffung neuer „Überlebensorte“ und geschützter Verstecke trägt die Arbeitsgruppe zum Erhalt der Artenvielfalt bei. „Wollen wir in unserem Tun weitermachen oder findet endlich ein Umdenken statt in Richtung zu mehr Ökologie?“ – Hier sei nun jeder gefragt, auch in seinem privaten Umfeld das Artensterben zu beenden. Mit der Aktion macht die Gruppe auf ein Ungleichgewicht aufmerksam und appelliert: „Macht mit! Jeder Baum, jedes Pflänzchen zählt. Unermüdlich soll es auch mit weiteren Aktionen weitergehen. Im Laufe des Novembers soll noch eine 50 Meter lange Reihe von Kopfweiden an einem Feldrand angelegt werden. Auch die Anpflanzung einer Reihe von Obstbaum-Hochstämmen (zur Verfügung gestellt vom Kreis WAF) soll bald erfolgen. Wer mitmachen oder weitere Informationen zu den Aktivitäten möchte, kann sich bei Ruth Spiegel (spiegel.wadersloh[at]freenet.de) informieren.
Fotos/Text: Brüggenthies

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