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Dachdecker-Lehre anstatt Bürojob: Frauenpower über den Dächern von Wadersloh [DORFSHOPPER]

Wadersloh (mw/bb). Der Dachdecker-Meisterbetrieb Fortenbacher & Nötzold aus Wadersloh hat im Sommer Verstärkung bekommen. Und die hat es in sich!  Elisa Nölkeaus aus Lipperbruch hat Anfang August ihre Ausbildung für das Dachdecker-Handwerk bei dem Wadersloher Unternehmen begonnen. MW hat gemeinsam mit der angehenden Dachdeckerin und ihren Kollegen etwas Höhenluft geschnuppert und nachgefragt, was das Besondere an der Ausbildung in diesem Handwerk ist.

Ausgerechnet im Corona-Jahr 2020 hat die 17-Jährige ihren Schulabschluss an der Sekundarschule in Wadersloh gemacht und war hoch motiviert, eine Ausbildung zu beginnen. „Ursprünglich hatte ich ja vor, eine Ausbildung zur Bürokauffrau zu machen. Andrerseits liebe ich die Arbeit an der frischen Luft. Und da mein Vater auch Dachdecker ist und ich einen Ferienjob bei seiner Firma machen konnte, stand für mich fest, dass ich Dachdeckerin werden möchte“, strahlt Elisa Nölke und reicht ihrem Kollegen die nächste Holzlatte. Ein Interview auf einem Dach hat man nicht alle Tage und auch eine Frau als Auszubildende im Dachdecker-Handwerk ist eher selten. Umso mehr erfreut zeigen sich die beiden Geschäftsführer und Kollegen bei F&N über die Verstärkung!

Jörg Nötzold und Bernhard Fortenbacher sind seit 21 Jahren selbstständig und ausgerechnet in der Anfangszeit war auch Sven Nölke von 2000 bis 2012 bei F&N beschäftigt. Elisas Vater hatte den richtigen Riecher, als er seiner Tochter vorschlug, einfach mal in Wadersloh anzufragen. Seitdem ist Frauenpower über den Dächern von Wadersloh angesagt, wenn Elisa bei Wind und Wetter im Einsatz ist. „Neben dem Willen zu diesem Beruf ist natürlich auch handwerkliches Geschick gefragt. Drei Jahre lang geht die Ausbildung. Zwei Mal pro Jahr steht Praxisunterricht bei der überbetrieblichen Ausbildung auf dem Programm. Wärmeschutz, Bauphysik, Schieferdeckung. Das ist alles schon sehr abwechslungsreich“, berichtet Bernhard Fortenbacher. Der Blockunterricht findet im sauerländischen Eslohe statt.

Eine(n) Azubi(ne) im Handwerk zu finden ist auch für das Wadersloher Unternehmen ein 6er im Lotto. Seit drei Jahren hatte sich der Dachdecker-Meisterbetrieb vergeblich darum bemüht. Mit Elisa Nölke hat es in diesem Jahr nun geklappt. Die Zukunftsaussichten sind nach abgeschlossener Berufsausbildung sehr gut. Elisa möchte nach den drei Jahren auch den Meister machen. Dieser Titel kann innerhalb eines Jahres in Vollzeit erworben werden. Danach könnte man ein Studium anschließen. „Darüber mache ich mir dann natürlich rechtzeitig Gedanken“, sagt die angehende Dachdeckerin. Wie motiviert die 17-Jährige ist, zeigt sich schon bei der frühmorgendlichen Anreise. Die 11 Kilometer von Lipperbruch bis Wadersloh legt sie mit dem Rad zurück. Und was ist nun für diesen Beruf eigentlich das Allerwichtigste: „Der Respekt vor der Höhe. Das lernt man schon im 1. Lehrjahr und behält man das ganze Berufsleben bei“, sagt Bernhard Fortenbacher. MW wünscht Elisa viel Erfolg und Spaß bei ihrer Ausbildung!

Fotos/Text: B. Brüggenthies

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Gründer & Chefredakteur von Mein-Wadersloh.de

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