Diestedde (mw/bb). Na, wie sieht es mit ein wenig Diestedder Höhenluft aus? Seit gestern gibt es offiziell einen zweiten Diestedder Berg und der wird schon jetzt sehr häufig besucht. Die Rede ist natürlich von dem neu angelegten Bike-Park auf dem Sportplatz in Diestedde. Am Donnerstagabend wurde das Gelände von der Lokalpolitik, Bürgermeister sowie Unterstützern offiziell seiner Bestimmung übergeben: dem sportlichen Befahren mit Zweirädern. MW hat sich mit Felix Finnemann vor Ort getroffen und sich aus Sicht eines Profis über die Anlage informiert.
In Sachen Bike-Sport ist Felix Finnemann trotz seiner jugendlichen 16 Lebensjahre schon ein alter Hase. Und wenn man dem Diestedder so bei seinen Runden über den sogenannten Pumptrack so zusieht zuweilen auch ein Duracell-Hase. Ja, da braucht es schon einiges an Kondition um die anspruchsvolle Strecke zu bewältigen. Neben Felix sind am Nachmittag fünf weitere Jugendliche und ein junger Mann auf der Strecke unterwegs. Letzter ist der Lippstädter Claudio Jauker, der für ein paar Runden aus der Nachbarstadt rüberkam, um den neuen Bike-Park ausgiebig zu testen: „Die nächsten Anlagen sind deutlich weiter entfernt. Da ist es schon klasse, dass man eine Alternative hier in Diestedde hat“, sagt der Lippstädter.
Felix Finnemann ist schon seit frühester Kindheit begeisterter Biker. Eine Mitschuld daran trägt Vater Werner, der nicht nur aktiv im SVD ist, sondern auch passionierter Marathon-Läufer. Auf den stundenlangen Trainingsläufen begleitete Felix seinen Vater mit dem Rad. Und irgendwann ist aus dem Hobby eine semiprofessionelle Sportbegeisterung geworden. 2019 nahm der junge Diestedde an zwei Renn-Wettbewerben teil. Als er aber vor rund 5 Jahren sein erstes Mountain-Bike bekam, hätte er sich nicht träumen lassen, dass es in Diestedde mal einen Bike-Park geben könnte: „Wenn ich jetzt jeden Tag hier trainieren würde, könnte ich mir das Fitnessstudio sparen“, lacht Felix und wischt sich nach einer schnellen Runde für das Foto den Schweiß aus dem Gesicht, die an seinem Schutzhelm runterperlen. „Für Wadersloh und das Umland ist diese Anlage eine echte Bereicherung. Hier kann man direkt vor Ort verschiedene Sprünge üben und die Sprungtechnik verbessern. Das Besondere hier in Diestedde sind auch die beiden Holzrampen, die man Double nennt“, sagt Felix. In diesem Moment kommen Vater Werner und Schwester Lilly auf den Platz. Auch Lilly fährt schon ein etwas sportlicheres Bike und wird gleich zum ersten Mal die Rundstrecke fahren.
Auch für Anfänger ist der Bike-Park Diestedde geeignet. Vor allem der Rundkurs (Pumptrack) erlaubt ein langsames Herantasten an das neue Freizeitangebot. Von Anfang an war auch der Sportverein Diestedde mit an Bord und begrüßte den Bau auf dem ehemaligen Tennenplatz. Geplant ist die Einrichtung einer Abteilung im SVD. U.a. soll es bald auch Übungskurse für junge Radfahrerinnen und Radfahrer geben. Gemeinsam mit sieben weiteren Jugendlichen passt Felix Finnemann vor Ort ein wenig auf und kümmert sich um die Streckenpflege: „So eine Anlage muss man pflegen wie den eigenen Garten. Von Zeit zu Zeit muss man die Abschnitte ein wenig aufschütten. Verdichtet wird die Strecke durch das permanente Befahren“, erklärt der Rad-Profi.
Viele Radfreunde sind nun sehr glücklich: Ein paar Wünsche haben die Anwesenden aber dann doch noch: Das äußere Erscheinungsbild könnte noch ein wenig aufgehübscht werden und auch der Wasserablauf sollte noch optimiert werden, damit keine allzu großen Pfützen als Gefahrenquelle entstehen. Auch der Wunsch nach einem Leih-Bike vor Ort und Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen wurden angesprochen. Die Projektträger kündigten bereits an, dass das Drumherum in den nächsten Monaten noch aufgewertet wird. Mitfinanziert wurde der Bike-Park von der Bürgerstiftung Wadersloh und dem LEADER-Projekt. Wer den Bike-Park besuchen möchte: Das Befahren erfolgt auf eigene Gefahr. Ein Tipp von Felix: „Ein Schutzhelm gehört immer dazu und auch Handschuhe wären nicht verkehrt. Matschlöcher bitte immer umfahren und grundsätzlich gilt: Die erfahrenen Biker nehmen selbstverständlich Rücksicht auf die Anfänger!“
Fotos/Text: B. Brüggenthies



