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Corona-Update vom 23. Juni (II): Informationen zum Lockdown von Kreis und Gemeinde // Was tun vor Urlaubsantritt? [UPDATE]

Kreis Gütersloh/Kreis WAF/Wadersloh (mw/bb). Ein schwarzer Dienstag für zwei Landkreise und auch für uns in Wadersloh geht zuende. Das Land NRW informierte heute in zwei Pressekonferenzen zuerst über den Lockdown für Gütersloh und am Nachmittag auch für den gesamten Kreis WAF. Nach dem Corona-Ausbruch bei dem Fleischverarbeiter Tönnies kommt ein ganzer Landstrich kurz vor den Sommerferien zum Erliegen, auch wenn es dieses Mal ein schwächerer Lockdown als noch im März ist. Die Empörung in der Bevölkerung ist groß. Hier kommt das umfassende Corna-Abend-Update vom 23. Juni 2020.

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Lockdown im Kreis Warendorf: Die Coronaregionalverordnung in Textform

Die Textversion der ab 24. Juni gültigen Coronaregionalverordnung hier abrufen (externer Link)

Fragen und Antworten kann man auf der Sonderseite nachlesen

Das teilt der Kreis Warendorf mit: Land ordnet Lockdown an / Schulen ab Donnerstag geschlossen [PRESSEMITTEILUNG]

Das Land hat auch für den Kreis Warendorf einen Lockdown angeordnet. Landrat Dr. Olaf Gericke (2.v.r.) und stv. Krisenstabsleiter Ralf Holtstiege (r.) informierten am Dienstagnachmittag über die Maßnahmen. | Foto: Kreis WAF

Kreis Warendorf (pm). Da vom Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies im Nachbarkreis Gütersloh auch Teile des Kreises Warendorf betroffen sind, hat das Land für den gesamten Kreis Warendorf ebenfalls einen Lockdown ähnlich wie im März angeordnet. Bis zum 30. Juni gelten wie im Kreis Gütersloh wieder verschärfte Schutzmaßnahmen.

„Ab Donnerstag (25. Juni) bleiben zudem auch bei uns im Kreis Warendorf die Schulen und Kindergärten geschlossen“, ordnete Landrat Dr. Olaf Gericke an. Das hat die Landesregierung NRW am Dienstagnachmittag (23. Juni) in einer Corona-Regionalverordnung geregelt. In Oelde sind Kitas und Schulen bereits ab Mittwoch (24. Juni) geschlossen. Landrat Dr. Olaf Gericke informierte noch am gleichen Nachmittag die Presse über die wichtigsten Punkte. „Ich kann die Menschen im Kreis nur um Verständnis und Geduld bitten, auch wenn diese Maßnahme in den nicht oder weniger betroffenen Orten schwer nachzuvollziehen ist. Doch sie dient dem Gesundheitsschutz“, betonte der Landrat.

Land NRW wollte keinen „Flickenteppich“ – Deswegen kam es zum kompletten Kreis-Lockdown

Im Laufe dieses turbulenten Tages hatte er Gespräche mit dem Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann geführt. „Ich hätte mir eine Teillösung für einige Städte und Gemeinden vorstellen können. Aber die Landesregierung wollte keinen Flickenteppich schaffen und hat deshalb den Lockdown für den gesamten Kreis angeordnet.“

Vorübergehend gelten also im Kreis Warendorf nun wieder strengere Corona-Regeln. Es gelten ähnliche Einschränkungen wie schon ab Mitte März. Dazu gehören Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit, wo sich nicht mehr als zwei Personen treffen dürfen, sofern sie nicht in häuslicher Gemeinschaft leben. Geöffnet bleiben aber Restaurants, sofern die oben erwähnten Kontaktbeschränkungen eingehalten werden. Geschäfte dürfen unverändert öffnen, weil es Hygienregeln einzuhalten gilt, wie das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes.

Das ist jeder wieder vorläufig bis zum 30. Juni verboten

Verboten bzw. geschlossen sind zudem u.a.: Sport in geschlossenen Räumen inkl. Hallenbädern, Fitnessstudios und Saunabetriebe (auch in Hotels) Kontaktsport auch im Freien (z.B. Fußball) Barbetrieb und Thekenbewirtung Spielhallen, Wettbüros Picknick und Grillen im öffentlichen Raum Konzerte, Kinos, Museen und Theater u.ä. in geschlossenen Räumen Versammlungen, Feste und Veranstaltungen, sofern sie nicht der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung dienen Reisebusfahrten und sonstige Gruppenreisen mit Bussen Tagesausflüge, Ferienfreizeiten und Stadtranderholungen für Kinder und Jugendliche, sofern die örtliche Gesundheitsbehörde diese nicht ausdrücklich genehmigt hat.

Corona-Übergriff  auf die breite Bevölkerung muss verhindert werden – Landrat bleibt zuversichtlich

„Ich bitte die Bürgerinnen und Bürger darum, die neuen Regeln einzuhalten, damit wir möglichst schnell wieder zur Normalität zurückkehren können. Unsere Aufgabe ist es, in den nächsten sieben Tagen nachzuweisen, dass das Virus von der klar lokalisierbaren Quelle Tönnies nicht auf die breite Bevölkerung überspringt “, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke. „Bislang sind wir im Kreis Warendorf sehr gut durch die Pandemie gekommen und hatten lange stark unterdurchschnittliche Infektionszahlen, weil die Bürgerinnen und Bürger sich vorbildlich verhalten haben. Ich hoffe, dass wir den Infektionsherd jetzt schnell eindämmen können“, betonte Dr. Gericke.

Das aktuelle Infektionsgeschehen mit aktuell 211 Erkrankten (Stand 9 Uhr, 23. Juni) ist ausschließlich dem Unternehmen Tönnies zuzuordnen. „Der NRW-Gesundheitsminister hat uns heute erklärt, dass es darum geht, das Überspringen des Virus auf die Gesamtbevölkerung zu verhindern. Das ist sehr bedauerlich. Zusammen mit den Städten und Gemeinden stehen wir jetzt vor einer Mammutaufgabe. Dazu gehört neben der Überwachung der Quarantäne unter anderem der Aufbau eines neuen großen Testzentrums für die Bürgerinnen und Bürger.“ Um die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden bei der Kontrolle der Quarantäne effektiver unterstützen zu können, wird die Polizei mit den Ämtern abgestimmte Kontrollen in den Unterkünften der Tönnies-Mitarbeiter durchführen. Seit Montagabend (22. Juni) werden Testungen bei den etwa 250 Kontaktpersonen von Tönnies-Mitarbeitern durchgeführt: Dabei erhält der Kreis Unterstützung der Bundeswehr und des DRK.

Das sagt die Gemeinde Wadersloh zu den neuen Kontaktbeschränkungen [PRESSEMITTEILUNG]

Wadersloh (pm). Als Folge des Infektionsgeschehens bei Firma Tönnies hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Nachmittag einen Lockdown für den Kreis Warendorf verkündet. Zunächst befristet bis zum 30. Juni gelten damit auch in der Gemeinde Wadersloh wieder die bereits bekannten Kontaktbeschränkungen. Es dürfen sich nur noch Menschen aus einer Familie oder einem Hausstand bzw. zwei Personen in der Öffentlichkeit zusammen aufhalten.

  • Neben den Kontaktbeschränkungen kommt es zu Einschränkungen im Bereich der Freizeitaktivitäten, die in geschlossenen Räumen bis zum 30. Juni nicht gestattet sind.
  • Unzulässig sind darüber hinaus u.a.
    • Konzerte und Aufführungen in geschlossenen Räumen,
    • der Betrieb von Museen, Kulturausstellungen, Galerien, soweit er sich auf geschlossene Einrichtungen bezieht,
    • Sportangebote in geschlossenen Räumen einschließlich Fitnessstudios,
    • die Ausübung von Kontaktsportarten auch im Freien,
    • das Betreten von Sportanlagen durch Zuschauer,
    • der Betrieb von Bars und die Bewirtung an Theken in Gaststätten,
    • das Picknicken und Grillen im öffentlichen Raum,
    • Versammlungen und Veranstaltungen, die nicht der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit oder der Daseinsfürsorge dienen (Ausnahme Sitzungen von rechtlich vorgesehenen Gremien, Institutionen, Parteien, oder Versammlungen nach dem Versammlungsgesetz),
    • Feste, Reisebusreisen,
    • Tagesausflüge, Ferienfreizeiten, Stadterholungen und Ferienreisen für Kinder und Jugendliche, sofern die örtliche Gesundheitsbehörde diese nicht ausdrücklich genehmigt hat.
  • Die Geschäfte bleiben unter Einhaltung der Hygieneregeln geöffnet.
  • Restaurants bleiben geöffnet mit der Beschränkung auf maximal zwei Personen pro Tisch oder alternativ eine Familie, die an einem Tisch sitzt.
  • Ein generelles Ausreise- oder Urlaubsverbot besteht nicht.

Schulen und KiTas im Kreis Warendorf werden ab Donnerstag, 25. Juni geschlossen.

In den Kitas wird es am Donnerstag und Freitag Notbetreuungen geben. Die Einzelheiten hierzu werden im Verlauf des morgigen Tages (Mittwoch, 24. Juni) bekanntgegeben. Da in den Schulen ohnehin für Freitag bereits der letzte Schultag vor den Sommerferien ist, wird es in der Grundschule sowie am Johanneum und an der Sekundarschule Wadersloh am Donnerstag und Freitag keine  Notbetreuung geben. Die Ferienbetreuung im Grundschulbereich kann ab Montag, den 29. Juni wie geplant stattfinden.

Bürgermeister Christian Thegelkamp zeigte sich tief enttäuscht, dass nun auch die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Wadersloh von erneuten Einschränkungen betroffen sind: „Die Menschen in unserer Gemeinde haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten vorbildlich verhalten und damit entscheidend dazu beigetragen, dass sich die Lage zuletzt deutlich stabilisiert hat. Dass sie nun davon betroffen sind, dass an anderen Stellen Fehler gemacht wurden, finde ich sehr ärgerlich.“

Gleichzeitig bittet Bürgermeister Christian Thegelkamp um Verständnis für die Kontaktbeschränkungen: „Die Entwicklung der Fallzahlen lässt leider keine andere Möglichkeit, als das öffentliche Leben vorübergehend wieder einzuschränken. Wenn wir uns in den nächsten Tagen aber alle wieder an die bekannten Maßnahmen wie Abstand wahren, Mund-Nase-Bedeckung und Kontaktverzicht halten, haben wir jetzt noch die Chance, weitere Neuinfektionen zu vermeiden. Wir werden weiter alles dafür tun, um die Menschen in unserer Gemeinde zu schützen. Bitte helfen Sie uns dabei aber auch weiterhin mit Ihrem Verständnis und auch mit Ihrer Solidarität!“

Insgesamt sind 174 Personen in der Gemeinde unter Quarantäne gestellt. Dabei handelt es sich um vier Erkrankte, von denen drei nicht mehr in der Gemeinde sind, sowie 132 Kontaktpersonen und weitere 38 Haushaltsmitglieder.

Die Einhaltung der Quarantäneregeln wird seitens der Gemeindeverwaltung und des Polizeibezirksdienstes und auch durch weitere Einsatzeinheiten der Polizei durch verstärkte Kontrollfahrten an den bekannten Wohnunterkünften und im Gemeindegebiet sichergestellt. Dabei

sollen sie nach Ankündigung von Minister Laumann ab Mittwoch zusätzliche Unterstützung von mobilen Teams und Dolmetschern erhalten, um die Einhaltung der Quarantäne zu gewährleisten und Corona-Tests bei den sich in Quarantäne befindlichen Personen durchzuführen.

Quellen: PM Kreis WAF, Gemeinde Wadersloh, kuratiert von B. Brüggenthies


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