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Westfalenköpfe: Wie Norman Schneider Puppenfiguren Leben einhaucht

Liesborn (mw/bb). Man könnte sagen, dass Norman Schneider so etwas wie ein Popstar unter den Puppenbauern ist. Fuchur aus der „Unendlichen Geschichte“, Rabe Rudi aus „Siebenstein“, Figuren aus „Alice im Wunderland“ und unzählige eigene Kreationen hat der Figurenbildner zu (neuem) Leben erweckt. In einer Sonderausstellung im Museum Abtei Liesborn – die in dieser Form nur hier zu sehen ist – zeigt Norman Schneider einen eindrucksvollen Querschnitt seines kreativen Schaffens.

Beim exklusiven Pressegespräch mit Mein-Wadersloh.de wirkte Norman Schneider tiefenenspannt. Mehrere Tage lang hat er persönlich mit seinen Mitarbeitern die Figuren im Museum hergerichtet. „Da gibt es beim Aufstellen schon den oderen Trick“, verrät der Puppenbauer aus Sassenberg. In jeder Sekunde wird deutlich, welche Verbindung der Künstler zu seinen Werken hat. Man spürt, dass Norman Schneider für das Figurenbauen eine besondere Leidenschaft entwickelt hat und man mag kaum glauben, dass der Berufswunsch schon seit dem 5. Lebensjahr besteht: „Zum Schrecken meiner Eltern muss man sagen“, lachte der Figurenbildner. Dass auch die Eltern schnell einsahen, dass der kleine Norman irgendwann etwas Großes schaffen wird – und damit sind nicht nur die Ausmaße einiger seiner Figuren gemeint- war ein konsequenter Schritt. Norman Schneider lebte seinen Traum, ließ sich nicht von den anfänglichen Bedenken in seinem Umfeld abbringen und gehört heute zu einer handvoll Figurenbildner in Deutschland, die von diesem Beruf leben können.

Beim Figurenthater in Bielefeld, beim Erlernen von Schauspiel und Gesang, Praktika bei Peter Röders (u.a. der Puppenspieler von Samson aus der Sesamstraße) und letztendlich mit dem Bau der ersten Figuren festigte sich das Streben, als Puppenbauer die Welt im Sturm zu erobern. „Ich habe mich immer gefragt, wie diese Figuren technisch funktionieren und war fasziniert von den Möglichkeiten“, so Schneider. Der „Ritterschlag“ war dann aber ein dreimonatige Auslandsaufenthalt in New York, wo Norman Schneider bei den „Muppets“ mitwirkte. Seit 13 Jahren ist der Puppenbauer aus Leidenschaft selbstständig und kreiert seitdem mit seinem Team aussergewöhnliche Geschöpfe aus Schaumstoff, Farbe und Herzblut. „Die große Kunst ist es natürlich, die Figuren lebendig werden zu lassen. Dann hat es der Puppenspieler später viel einfacher“, schmunzelte Schneider und sein Blicke schweifte auf die lebensechte Igel-Figur im Hintergrund.

Einfach ist der Entstehtungsprozess einer neuen Puppe übrigens nicht. Bei neuen Kreationen fängt Norman Schneider bei Null an. Wieviel Arbeit der kreative Schaffensprozess macht, wird auch deutlich, wenn man den Schaukasten mit den Entwürfen ansieht. In Büchern und anhand von Modellen wird deutlich, was an Arbeit von dem Entwurf bis zum fertigen Puppe investiert werden muss. Rund 6 Monate nimmt dieser Prozess in Anspruch.

Geprägt von der Augsburger Puppenkiste, den Muppets, Hallo Spencer und die Sesamstraße versteht es Norman Schneider aber auch, seinen fantasievollen Figuren seinen eigenen individuellen Stempel aufzudrücken. Der Schneider’sche Fuchur aus Michael Endes „Unendlicher Geschichte“ wirkt (aero) dynamischer als das Werk aus dem bekannten Film, lässt sich aber trotzdem als liebevolle Hommage an das Original verstehen. Und auch wenn Rabe Rudi aus Siebenstein eine bereits existiertende Figur war, so zogen nach und nach viele neuen Freunde – die eigenen Kreationen von Norman Schneider in dem Trödelladen ein. Besonders stolz ist Schneider aber auch auf seien Mitwirkung bei einem Max Raabe-Video, in dem er gemeinsam mit einem Frosch eine kleine Rolle übernahm. In Kürze feiert ausserdem ein neuer Sandmännchen-Film Premiere. Auch hier findet sich die Handschrift von Norman Schneider, die sich aus Knüpfen, Nähen, Schnitzen, Schneidern und Bemalen  zusammensetzt, wieder.

Eine Premiere ist auch die Ausstellung im Museum Abtei Liesborn, in der Figurenvater Norman Schneider sein kunsthandwerkliches Talent eindrucksvoll zur Schau stellt. Jedes Exponat scheint dabei eine kleine Geschichte zu erzählen, die sowohl Erwachsene, als auch Kinder hören können, wenn sie die Figuren betrachten. Und vielleicht bestaunt auch ein 5-jähriges Kind eines der Figuren, stuppst den Papa oder die Mama an und sagt: „Du, ich möchte auch mal eine Puppe bauen.“

Auch bei den Kleinen kommen die Figuren super an: Tina Birgitta Lauffer und Drache Valentin hatte zur Ausstellungseröffnung ein lehrreiches Programm vorgeführt

Mehr zum Figurenatelier von Norman Schneider gibt es im Internet oder bei Instagram. Die Ausstellung im Museum Abtei Liesborn läuft vom 14.November 2019 bis zum 15. Januar 2020.

Text/Fotos: Benedikt Brüggenthies, Hinweis: Mein-Wadersloh.de war als einziges Pressemedium vor Ort im Museum und hat das Pressegespräch mit dem Künstler exklusiv geführt. #näherdran


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