Straßensanierung B 58: Verkehrschaos erhitzt die Gemüter im Nikolausdorf

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Diestedde (mw/bb). Die Nerven liegen blank: Nicht nur die Anlieger, sondern auch Autofahrer sollte man in diesen Tagen besser nicht auf die Großbaustelle B 58 ansprechen. Mit Verkehrsbeinträchtigungen war im Vorfeld zu rechnen, dass sich aber derart viele Verkehrsteilnehmer nicht an die ausgewiesenen Umleitungen halten, stellte nicht nur die Ordnungshüter, sondern auch die Anwohner in den letzten Tagen vor eine Geduldsprobe.

Am Sonntag steht die Ampel an der Kreuzung auf Dauerrot. Nur wenige Male an diesem Tag darf offiziell ein Fahrzeug passieren und zwar der Linenbus, der zwischen Beckum und Lippstadt fährt. Für alle anderen Verkehrsteilnehmer heisst es: Der Umleitung folgen und Diestedde am besten weiträumig umfahren. Viele Autofahrer, zumeist mit Nummerschildern aus den Nachbarkreisen oder aus weit entfernten Orten, stehen mit laufenden Motoren vor der Straßensperrung. Auf Ansprache reagieren sie verwundert. Ein Stückchen weiter steht ein Baustellenfahrzeug. Ein Mitarbeiter des Bauunternehmens ist für die Verkehrssicherheit eingesetzt und damit beauftragt, die Ampel auf „Grün“ zu stellen. Allerdings nur für den Linienverkehr. In den letzten Tagen eskalierte die Situation. Eine Kollege sei sogar bedroht worden.

Nur die Fahrt über die B 58 von Beckum kommend in die L 793 (Lange Straße) ist möglich. Alle anderen Fahrbeziehungen sind für den Verkehr gesperrt. Die Schlange vor dem Geschenkartikelladen Wächter wird größer und größer. Trotz des Sackgassenschilds und der großformatigen Hinweissschilder im Umland, versuchen es immer wieder welche, die Sperrung zu durchbrechen. Viele fahren einfach weiter. Trotz Verbots. Anwohner helfen aus. Nicht nur hier, sondern auch auf der Steinackerstraße. Am Sonntagnachmittag spielte eine Gruppe Kinder mit Warnwesten Verkehrshelfer und lotste die aus Richtung Herzfeld kommenden Fahrzeuge um.

Auch auf der anderen Seite des Dorfes ist die Empörung groß. Eine Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte (Name ist der Redaktion bekannt), ärgert sich auch über das Ordnungsamt und die Polizei, die sich anscheinend nicht zuständig für die Kontrolle fühlte [Anm. d. Red.: Diese Anmerkung stammt von der Anwohnerin, die Polizei und Ordnungsamt auf die Problematik aufmerksam gemacht hat. In einer früheren Version wurde der Eindruck erweckt, die Aussage stamme von den öffentlichen Stellen. Diese Formulierung wurde entsprechend geändert]. „Das ist eine Anliegerstraße, die nach der Sperrung der Kreuzung nun als selbsternannte Umleitung dient. Schon der Spaziergang mit dem Hund wird zum Spießrutenlauf. Dazu kommen die Pöbeleien der Leute,“ so die Anwohnerin des Berkenwegs. Am kommenden Wochenende reist Sankt Nikolaus mit der Kutsche zum Nikolaussonntag an. Hoffentlich findet er die Umleitung ins Nikolausdorf und den Weg wieder hinaus. Bis zum 30. November und damit rechtzeitig zum 1. Advent sollen die Kreuzungsarbeiten abegschlossen sein.

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